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Überwintern in Spanien (Teil 1)

Veröffentlicht: 10.02.2024

Von Mitte November bis Weihnachten verbrachten wir die Zeit in unserer alten Heimatstadt Duisburg und sehnten uns da bereits wieder nach Spaniens Sonne. Am 1. Weihnachtstag ging es dann endlich wieder los. Unser ersten angepeiltes Ziel war Finestrat bei Benidorm, um dort den Silvesterabend zu verbringen.  Unsere Route ging über Nismes (Belgien), Nevers (Frankreich), Vinassan Frankreich, Font-Rubi (Spanien) und Algemesi (Spanien). Am 30.12 erreichten wir Finestrat und konnten direkt wieder bei herrlichem Sonnenschein und warmen Temperaturen Spaniens Wintersonne genießen. Am Silvestertag machten wir einen sehr schönen 6 km Spaziergang nach Benidorm und durften eine großartige  feiernde Atmosphäre erleben. Kein Böllern, kein Knallen, dafür viel Musik und jede Menge fröhliche Menschen. Die spanische Tradition sagt, die Damenwelt hat am Silvesterabend rote Dessous zu tragen und um Mitternacht, bevor man sich ein Frohes Neues Jahr wünscht, gilt es, alle drei Sekunden (12 mal) eine Weintraube zu essen. Das bringt Glück und was bleibt einem da anderes übrig, als mitzumachen.

3 Tage verbrachten wir in Finestrat, danach wollten wir 2 Nächte frei stehen und wählten dafür den langen Strandabschnitt Plaja de los Pichones nördlich der bekannten Schlangenbucht, Playa del Percheles, aus. Dort fielen wir buchstäblich aus dem Wohnmobil ins Wasser und hätten eigentlich viel länger dort verweilen sollen. Denn unsere Wahl, unser Ziel für die folgenden Tage, war, wie man so schön sagt, ein Schuss in den Ofen. Zunächst mal die Fahrt: 200 Kilometer lang ging es durch die Plastikplanen-Landschaft, das tut echt weh im Auge. Aber es sind ja genug Abnehmer, auch in Deutschland,  für beispielsweise Erdbeeren im Winter, da. Das Ziel Camping Cabo del Gata. Der Nationalpark ist bestimmt sehr schön, die Gegend um den Campingplatz weniger. Letztendlich reichten uns 2 Nächte und wir zogen weiter.

Ziel: Die Wüste von Tabernas. Sie erstreckt sich auf einer Fläche von knapp 280 Quadratkilometer und befindet sich im Osten von Andalusien. Die Gegend gilt als die einzige Wüstenregion auf dem gesamten europäischen Kontinent und bietet eine fasziniernde Landschaft, die auch für einige Hollywood Blockbuster herhalten durfte. Auch der neu angelegte Campingplatz Route 66 gefiel uns sehr.

Da wir Freunde der Kontraste sind, ging es dann wieder so richtig zurück in die Zivilisation: Puerto de Almerimar. Mitten im großen Jachthafen liegt ein Wohnmobilstellplatz. Da wir inzwischen dank unserer Solaranlage losgelöst vom Landstrom parken können, erwischten wir ein Plätzchen direkt an der Hafenausfahrt. Dieses ist so richtig unser Ding, Schiffchen vom Womo aus beobachten zu können. Aber auch dieses reichte uns dann nach 2 Nächten. Wir haben uns verändert. Früher zu unseren Arbeitszeiten machte es uns nichts aus, 3-4 Wochen an einer Stelle zu stehen. Jetzt sind wir nach kurzer Zeit unruhig und uns packt relativ schnell wieder das Reise- und Fahrfieber und es wird ein neues Ziel angepeilt.

So kamen wir dann nach Granada. Ein Highlight auf unserer ersten Überwinterungstour. Am ersten Tag unseres Aufenthaltes widmeten wir uns den beiden Altstädten. Richtig, es gibt genau genommen zwei, einmal den Bereich rund um die Kathedrale und einmal den Albaicin. Beide Viertel sind sehr unterschiedlich. In der Unterstadt, rund um die Kathedrale, befindet sich ein Labyrinth von kleinen Gassen. Während sich die verwinkelten Gassen des Albaicin unterhalb der Alhambra den Hügel hinauf und hinab ziehen.Das Albaicin ist das älteste Stadtviertel und stammt auf der maurischen Zeit Spaniens. Persönlich hat uns das Albaicin besser gefallen. 

Alhambra, ihr war der gesamte nächste Tag gewidmet. Ich hatte im Internet Tickets geordert, damit auf jeden Fall sichergestellt war, dass wir das Highlight der Alhambra die Nasridenpaläste besichtigen konnten. Es war absolut beeindruckend und unsere kleinen Fotografenherzen hüpften vor Freude und Aufregung. Ein Tag muss auf jeden Fall für einen Besuch der Alhambra eingeplant werden. 

Nach Granada gab es einen Stop, den wir auch hätten streichen können. Aber so ist das nunmal bei einer langen Tour. Es kann nicht nur Highlights geben. Almunecar und weiter, es gibt nicht viel zu berichten.

Weiter ging es stramm Richtung Südwesten: Gibraltar, britisches Überseegebiet. Wir standen außerhalb auf einem sehr kleinen Campingplatz, der es uns dann ermöglichte, den endlos langen Sandstrand am 2. Tag genießen zu können. Am 1. Tag wanderten wir dann Richtung Gibraltar, entschieden uns allerdings gegen einen Besuch des Affenfelsen. Das Wetter war zu diesig und die Sicht zu schlecht, um einen Blick auf Afrika zu erhaschen. Wir beobachteten lediglich das Grenzgeschehen und die Betriebsamkeit, die bei Landung eines Flugzeugs auf dem Flughafen besteht. Sobald in Gibraltar Flugzeuge starten oder landen, herrscht für den Autoverkehr Stillstand- denn die einzige Straße ins Überseegebiet verläuft nur über die Piste. Das ist schon echt kurios.

Es folgte Tarifa, der südlichste Punkt des europäischen Festlandes. Mittelmeer und Atlantik treffen dort aufeinander. Aufgrund der Lage und der Winde ist Tarifa ein Paradies für Wind- und Kitesurfer. Uns gefiel die kleine Altstadt und der abendliche Sonnenuntergang am Strand.

Aufgrund unseres südlichsten Aufenthaltes entschieden wir uns als Ersatz für unserer verschobene Marokkorundreise wenigstens Portugal kennenzulernen. Vorab beste Entscheidung und Portugal ist auf jeden Fall einen eigenen Bericht wert. 

Da das Wetter allerdings für 2 Tage sehr wechselhaft, vor allem windig (wen wundert es) werden sollte, entschieden wir, besonders durch den kleinen Schisser in mir, auf dem Weg Richtung Portugal ein wenig  die spanische Küste zu verlassen. Wir landeten auf einem Wohnmobilstellplatz inmitten eines großen Shopping Centers. Dort standen wir äußerst windgeschützt und erfreuten uns an diversen Einkäufen. Am nächsten Vormittag ließ das Wetter es zu, mit einem Linienbus nach Jerez da la Frontera zu fahren. Von dort kommen die berühmtesten Sherrys der Welt ( ein Sherry war natürlich Pflicht). Jerez, so wird die Stadt kurz genannt, besticht durch feudales Ambiente, ein historisches Zentrum und ist außer der Hochburg des Sherrys auch der wichtigste Ort der andalusischen Pferdezucht. Ein Besuch dieser sehr schönen Stadt lohnt sich absolut.


Und das war Spanien Teil 1 - Portugal folgt - und Spoiler: Spanien Teil 2 folgt auch.











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