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#06 Das Haus am See

Veröffentlicht: 04.04.2025

Fahrt
Allgäuer Hügellandschaft → … → Orta San Giulio
A 13
Unterkunft
Camping Cusio
Zelt · Orta San Giulio
Sehenswert
Orta San Giulio
Orta San Giulio, Italien
Attraktion
Sacro Monte di San Francesco
Orta San Giulio, Italien
Sehenswert
Ortasee
Orta San Giulio, Italien


 … einer meiner Lieblingsgedanken

 (… meine 100 Enkel spielen Cricket aufm Rasen, 

wenn ich daran denke, 

kann ich`s eigentlich kaum erwarten...)


Aber da müssen wir erst mal hin.

Mittwoch Morgen, halb 8 Uhr, wir stehen auf. Ich kann mich nicht erinnern, in den letzten Monaten so früh aufgestanden zu sein. Aber die Sonne scheint bereits und wir haben was vor uns. 

Bergetappe.

Alles ist vorbereitet und los geht die Fahrt durch die Allgäuer Hügellandschaft nach Bregenz. Hier müssen wir uns ein wenig gegen das Navi entscheiden, dass will uns nämlich auf österreichische Autobahnen lenken. Uns ist die Schweiz aber lieber, da wir ja die Vigniette haben.

Wir überqueren einen sehr geraden Flusslauf, der sich als oberer Rhein vorstellt.


Oberer Rhein

 Der ist hier so was von begradigt und fließt schnurstracks in den Bodensee. Kaum zu glauben, dass er genügend Kraft mitbringt, um auf der anderen Seite des Sees wieder raus zulaufen.

Die Autobahn A 13 (und Europastraße) verläuft immer parallel zum Rhein, den man nun auch ursprünglicher und wilder sieht.

Die Schweizer Autobahn fährt sich super angenehm (wie fast jede Autobahn im europäischen Ausland), keine Raser und Tempolimit von 120 km/h. Daran hält sich jeder, will man doch nicht einer scharfen Kontrolle ausgeliefert sein. Es ist immer wieder angenehm im Ausland Auto zu fahren. Die deutsche Autobahn ist dagegen furchtbar, jeder drängelt und will der schnellste sein. Da hätte ich mir von der vergangenen Regierung mehr Mut erwartet.

Die Autobahn wird irgendwann einspurig und steigt an. Wir nähern uns dem Bernardino Tunnel, auf der anderen Seite beginnen die südlichen Alpen und in der Regel das bessere Wetter (aber da müssen wir uns heute nicht beklagen, beste Verhältnisse).

Und noch etwas ist anders – auf den Hängen liegt noch Schnee und die Temperaturen werden immer weniger.

Hinter dem Berardino Tunnel

Hinter dem Tunnel steuern wir einen der wenigen Parkplätze mit Toilette an. Und die hat`s in sich. Eine sehr saubere Raststätte und auch der Eingang zur WC Anlage ist vorbildlich. Als ich dann die Tür zur Toilette öffne, sehe ich eine hypermoderne WC Schüssel für Elefanten.

Na ja, jedenfalls ziemlich groß und ziemlich sauber.

Schweizer Aotobahntoilette

Hinter dem Tunnel geht`s in Serpentinen rasant bergab (wäre da nicht der langsame LKW vor uns).

Dann geht es eben gemütlich bergab, wir haben ja Zeit.

Der Rest ist schnell erzählt – die Route führt am Westufer des Lago Maggiore entlang. Das ist wirklich eng und der vorhandene Platz mit Villen und Prestigeobjekten zugebaut. Da die Straße immer eng am See entlang führt, kann man die Fahrt genießen, auch wenn es langsam voran geht.

Der Lago gehört im Nordteil zur Schweiz, die italienische Grenze überquert man hinter dem Schweizer Ort Brissago und schlagartig werden die Straße schlechter.

 Unser Ziel liegt aber an einem anderen See – dem Ortasee westlich vom Lago Maggiore. Zwischen beiden Gewässern zieht sich ein hoher Berg, so dass der Gedanke mit dem Rad zum „Lago“ zu fahren ein jähes Ende erfährt.

 Wir haben uns einen Campingplatz in Orta San Giulio ausgesucht und den steuern wir auch an. Direkt am See (und damit auch direkt an der Straße) liegen andere Campingplätze, die auch schon gut besucht sind. Wir haben nix gebucht und hoffen auch ein Plätzchen.

Der Camping Cusio liegt ein wenig abseits der Straße, etwas versteckt. Die sehr freundlichen Besitzer sind zuvorkommend und weisen uns einen großen Platz zu. Die Anlage hat erst gestern, am 01.04. wieder geöffnet und wir sind die 4. Besucher.

 Nachdem wir uns organisiert haben, müssen wir den Ort erkunden. Also Räder raus und los gehts. Das Wetter lässt heute noch zu wünschen übrig. Dicke Jacke und Mütze sind Pflicht.

 An der Rezeption erfahren wir, dass der Ort San Giulio eine schöne Promenade mit Einkehrmöglichkeiten besitzt. Außerdem stehen auf dem Berg eine Kirche und 18 Kapellen, die das Leben und das Wirken von Franz von Assisi nachzeichnen. Die ganze Anlage ist ein Unesco Weltkulturerbe. Das wussten wir gar nicht, macht uns aber neugierig.

Heute bei gerade mal 10 Grad ist kaum jemand im Ort anzutreffen.

Mal sehen, wie das morgen aussieht. Da soll es warm werden und die Sonne scheinen.

... mit dicker Jacke und Mütze

Und so ist es.

Schon am Morgen ist es warm und man kann im T-Shirt draußen sitzen. Das ist auch die Wahl beim Ankleiden für den Wandergang zum Franz von Assisi. Vorher aber kann man die Landzunge auf einem Fußweg direkt am Ufer des Ortasee umrunden. 

Und das ist ein echt schöner entspannter Spaziergang, zumal kaum Leute unterwegs sind. Wir genießen die Aussicht über den See und die Bebauung am Ufer.

Und da kommt auch der Gedanke (siehe Titel des heutigen Blogs).

Zurück im Ort ist es heute deutlich lebhafter. Ganze Busladungen sind angekommen und haben die Besucher ausgeschüttet.

Ob die auch alle oben auf dem Berg sind?

Nein, denn dazu muss man einen ziemlich steilen Aufstieg auf sich nehmen, Aufstiegshilfen gibt es nicht. Also nur wer gut zu Fuß ist, ersteigt die 100 m Höhenunterschied und kommt in den Genuss der Besichtigung der „Sacro Monte di San Francesco“. Die besteht tatsächlich aus 18 unterschiedlichen kleinen Kapellen mit Wandmalereien und Figuren, die den Werdegang von Franz v. Assisi abbilden.

Tatsächlich ist es auf dem Rundgang sehr ruhig und beschaulich. So kann man die Fresken aus dem 17. Jahrhundert in Ruhe ansehen und den Rundgang abschließen.

Und zwischendrin gab es den einen oder anderen Aussichtspunkt, von dem man über den See und die Landschaft blicken konnte.


Insel im See ... auch nicht schlecht

Das war jetzt aber genug Kultur für den Anfang.

Zurück am Womo kamen die Campingstühle zum Einsatz und die restliche Sonne dieses Tages schien auf unsere ermatteten Körper.


Noch ein paar Gedanken des Tages: Wir sind ja in Italien und wenn mehr als 2 Italiener zusammen stehen, beginnt eine angeregte, dauerhafte Unterhaltung. Jeder übertrifft sich mit der Stimme, die laut ist und der Vergleich zum Sing-Sang aufdrängt.




Auf einen Blick

Automatisch aus dem Beitrag extrahiert
Dauer
2 Tage
Wetter
Frühling · 10°C
EntspannendKulturell
  • Fahrt durch die Schweiz über den Bernardino-Tunnel
  • Camping Cusio in Orta San Giulio
  • Spaziergang um die Landzunge am Ortasee
  • Besuch des Sacro Monte di San Francesco mit 18 Kapellen
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