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Kampala saugt mich ein

Veröffentlicht: 16.08.2016

Ein weiterer entspannter Urlaubstag in Kampala. Gestern hab ich mir dann noch fuer 13 (!) $ eine SPA Mani- und Pedikuere gegoennt. Jaa, ich weiss doch, ich bin nicht nach Afrika gekommen um mir ein Beauty Treatment zu geben, aber es war bitter noetig, glaubt mir!

Heute morgen sass ich, wie fast jeden Tag in meinem kleinen, suessen Cafe um die Ecke und habe endlich entschieden wie es nun weitergeht. Ja, wie der Titel verraet hat Kampala angefangen mich an sich zu binden, und ich als absoluter Bindungsphobiker muss jetzt schnell die Flucht ergreifen. Deswegen geht es morgen nach Jinja (die Abenteuerstadt Ugandas). Dort werde ich fuer "Child Hope Ministries" arbeiten, das Projekt beschaeftigt sich hauptsaechlich mit Unterstuetzung von Strassenkindern. Weitere Infos zum Projekt gibts, wenn ich dann da bin.

Gegen mittag wollte ich an einer kostenlosen Kampala-by-foot-Tour teilnehmen, konnte im ganzen Chaos den Tour-Guide aber nicht finden! Naja ich wusste, dass irgendwo um die Ecke der grosse 'Owino Markt' sein muss, also hab ich mich einfach mal auf die Suche gemacht. Nach 15 Minuten habe ich den Markt dann gefunden und es war schon krass. Super voll, tausend kleine Eingaenge, soo viele Menschen und ich als einzige "Muzungu" (heisst so viel wie weisser Mensch und schreit dir jeder hinterher, ich dacht schon zwischendurch dass sei mein richtiger Name).

Das waer auf jeden Fall ein super Moment fuer eine gekonnte Panikattacke gewesen, aber nach 5 Minuten hatte ich mich an den Trubel gewoehnt. In Shopping-Laune war ich trotzdem nicht, es passt einfach nichts mehr in meinen Backpack und ich brauche auch nichts. Naja fast haette ich fuer 30 Cent eine DVD mit einer Kopie des neuen Tarzanfilms gekauft, aber ich wuerd den Film lieber in guter Quali sehen und ohne Popcorn-Knister-Geraeusche.

Habe mir dann ein boda-boda zurueck gegoennt und dabei festgestellt: also wenn ihr euch um irgendwas was mich angeht Sorgen machen wollt, dann, dass ich hier ueberfahren werde oder mit dem boda-boda verungluecke. (nicht meiner Oma sagen, die kriegt nen Nervenzusammenbruch)

 Der Verkehr ist verrueckt und ich bin schon so angepasst, dass ich auch einfach ueber die Strassn laufe getreu dem Motto "Das Motorrad wird schon abbremsen, ich gehe einfach mal los". Plus die boda-bodas sind echt gefaehrlich, die fahren oft wie bekloppt. Ein Typ hat er mir erzaehlt, dass er allein in den letzten zwei Wochen zwei Menschen hat sterben sehen beim boda-boda fahren. Ohje warum erzaehl ich das eigentlich? ICH passe natuerlich auf und entscheide mich immer fuer die "Safe-boda-boda-driver", die haben sogar Helme! 0:-) und es macht einfach so einen Spass! Plane einen Motorrad-Fueherschein wenn ich zurueck komme.


Kleine Anregung zwischendurch:

Hatte heute morgen ein interessantes Gespräch mit zwei Mitreisenden:

Es ging darum, wass man so durchs Reisen für Erkenntnisse gewinnt oder inwiefern man sich verändert wenn man aus der 'westlichen Blase' austritt. Wir sprachen ueber die typischen Dinge wie Dankbarkeit, Ansprueche, Gewohnheiten. Es fiel unter anderem der Begriff Demut. 

Was ist Demut genau? 

Google sagt: "Die Bereitschaft, etwas als Gegebenheit hinzunehmen, nicht darueber zu klagen und sich selbst eher als unwichtig zu betrachten." 

Das klingt ziemlich christlich in meinen Ohren und ich stimme dem ganzen nur teilweise zu. In einigen wenigen Situationen sollte man sich selbst wirklich auch mal zurueckstellen koennen. Ansonsten: natürlich ist es wichtig, dass man lernt, die Dinge zu akzeptieren, die man nicht ändern kann. Aber niemals würde ich jemandem dazu raten, sich selbst als eher unwichtig zu betrachten. Ich bin einfach kein Fan von dieser Opfermentalität wie sie einem durch das Christentum auferlegt wird und folge da wher der buddhistischen Sichtweise. Die Buddhisten sehen das ganze naemlich eher so: ALLES ist eins. Alles was existiert ist miteinander verbunden. Somit ist es wichtig, mit anderen Menschen, Tieren, Pflanzen, ja sogar Gegenständen gut umzugehen. Aber das gleiche gilt auch fuer uns selbst. Wir sind ein Teil des Ganzen, wenn wir uns selbst schaden, schaden wir also dem Ganzen. Also sollte jeder an einer gewissen Flexibilität arbeiten, aber ein gesunder Egoismus ist nichts falsches! Amen.


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Antworten (2)

Juliane
Hach, I love you!

Lisa
Haha und ich dich!