Veröffentlicht: 29.06.2025





















Die freundliche Border Control ist überraschend zügig und nach insgesamt etwa 30 Minuten Wartezeit können wir zu unserem Hotel fahren, wo wir die erste Nacht verbringen. Aufgrund von zwei aufeinander folgenden Nächten sind wir gut ausgeschlafen und ohne Jetlag-Anzeichen.
Unser Hotel ist in unmittelbarer Nähe des Union Square, nicht weit vom Dragon Gate, einem Tor am Eingang zum Stadtteil Chinatown, und ein idealer Ausgangspunkt für eine Stadttour. Wir starten bei Sonnenschein und frischen 14 Grad Celsius in den Tag – das wollen wir auskosten, denn unsere Route führt uns durch vier Klimazonen und die heißeren Etappen haben wir noch vor uns. San Francisco verfügt über die letzte Kabelstraßenbahn der Welt, und deshalb fahren wir in den frühen Morgenstunden mit dem ersten Cable Car der Powell/Mason Line in Richtung Bay und spazieren zur berühmten Lombard Street, von wo aus man einen großartigen Ausblick sowohl auf den östlich gelegenen Coit Tower als auch auf Alcatraz im Norden hat. Das ursprüngliche Gefälle der Lombard Street von 27% wurde bereits 1922 durch schön angelegte Serpentinen auf 18% entschärft – nach wie vor sehr steil. Mit acht Kurven auf nur 145 Meter gilt sie als kurvenreichste Straße der Welt gilt.
Anschließend geht es weiter mit dem beliebten Cable Car der Powell/Hyde-Line bis zum Wendepunkt beim Hafenviertel Fisherman’s Wharf, an dem die traditionellen Fahrzeuge auf einem sogenannten Turntable vom Fahrer händisch umgedreht werden. Mit den Kabelstraßenbahnen fährt man am Besten in der Früh, wenn sie noch fast leer sind, da man später am Tag keinen Platz mehr bekommt, sofern man sich nicht 2 Stunden an einem der Start-End-Punkte in die Schlange stellen möchte.
Im Hafenviertel Fisherman’s Wharf liegt das Pier 39, eine 300m lange ehemalige Bootsanlegestelle und heutige Touristenattraktion. Am Pier beobachten wir die aufgeweckten Seelöwen und spazieren über die Holzstege mit ihren bunten Gebäuden. Ein lustiges Highlight heute ist die „Fire Engine Tour”: wir fahren mit einem dachlosen Oldtimer-Feuerwehrauto vorbei am Palace of Fine Arts durch das Presidio über die kultige Golden Gate Bridge bis zum Fort Baker. Nach der amüsanten Tour geht es mit dem fahrerlosen Robo-Taxi von Waymo zum 64 Meter hohen Coit Tower auf dem Telegraph Hill, der (passend zur „Fire Engine Tour“) zu Ehren der Freiwilligen Feuerwehr errichtet wurde. Die hierfür erforderliche Waymo App ist in Österreich nicht verfügbar und kann nur mit US Apple ID installiert werden. Der 360-Grad-Ausblick vom Coit Tower ist beeindruckend.
Nach der Besichtigung des Turms gehen wir die wunderschön begrünten Greenwich Steps hinunter zur Promenade „The Embacadero“, die entlang der San Francisco Bay verläuft, von wo aus wir weiter zu den Painted Ladies fahren, einer bunten viktorianischen Häuserzeile am Alamo Square, die spätestens seit der Serie „Full House“ weltweite Berühmtheit erlangte. Der malerische Alamo Square ist auf einem der vielen Hügel gelegen und bietet neben den Painted Ladies einen tollen Ausblick auf die Innenstadt von San Francisco.
Im Anschluss geht es mit dem Bus zurück zum Hotel. Die Fahrt wird unterbrochen, als ein anderer Bus die Haltestelle blockiert, offenbar ist er ohne Fahrer, obwohl es kein Robo-Bus ist. Die Ablöse ist nicht erschienen und der vorherige Fahrer ist schon am Weg in den wohlverdienten Feierabend, wobei er die Passagiere sich selbst überlassen hat. Unsere Fahrerin versichert uns etwas unbeholfen, dass sie uns, rund 40 Gäste, zwei Meter vor der Haltestelle nicht aussteigen lassen könne, da sie sonst haftbar gemacht würde, wenn beim Aussteigen jemandem etwas zustoßen sollte, woraufhin ein kleiner Tumult ausbricht. Zum Glück einigen wir uns nach 10 Minuten einstimmig darauf, die Station auszulassen, denn überholen ist erlaubt.
Eine skurrile Situation, denn der Waymo von vorhin hatte keinerlei Bedenken uns mitten auf der Straße ein- und aussteigen zu lassen. Hier prallen zwei Welte aufeinander, die nicht unterschiedlicher sein könnten. Letztendlich haben wir es zurück zum Hotel geschafft. Ein schöner, ereignisreicher und spannender erster Tag geht zu Ende.
