# 16 Bonner Geschichten
zu 7: Ute hat uns dringend angeraten, auf dem Weg in Remagen einen Stopp einzulegen und das Hans Arp Museum zu besuchen. Das wurde im Jahr 2007 im Ortsteil Rolandseck im...

Veröffentlicht: 03.05.2025
























Wir wollen ein paar Tage Ruhe haben und überspringen daher die Metropolregion Köln, Düsseldorf und Duisburg.
Der Niederrhein kurz vor der holländischen Grenze ist unser Ziel. Die Stadt Emmerich weist einen Stellplatz am Yachthafen für 75 Wohnmobile aus und wird sehr gut beschrieben.
Wenn er uns zusagt, werden wir über den 1. Mai bleiben und das gute Wetter genießen. Das zeigt sich nämlich von der besten Seite und soll auch bis zum kommenden Wochenende so bleiben.
An der Eingangsschranke springt uns sofort der Platzwart entgegen und weist uns freundlich in den Platz ein. Die 1. Reihe mit Blick auf das Hafenbecken ist zwar besetzt, aber ansonsten ist noch alles frei verfügbar. Es stehen vielleicht 10 – 15 Mobile in der 1. und 2. Reihe (das sollte sich in den nächsten Tagen ändern).
Der großzügig angelegte Platz bietet Strom an jedem Platz, der Untergrund ist frisch geschottert oder grüne Wiese. Die Sanitärgebäude teilen sich die Wassersportler und die Wohnmobilisten.
Wir sind jetzt am Ziel der Reise angekommen. Der Lauf des Rheins war ja unsere Vorgabe und der fließt an dieser Stelle in die Niederlande ein. An der Stelle beginnt dann auch die Verwirrung. Wenige Kilometer hinter der Grenze heißt er noch Rhein, bis dann nahe der Ortschaft Pannerden sich das Wasser teilt und der Hauptstrom plötzlich zum Fluss „Waal“ wird und die Abzweigung die Bezeichnung „Pannerdenscher Kanal“ trägt. Der wiederum heißt ab Arnheim dann „Nederrijn“, womit der längste deutsche Fluss wieder zu seinem Namen kommt. Das allerdings auch nur für kurze Zeit, bevor dann aus dem Nederrijn der Fluss „Lek“ wird.
Ich bin verwirrt. Also, die Holländer haben uns den Rhein geklaut.
Deshalb folgen wir dem Wasser jetzt auch nicht mehr und werden unsere Reise hier beenden.
Aber vorher gibt es noch 4 Tage bestes Camper-Wetter über den 1. Mai.
Zunächst gilt es, die naheliegende Stadt Emmerich zu erkunden. Über das Wahrzeichen der Stadt, die „Golden Gate Bridge“ sind wir ja gestern schon gefahren.
Die Stadt hat 30000 Einwohner und man könnte meinen, dass die sich ihrer schönen Lage am Rhein bewusst sind und diese auch in Szene setzen.
Weit gefehlt. Als wir mit dem Rad durch die Fußgängerzone fahren, fühlen wir uns wie in einer Geisterstadt. Durch Zufall entdecken wir dann einen Durchgang zur Rheinpromenade, die sich eigentlich großzügig und sonnen freundlich darstellt. Aber was haben die daraus gemacht? Häuserruinen und Leerstand laden nicht gerade zum Verweilen ein. Die wenigen Lokale (Eisdielen, Restaurants) sind von Radfahrern gut besucht, aber Gemütlichkeit geht anders.
Die Menschen, die uns hier begegnen, strahlen eine gehörige Portion Pessimismus und Gleichgültigkeit aus.
Hier wollen wir nichts weiteres erkunden, sondern schnell zurück zum Yachthafen und den Grill anschmeißen.
Der Platz hat sich ziemlich gefüllt, man spürt den nahenden Feiertag. Und dafür haben wir auch einen Plan entwickelt. In nur 3 km Entfernung liegt der Golfplatz Borghees, wo wir eine 9 – Loch Runde spielen werden.
Der Platz liegt unmittelbar an der niederländischen Grenze, daher spielen auch viele Holländer dort. Aber die Platzbelegung ist sehr übersichtlich und so können wir nach ein paar Schlägen auf der Driving Range gegen 14.00 Uhr ohne große Reservierung mit unserer Runde beginnen.
Über das Ergebnis schweige ich lieber, wir haben auch einige Bälle gut getroffen.
Das Bier im Anschluss auf der Terrasse war ausgezeichnet und hatten wir uns auch verdient.
Zurück am Platz mussten wir feststellen, dass noch mehr Mobile angekommen waren und der Platz nun nahezu vollständig belegt war. Man beginnt dann ja unweigerlich mit der Beobachtung der Neuankömmlinge. Was sind denn das für Leute, welche Mobile fahren die denn, machen die einen sympathischen Eindruck?
An der Stelle wird es mir ein wenig mulmig.
Erste Erkenntnis: Es sind überhaupt keine Kinder auf dem Platz
Zweite Erkenntnis: Dafür Unmengen an Hunden
Dritte Erkenntnis: Es gibt gibt überall einen Klugschnacker, der alles weiß
Vierte Erkenntnis: Neuankömmlinge richten als erstes die Fernsehantenne aus
Fünfte Erkenntnis: In der Regel ist die Toilettenentsorgung und der Abwasch Männersache
Sechste Erkenntnis: Die Campergemeinde teilt sich in mit und ohne Hund (manchmal auch 4 Hunde)
Siebte Erkenntnis: Man steht unter ständiger Beobachtung
Jetzt aber genug gelästert. Wenn man an diesem Punkt angekommen ist, wird es Zeit, nach Hause zu fahren.
Bis Samstag werden wir noch bleiben, weil das Wetter bis dahin gut bleibt. Am Sonntag folgt ein Temperatursturz, den wir lieber zuhause erleben wollen.
Am Freitag gibt es noch eine Entdeckungsfahrt mit dem Rad nach Holland. Wie bereits oben beschrieben, wollen wir dem Rhein bis zu seiner Trennung noch folgen und fahren auf den ausgezeichneten Radwegen in Holland bis nach Pannerden. Unterwegs passieren wir herrliche Promenaden (Tolkamer) am Rhein, die ich mir auch in Emmerich gewünscht hätte.
Geht doch!
Überhaupt gefällt mir die Leichtigkeit der Niederländer. Es geht alles viel gemütlicher zu. Die Straßen und Radwege sind in vorzüglichem Zustand und sind sehr gut beschildert. Diesen Eindruck hatten wir ja schon im letzten Jahr, als wir 14 Tage rund ums Ijsselmeer gefahren sind.
Als Abschluss besuchten wir am Freitag Abend das griechische Lokal „Artemis“, nur 2 km vom Yachthafen entfernt und hatten eine gute Wahl getroffen.
Nach 40 Tagen unterwegs freue ich mich auf zuhause.
