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Leben auf einer Farm in Südnorwegen

Veröffentlicht: 19.09.2020

1. August bis 11. September ( Teil 2):

In den nächsten Tagen wird es ein wenig trubelig. Tom und ich müssen für zwei Tage die Insel verlassen, weil eine Menge Gäste erwartet werden. Dafür bereiten wir alles vor. Wir mähen den Rasen vor unserem Häuschen, machen großen Hausputz und beziehen die Betten. Da unsere Unterkunft jetzt vergeben ist, bekomme ich das Angebot, unter freiem Himmel auf der vorgelagerten Halbinsel auf dem Felsenplateu zu übernachten. Dieses Erlebnis lasse ich mir nicht entgehen! Herrlich...rundherum blicke ich von hoch oben über das Wasser. Ich liege in meinem Schlafsack auf der Luftmatratze und blicke zu später Stunde in den klaren Sternenhimmel. Einfach nur  phantastisch 😇. 

Am nächsten Tag reisen die Gäste schon wieder ab, und wieder dürfen wir umziehen...Wir bringen das Gepäck der Gäste mit unserem kleinen Motorboot auf das Festland zur Farm. Dann helfen wir bei dem Umzug unserer Gastfamilie wieder zurück in ihr Wohnhaus. Sie hatten sich für ein paar Tage ausquartiert, um in ihrem Wohnhaus Gäste zu beherbergen. Tom zieht jetzt in die Wohnung über der "Muschelfabrik" ein, und ich darf wieder auf meine geliebte Insel zurück. 

Mitte August hat sich mein lieber Freund Lothar angekündigt. Er kommt mit seinem Auto aus Deutschland angereist. Auf dem Auto ist ein Dachzelt montiert. Unser Plan ist, gemeinsam später damit weiterzureisen. Lothar's Ankunft ist etwa um Mitternacht. Ich frage meine Gastgeber, ob uns jemand zur Insel fahren kann. Die Tage bin ich schon zwei, drei mal mit dem Motorboot gefahren... es ist nicht ganz einfach für mich gewesen, damit am Steg sanft😂 anzulegen. Mein Staunen ist groß, als mein Gastgeber mir erklärt, dass ich heute Nacht selbst das Boot fahren soll. Nun gut, vielleicht ist es ja noch ein wenig hell... dann werde ich das schon managen. Es wird immer später, und die Sterne stehen bereits am Himmel. Es ist stockfinster. Ich darf nicht darüber nachdenken, was für eine herausfordernde Bootsfahrt noch vor uns liegt. Tom leiht mir für die Nachtfahrt seine professionelle Stirnlampe, denn es gibt keine Beleuchtung am Boot. Na das kann lustig werden! Endlich kommt Lothar hier auf dem Gelände an. Ich bitte ihn, ein paar notwendige Dinge für die Nacht einzupacken. Seine Begeisterung ist eher gegen Null, als ich ihn auffordere, in das Boot zu steigen. Ich erzähl ihm lieber nicht, dass ich noch nicht oft gefahren bin...wir werden schon ankommen. Mein Gottvertrauen ist wieder mal groß 😇. Es ist also stockfinster, die Inseln auf dem Wasser sind vage zu erkennen. Dann fahren wir los🙉 Die Strecke werde ich hoffentlich finden🤭. Ich leuchte das Wasser ab und kann die aus dem Wasser ragenden Felsen mit Hilfe meines "Strahlers" erkennen. Jetzt noch geradeaus...dann kommen wir an eine rote Boje. Dort befindet sich der Steg, an dem wir anlegen müssen. Ja...wir haben es geschafft, wir sind angekommen. Welch ein Glücksgefühl😇

Nach einem entspannten sonnigen Tag auf der Insel beginnt auch schon wieder die "Arbeitswoche". Lothar ist gleich in Mitten des Geschehens und es macht ihm Freude, mitzuhelfen. 

Ein neues Projekt entsteht. Wir sollen aus Holz eine kleine Art Hütte ohne Dach für eine Toilette und eine Dusche auf der Wiese vor der "Muschelfabrik" bauen. Tom nimmt sich mit seinen konstruktiven Ideen und seiner handwerklichen Fertigkeit dieser Aufgabe an. In drei Tagen hat er das Häuschen weitgehend fertig gestellt. Für das Abflussrohr schaufelt unser Gastgeber mit Hilfe eines großen Baggers einen Graben aus. Er macht eine Pause und schaut mich an. Seine Frage: "Magst Du auch mal probieren?" kann ich nicht schnell genug bejahen. Er lässt mich einsteigen und erklärt, wie ich die Maschine starten kann. Wie sie funktioniert... das darf ich dann selbst ausprobieren. Du meine Güte🙈 fünf Hebel mit jeweils bis zu vier Funktionen. Das ist mal wieder eine echte Herausforderung. Mein Ziel ist es, eine Schaufel Erde von der einen Seite des Grabens zur anderen zu befördern. Es dauert ein Weilchen, aber am Ende habe ich es geschafft. Was bin ich glücklich über das Ergebnis 😇. Ich habe jetzt größten Respekt vor den Menschen, die diese Maschine bedienen. 

Allmählich wird es Herbst. Ich gehe immer noch jeden Morgen an unseren Steg und schwimme eine kleine Runde. Ich möchte es so lang wie möglich meinen Tag damit beginnen. Die warme Dusche im Anschluss ist immer eine Wohltat😇

Manches Mal bläst der Wind jetzt schon sehr heftig über das Wasser. Auch die Stöhmung hier im Fiord ist nicht zu unterschätzen, wenn wir mit unserem kleinen Motorboot unterwegs sind. An einem Sonntag wollen wir wieder zurück auf die Insel fahren... doch das gestaltet sich als schwierig. Der Steg, der auf dem Wasser schwimmt und am Felsen angebunden ist, hat sich auf Grund des heftigen Winds und Wellengang gelöst. Er steht jetzt quer und versperrt uns die Fahrt auf's Wasser. Ohne Hilfe sehen wir keine Möglichkeit, den Steg wieder in seine Position zurück zu bekommen. Aber da kommt Alex, einer der Angestellten hier, und richtet es wieder. Also eines ist klar, das Leben hier ist immer gut für Überraschungen😂😂😂




Antworten (2)

Sabine
Liebe Ludmilla, wo steckst du inzwischen seid ihr weiter gezogen?

Ludmilla
Liebe Sabine. Aktuell bin ich in Oslo und fliege morgen nach Antalya😇 Sonne, Sand und Meer... Auf dem Landweg ist es grad bissi schwierig😁

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