San Francisco
Die freundliche Border Control ist überraschend zügig und nach insgesamt etwa 30 Minuten Wartezeit können wir zu unserem Hotel fahren, wo wir die erste Nacht verbringen.


Veröffentlicht: 29.06.2025
Zu meiner Überraschung fährt das autonome Fahrzeug zügig durch die Straßen von San Francisco – etwas ungewohnt, wenn man das Fahrzeug üblicherweise selbst steuert. Wie hier das ethische Dilemma autonom fahrender Autos und die Entscheidungsfindung beim sogenannten „Trolley-Problem“ in der Praxis aussehen würde, haben wir zum Glück nicht herausgefunden.
Exkurs: Dieses moralphilosophische Gedankenexperiment ist zutiefst europäisch und gipfelt in der Gegenüberstellung des Utilitarismus mit Kants kategorischem Imperativ aus der Pflichtethik. Das „Trolley-Problem“ beschreibt den Fall eines Weichenstellers, der durch das Stellen einer Weiche viele Menschenleben auf Kosten eines einzigen Menschlebens retten kann. Gemäß Vertretern des Utilitarismus müsste er die Weiche stellen, da in der Konsequenz weniger Menschen sterben. Nach Kants Pflichtethik wäre das aktive Umstellen der Weiche ein klarer Verstoß gegen die universelle Regel und Maxime, niemanden zu töten.
Im Land der Träume schafft man Fakten, bevor man sich um Probleme kümmert, die das zukünftige Ich lösen muss. Die Vorteile autonomer Autos sind schwer zu beziffern und werden unser Leben drastisch verändern. Um auf das „Trolley-Problem“ zurückzukommen: vermutlich hat das Waymo-Auto keine eindeutige Antwort darauf. Waymo hat jedenfalls gute Chancen, das nächste amerikanische „The Winner Takes It All“-Unternehmen zu werden. Das Unternehmen scheint einen gigantischen Vorsprung vor den großen Automobilherstellern zu haben. Wir haben uns während der Fahrt weitgehend sicher gefühlt. Wann Robo-Taxis wohl nach Europa kommen?
