Lourdes-2022
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Auch die schönste Reise hier auf Erden geht einmal zu Ende. Die Rückreise per Rad anzugehen, ist aus Zeitgründen nicht denkbar. Wie können Räder auf Reisen transportiert werden? Am besten per Auto und Fahrradträger - diese Variante konnten wir vor 3 Jahren auf der Rückreise von Medjugorje in Anspruch nehmen. 

Per Flugzeug ist es sehr aufwändig und relativ teuer, die Räder müssen teildemontiert werden (Lenket, Pedale, Vorderrad) und verpackt werden. Eignet sich für Rennräder gut, Trekkingräder mit Gepäckträger, Lowrider usw. sind dort wohl schwierig.

Per Bahn probieren wir gerade, der Autor sitzt beim Schreiben dieser Zeilen im TGV von Lourdes nach Paris. Die Plätze für die Räder sind zu buchen, was aber die anderen Passagiere nicht hindert, trotz eindeutiger Beschilderung dort schon mal schwergewichtige Koffer abzustellen, so dass der Bereich zunächst einmal vom Zugbegleiter freigeräumt werden muss. Herrliches Chaos am Bahnhof in Lourdes!

Wie man sieht, waren wir früh genug
Der Zoch kütt
Unser Zug
Da rein
Irgendwann war der Platz für die Räder freigeräumt ...

Im übrigen ist der Bahnhof sehr sauber und gepflegt - wenn ich da an Duisburg-HBF denke ...

Per Bus mag es auch gehen, das werden wir morgen früh sehen, wenn wir in Paris in den Flixbus steigen...

Morgens hatten wir uns noch von der Grotte verabschiedet und die heilige Messe in der Anbetungskapelle gefeiert. 

Abschied von der Grotte

Nach dem Frühstück im Hotel hieß es dann: Räder bepackt und auf zum Bahnhof. Nachdem ich etliche Unwägbarkeiten mir eingeplant hatte, die samt und sonders nicht eintraten, waren wir viel zu früh dort. Irgendwann kam dann der TGV und besagtes Kofferchaos startete.

Ganz schön schnell

Bis nach Tarbes im Bummeltempo, bis nach Bordeaux zügig und danach bis Paris kontinuierlich mit hohem und höchstem Tempo (von Bordeaux bis nach Paris in ungefähr 2h) waren wir unterwegs.

Im Bahnhof Montparnasse ausgestiegen, begann unser Abenteuer "Radfahren in Paris", aber - was soll ich sagen - Mönchengladbach-Rheydt ist schlimmer, viel schlimmer: Radfahrer dürfen in Paris Busspuren benutzen, Einbahnstraße in beiden Richtungen befahren,  es gibt eine Vielzahl von eigenen Radwegen (ehemalige Autospuren), die in beiden Richt zu befahren werden, mit eigenen Ampeln; und es ist was los auf diesen Wegen: E-Scooter, E-Bikes, Fahrräder aller Art. Die Radfahrer sind dabei französisch unterwegs, d.h. rote Ampeln werden nur dann beachtet, wenn sich Verkehr nähert. Nur der Vollständigkeit halber: Bordsteine sind abgesenkt, kaum Kanten vorhanden, der Strassenbelag ist gut bis top. (Diese Schilderung bezieht sich auf die Bereiche, in denen wir unterwegs waren, ob das im weit entfernten Vorort von Paris genau so ist, weiss ich natürlich nicht.) Aber vielleicht sollten sich die Stadtplaner von Mönchengladbach-Rheydt eine Exkursion nach Paris gönnen (zur Strafe für die jetzige Situation natürlich selbst finanziert) und anschließend kompetenzbereichsübergreifend (das scheint mir bei uns ein Problem zu sein) an einem Strang ziehend einen Plan entwickeln und umsetzen - ohne Sesselpfurzerei ...

Entenjagd
Eigene Spuren für Radfahrer
Dito
Dito

Verehrter Leser, entschuldigen Sie dieses erneute Abschweifen, ich beeile mich zum Thema zurückzukommen; also Paris: es war natürlich nur ein Kurzbesuch - insofern sind 3...7 Attraktionen links liegen geblieben. Den Eiffelturm (übrigens korrodierend und daher wohl in Renovation befindlich) haben wir uns von aussen angeschaut, haben in einem Café für 8 € zwei Espresso getrunken, einen Spaziergang auf dem Marsfeld gemacht und dabei nicht dem überaus starken Trieb nachgegeben , eine Kopie des "Tour Eiffel" im Maßstab 1:1500 aus Blech und China zu erstehen. 

Das Original 

Im übrigen - man spricht deutsch; also natürlich nicht die Franzosen,  sondern die Touristen.

Danach ging auf besagten Radwegen entlang der Seine zur Basilika Notre Dame, die bekanntlich derzeit nach dem Brand in 2019 instandgesetzt und renoviert wird. Der gesamte Bauzaunbereich wird für eine Dokumentation der Geschehnisse und der Tätigkeiten bei der Renovierung genutzt - sehenswert.

Notre Dame de Paris
Ob die Türme jetzt auch mal fertig gemacht werden?
Der war auch schon hier
Was es alles noch so gibt

Von dort ging es weiter in Richtung unserer Unterkunft, die in der Nähe des Busbahnhofes in Paris-Bercy lag, von wo aus unser Bus nach Hause am anderen Morgen starten sollte.

Um es kurz zu machen: bei dem gebuchten "Trendy hostel ivry" haben wir uns nach kurzer Inspektion der Rattenköttel neben dem Tisch des Empfangs und dem Hinweis, dass Räder nur draussen auf der Strasse untergebracht werden könnten, umgedreht. Gefrustet suchten wir einen sehr guten und günstigen Imbiss in unmittelbarer Nähe des Hostels auf; der Besitzer erkundigte sich mehrfach, ob wir die draussen stehenden Räder auch abgeschlossen hätten und empfahl uns einen Sitzplatz, von dem aus wir die Räder im Blick hatten ...

Nun gestaltet sich die Suche nach einer Unterkunft in Paris im September abends um halb 9 nicht unbedingt einfach, zumal wir am anderen Morgen pünktlich am Busbahnhof zu erscheinen hatten, eine längere Anfahrt mit dem Rad sich daher nicht unbedingt empfahl. Das Internet bot in der Nähe nur noch Quartiere im höheren 3- oder auch 4-stelligen Bereich oder sagte aus, dass die Hotels komplett belegt wären.

Der Besitzer des Imbisses wusste von einem Hotel in der Nähe, welches wir als erstes aufsuchten - belegt. Nun waren wir im Bereich "Port d'Italie" an der Peripherique. Dort sind einige Hotels angesiedelt. Nummer 2 und 3 waren ebenfalls belegt. Vor Nummer 4 schickten wir ein Stossgebet nach oben - und siehe da, das Zimmer für die körperlich beeinträchtigt Personen war (als vermutlich einziges) noch frei - und bot den Vorteil, dass dort die Räder aufgrund seiner Größe mit untergebracht werden konnten  - Gott sei Dank!

Nicht schlecht, allerdings im 7. Stock
Schulungsmassnahme
Tour de Paris

Eine Möglichkeit, seine Glatze zu verbergen

Nach dem Frühstück am anderen Morgen, wollten wir die gut 3km bis zum Busbahnhof locker angehen, allerdings hatten wir nicht einkalkuliert,  dass die beiden Aufzüge im Hotel (unser Zimmer befand sich im 7. Stock) morgens ab halb acht permanent belegt sind und kein Platz da ist für den Transport von Rädern. So langsam wurde es zeitlich doch sehr eng. Was blieb? Ein Fahrrad musste durch das Notfalltreppenhaus bis nach unten transportiert werden - gesagt, getan, Taschen aufgepackt und losgefahren. Am Busbahnhof angekommen - unter französischer Auslegung der Verkehrsregeln - meinte der Busfahrer unseres Busses nach Amsterdam, er hätte keinen Hinweis auf den Transport von Fahrrädern, packte aber dann den Radträger aus - "that's no problem".

Da waren sie noch dran

Auch bei den Flix-Busfahrern findet man Allroundgenies: englisch, französisch, spanisch; dazu ein Verkauf von Kaffee oder Snacks, die Sicherheit der Passagiere im Auge genau so wie Naserümpfende-Frauen ob der um sich greifenden Düfte der Bustoilette, die der Fahrer mit dem entschuldigenden Hinweis auf die Versäumnisse des Vorgängers während eines kurzen Haltes reinigte - Hochachtung vor diesen Menschen!

Nach knapp 8h Busfahrt (incl. einigen Pausen) stiegen wir in Utrecht um in den nächsten Flixbus, der uns dann nach Isselburg bringen sollte.

Von dort ist es nur noch ein Katzensprung von 15km nach Hause, den wir wieder per Bike erledigten.

Eine lange Reise ging damit zu Ende.

Doch ist sie das wirklich? Oder wirkt Lourdes, die Gottesmutter nicht weiterhin in unseren Herzen, nimmt uns als Mutter an die Hand:  "Sohn, siehe deine Mutter", wie Jesus uns Maria als Mutter gegeben hat. Und ist es nicht so, dass das Wasser von Lourdes gleich dem Wasser, welches bei Jesu Tod am Kreuz aus seinem Herzen strömte, eine Quelle des Heils darstellt, so wie es Maria der Bernadette gesagt hatte? Oder, um mit dem heiligen Papst Johannes Paul II. zu sprechen: die wirklichen Veränderungen finden nicht in den Schaltzentralen der Mächtigen statt, sondern ereignen sich in den Gebetsstätten.







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