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No damage … Bye!

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Meine zweite Wwoofing Stelle war im Nichts. Tiniroto besitzt ganze 40 Einwohner, die Nachbarn sind schon nicht mehr zu sehen und die Schule besteht aus 15 Schülern. Es gibt keine Geschäfte, Cafés oder Tankstellen. Hätten wir das vorher gewusst wären wir wohl nicht dorthin zum Arbeiten gefahren. Gestartet hat das ganze schon mit einem Missverständnis. Wir wollten Geld, sie wollte kostenfreie Arbeitskräfte. Die Anzeige haben wir falsch verstanden, und statt Mindestlohn gab es Unterkunft und Verpflegung.


Abgesprochen war das wir um fünf Uhr bei Michelle sind. Ihr gehört ein Haus mit Kneipe und nem Haufen Tiere – alles wobei sie Hilfe braucht. Wir waren pünktlich da, sonst aber niemand. Auf Nachfrage hat sie uns dann mitgeteilt das sie sich verspäten würde. Sie wäre gegen halb acht da, wir sollten doch einfach schon mal in den Garten gehen und mit den Welpen spielen. Sechs 5 ½ Alte Welpen hat die Familie – Ergebnis eines Ausrittes bei dem die Hündin einen Spielkamerad gefunden hat.


  



Aus halb acht wurde dann schnell neun und Hannah und ich saßen schon im Auto und waren am überlegen wie wir eine nette Nachricht formulieren könnten, das wir jetzt wieder fahren weil vier Stunden warten selbst für Neuseeländische Verhältnisse ziemlich lang sind. Bevor wir fahren konnten kam sie dann aber, hat uns kurz hallo gesagt und ist auch gleich verschwunden. Ihre Freundin die die ersten Tage zu Besuch war hat uns dann rum gezeigt, mit uns zu Abend gegessen und uns dann um zehn noch unfassbar viel spülen lassen.


Am nächsten Morgen wurde uns von Michelle kurz gezeigt wie der Rasenmäher funktioniert (auch so eine Erfindung von Satan) und dann war sie weg und wir den ganzen Tag alleine. Rasen mähen klingt ja erstmal nicht schlimm. Aber zum einen musste dieser Rasenmäher über eine Schnur gestartet werden, die nie beim ersten mal funktioniert hat, und zum anderen hat Michelle unfassbar viel Land und ständig geht es bergauf und bergab. Nach vier Stunden Rasenmähen haben wir nachgefragt ob wir denn was kochen dürften oder ob sie kalte Getränke hätte (hat sie definitiv – hat ja schließlich ne Kneipe). Die Antwort war dann das wir Toast haben können, Wasser oder Tee. Tee?! Bei knapp 30 Grad??


An dem Tag hatten wir beide Kopfschmerzen, ich lag irgendwann mit Migräne flach und hab mich erstmal spät abends übergeben und uns war beiden klar, das wir nicht die vereinbarten zwei Wochen bleiben wollten. Unser Zimmer war auch nur eine kleine Kammer mit zwei Luftmatratzen und nem Fliegenfriedhof.


 

 

Naja, die nächsten Tage wurden nicht viel besser. Michelle war in der Regel weg bevor wir aufgewacht sind, hat uns dann einen Zettel geschrieben mit Aufgaben und kam irgendwann wieder, hat nicht mal hallo gesagt und nur mit uns gesprochen wenn man sich zufällig begegnet ist. Dazu hatte sie wohl das Gefühl das wir sehr hart arbeiten wenn wir morgens die Kneipe und Küche wischen / saugen und spülen. Mehr gab es in der Regel nicht zu tun. An sich ja nicht schlimm, aber es gab halt auch sonst nichts zu tun in dem Ort, weshalb die zwei Wochen doch schnell langweilig wurden.


An unseren freien Tagen haben wir uns mit Snacks eingedeckt, weil Michelle und ihre Familie irgendwie nicht essen. Entsprechend gab es in zwei Wochen nicht einmal eine richtige Mahlzeit und offensichtlich war auch nichts im Haus das wir uns kochen konnten oder durften. Der eigentliche Sinn von einer Wwoofing Stelle ist das der Backpacker der Familie unter die Arme greift, und im Gegensatz dazu Unterkunft, Verpflegung und 'cultural exchange' (heißt auf deutsch??? Keine Ahnung ..) bekommt. Bei Michelle gab es nur Verpflegung.


 

Als wir nach zwei Wochen letzten Montag dann wieder aufgebrochen sind, gab es kein tschüss oder danke, nicht mal einen Zettel. Als wir aufwachten war die ganze Familie weg, den Hund haben wir in der Kneipe gefunden und nachdem wir dann eine Nachricht hinterlassen haben sind wir auch los. Toast gab es auch nicht mehr im Haus also sind wir mal wieder hungrig zum nächsten Countdown (in Gisborne gut 60km entfernt) gefahren und haben erstmal alles mögliche eingekauft.


Erfindung unsererseits: Schokolade bei dem Wetter kaufen ist wirklich nicht schlau. Bevor wir das Papier auf hatten, ist die auch schon geschmolzen. Wenn man die aber in einer Tüte vor die Klimaanlage hängt, wird sie tatsächlich wieder hart und essbar!

 

Wir wussten nur das wir am Donnerstag in New Plymouth sein mussten, wollten die sieben Stunden aber nicht durch fahren. Also sind wir zurück nach Napier gefahren, was uns beiden sehr gut gefallen hat. Hier haben wir auch erstmal gewaschen, weil wir beide so ziemlich gar keine Klamotten mehr übrig hatten. Es war so warm das wir die Sachen rausgehangen haben, was auch eine gute Idee war, bis es Gewittert hat während wir in der Stadt waren … Die Klamotten sind dann an diversen Wäscheleinen ins Auto umgezogen um da nochmal zu trocknen. Not macht Erfinderisch.



Napier hat mir auch endlich eine Reisepasshülle gebracht. Vor allem mein Visum und internationaler Führerschein sehen sehr mitgenommen aus und hätten ohne vermutlich nicht mehr lange gemacht. Auf dem Weg in die Stadt ist uns dann so ein Depp noch vorne reingefahren. Wir standen an einer roten Ampel, ich hatten den Fuß auf der Bremse, und plötzlich knallte es. Der vor mir war plötzlich aber auch deutlich näher als vorher. Sind dann beide auf den nächsten Parkplatz, er steigt aus, guckt sein Auto an und meint zu mir nur „No damage!“ und geht. Ich war erstmal erleichtert, weil ich immer noch keine Autoversicherung haben und mein Konto eh schon weint, und bin in die Tiefgarage gefahren die unser Ziel war. Dort hat Hannah dann gesehen das der Depp uns mit seiner Anhängerkupplung das ganze Nummernschild verbogen hat. Die Ecke stand um gut 90 Grad nach hinten ab. Konnte man zurück biegen, aber der Doof hätte ja ruhig mal was sagen können – zumal das ein Mitarbeiter der örtlichen Werkstatt war! 


 

Der letzte Abend ging dann ziemlich lang. Hannah hat dank mir Stranger Things auf Netflix angefangen und wir haben bis spät die Serie noch zu ende geschaut. Sehr müde ging es am nächsten Tag dann nach New Plymouth. Fast 6 Stunden waren wir unterwegs. Jetzt werden wir aber die nächsten Wochen in einem Hostel leben und arbeiten und haben diesmal auch einen Ort gewählt an dem man was unternehmen kann. 



Und weil wir in Tiniroto nichts zu tun hatten außer einen Haufen Fotos zu machen: 











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