Surfer Hotspot Imsouane
Manchmal ist das Leben lustig, denn über Camping Apps kommt man an Plätze, die andere Reisende wohl so nie besuchen würden. Einer dieser Orte ist Imsouane. Den Surfern unter...

Veröffentlicht: 22.02.2024
Schade, dass hier so reduziert wird, denn natürlich bietet Essaouira alles, was wir aus Meknes oder Chefchaouen schon kennen, doch so ganz verstehe ich diese Bemerkung in dem Guide nicht.
Mir hat die Stadt gut gefallen, sie hat ein mildes Klima und IMMER WIND! Daher ist es nicht ungeschickt, wenn man eine Jacke dabei hat, wenn man am frühen Morgen durch die schönen Gassen schlendert. Die Stadt lädt zum Schlendern ein, denn sie hat neben dem exzellenten Fischmarkt am Hafen auch einen tollen Souk zu bieten. UND natürlich ganz viele Geschäfte, in denen man Produkte aus der Region kaufen kann: Arganöl und Kosmetik mit Arganöl, Schnitzereien, Intarsien, Körbe und alles aus Geflecht, Kleidung, Decken und natürlich die Teppiche.
Wir waren auf der Jagd nach den besten Mitbringseln und sind hier direkt fündig geworden, natürlich waren da auch Sachen für uns selbst mit dabei, doch eines ist klar, je weiter vom Fischmarkt weg, desto günstiger wird es. Wieder finden sich die Anbieter mit teilweise exakt den gleichen Waren direkt neben einander, doch das stört nicht.
Mogador oder eben Essaouira besticht durch eine Mischung aus marokkanischer und europäischer Architektur, es gibt die Intarsienschnitzerei an der Tür, dazu die Türstöcke aus Stein und Fliesen, doch das erklärt den Charme nur halb. Die Stadt ist als Anlage mit der Medina Teil des UNESCO Weltkulturerbes, sie ist wunderschön und immer besucht, doch auch das trifft nur halb, was diese Stadt ausmacht.
Wo ich in Venedig oft den Eindruck hatte, dass die Leute in den Läden einfach nicht herzlich sind, sehe ich hier das krasse Gegenteil. Die Leute sind freundlich, sie wollen natürlich etwas verkaufen, doch sie sind nie unhöflich dabei.
Mir hat das kleine Café am Eck sehr gut gefallen, in dem Christian sich einen Espresso gegönnt hat, ich wollte einen frischen Saft. Es war alles so frisch, das würde in Europa so nie passieren. Das ist für mich Marokko, es ist authentisch, höflich und es stört mich nicht, wenn ich für ein frisches Produkt dann eben länger warten muss.
Besonders bewegt hat mich der stumme Bäcker, dem wir am Tag zuvor zwei Pfannkuchen abgekauft haben. Er hat sie uns extra warm gemacht und sich gefreut, dass jemand bei ihm etwas kauft, denn viele sind an ihm vorbeigegangen, weil er sich eben nicht verständlich machen konnte.
Der Barber, der Christian den besten und wohl überlegtesten Haarschnitt seines Lebens verpasst hat, war auch wunderbar! Er hat mit Rosenwasser gearbeitet und wirklich super geschnitten, wo bei meinem Mann ein wenig Wildwuchs zu finden war, er wollte dann zuerst keinen Preis nennen, es war echt nett!
Im Souk haben wir dann Gemüse und Gewürze aufgestockt und haben ein gutes Mittagessen von einem der dort ansässigen Lokale bekommen, der Fisch wurde frisch gekauft und dann für uns zubereitet.
Dort habe ich auch den ersten Teppich meines Lebens gekauft, ein Berberteppich, den wir daheim weiter verwenden, aktuell liegt er im Gang von Palumbi. Ich hatte mich bisher immer so gegen die Klischees gesträubt, der Preis war auch nicht wenig, aber die Qualität ist gut. Wir hätten den Teppich irgendwo in der Wüste oder im Atlasgebirge bestimmt günstiger bekommen, doch das ist für mich nicht wichtig, denn ich wollte damals eben noch keinen Berberteppich kaufen.
Einkaufen ist in Marokko im Vergleich so erstaunlich günstig, es verleitet beinahe zum Shoppen, doch wir können es nicht übertreiben, denn wir haben einfach nicht viel Platz!
Ich mag Marokko sehr!
