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Kathrin disovers Asia
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Goodbye Koh Phangan

Blick von einer Bar Goodbye Koh PhanganGoodbye Koh PhanganWasserfall plus SeenGoodbye Koh PhanganGoodbye Koh PhanganHier sind wir runter gesprungenEiner der Strände Malibu Beach in Thailand Goodbye Koh PhanganGoodbye Koh PhanganGoodbye Koh Phangan... Die Naechste BarGoodbye Koh PhanganSonnenuntergang Hippie Treff am Zen Beach FoodmarktBlick von der Faehre, tschüss Koh Phangan 😭Goodbye Koh PhanganGoodbye Koh PhanganNach überlebten LianenschwungPaaaartyzeitGoodbye Koh PhanganBlick von einer Bar ausnahmsweise Mal 😉Tischtanz zur Weltuntergangsstimmung

Melancholische Grüße von der Fähre. Es ist soweit, der Fährbetrieb läuft wieder, die Unwetterwarnungen sind vorüber und ich bin dabei, das wunderschöne Koh Phangan zu verlassen. Obwohl ich nicht mal eine Woche dort verbracht habe, habe ich mich total in dieses tolle Fleckchen Erde und vor allem in die Menschen, die ich dort getroffen habe, verliebt, sodass mir der Abschied gerade enorm schwer fällt. Ich bin einfach überhaupt kein Mensch für Abschiede - doof nur, dass das beim Herumreisen immer wieder Thema ist. Naja, es hat ja auch was Gutes: Wenn man so emotional ist und so ungerne geht, zeigt es ja, wie toll die Zeit war, die man hatte. Und meine Zeit auf Koh Phangan war eindeutig toll - wegen des Unwetters ganz anders als erwartet, aber eine super spannende Erfahrung. Nachdem ich euch im letzten Blogeintrag ja Unwetterentwarnung gegeben hatte, war zwar ziemlich klar, dass "Pabuk" uns nicht treffen würde, jedoch wurden andere Unwetter vorhergesagt, sodass unser Hostel uns empfahl, die Nacht lieber außerhalb unseres Zimmers zu verbringen und achtsam zu sein, da sonst umfallende Bäume uns womöglich im Schlaf verletzen könnten. Jede Wetterstation und jeder Thailänder sagte für eine andere Zeit den Zenit des Unwetters vorher, sodass wir eigentlich ständig wachsam sein mussten, obwohl nichts Schlimmes passierte. Ich finde es nach wie vor erstaunlich, wie gelassen wir das alle nahmen. Um das ganze Hin und Her auszuhalten, betranken wir uns zwar alle ordentlich und rauchten so viel wie nie in meinem Leben, hatten aber gleichzeitig den Spaß unseres Lebens. Wir (wir sind übrigens meine Zimmermitbewohner plus ein paar Leute aus anderen Bungalows) suchten uns einen gemütlichen Tisch draußen, ließen Musik laufen, tanzten auf den Tischen, spielten Spiele, rannten durch den Regen, schwammen nackt durch das tobende Meer und lebten unser Leben, als gäbe es kein Morgen (was ja ggf. auch der Fall sein würde...). Als wir nicht mehr konnten, versuchten wir dann in unserem Bungalow zu schlafen und achtsam zu sein, wie schlimm der Sturm ist. Natürlich schliefen wir kaum, es regnete in unser Zimmer rein und bedingt durch das recht dünne Holzdach hörten wir den Sturm sehr laut und bedrohlich. Aber auch die Furcht& Nacht überstehbar,da wir als wildfremde Menschen so gut zusammenhielten und uns gegenseitig aufbauten. Am nächsten Tag dann war die größte Gefahr auch vorbei, nur war das Wetter noch zu schlecht (immer wieder Starkregen und Wind), um viel zu unternehmen. Zunächst nervte mich das natürlich tierisch, da ich mein Mindset hatte, dass ich möglichst viel von der Insel sehen wollte. Im Nachhinein stellte sich aber auch Nichtstun als sehr empfehlenswert heraus. So gönnte ich mir an dem Tag eine wunderbare Thaimassage (super Qualität für nur 10 Euro), wir gingen in die Sauna, testeten verschiedene Bars (Cockatils sind erschwinglich, das thailiändische Bier meiner Meinung nach besser als deutsches) und Cafés (in Thailand gibt es seeeehr gute Eiskaffees) und lernten einander besser kennen. Erinnert ihr euch, dass ich in einem meiner ersten Blogeinträge über Briten in meinem Hostel geschimpft habe, die zu viel trinken? Der Alkoholkönig dieser Gruppe blieb auch noch während des Unwetters im Hostel, sodass ich mit ihm ins Gespräch kam und ihn mal wieder mit viel zu viel Vorurteil fragte, wieso man ständig im Urlaub so viel saufen müsse. Nachdem er mir dann erzählte, dass im letzten Jahr sein bester Freund tödlich verunglückt war und seine Partnerin Suizid begangen hatte und er deshalb nun das Leben genießen würde und so viel trinken und reisen würde, wie es ihm Spaß mache, wurde ich ganz still. Er war alles andere als nur ein englischer Saufkopf, sondern ein unfassbar emotionaler, interessanter Mensch, der die Kunst des genussvollen Lebens wesentlich mehr zu schätzen weiß, als ich. Wahnsinn, was man von Menschen mit riesen Schicksalsschlägen lernen kann, wenn diese aus den Erfahrungen heraus ihr Leben verändern. Einfach mehr genießen, das tun, was einem gut tut, nicht nur an morgen denken, denn es kann jederzeit vorbei sein. Während der vielen Gespräche mit den für mich auf den ersten Blick oberflächlich wirkenden Menschen, wurde mir wieder klar, dass wohl jeder eine interessante Geschichte zu erzählen hat, wenn man sich ihm/ihr einfach öffnet und vorurteilsfreie Aufmerksamkeit schenkt. Und ich merkte, dass man selbst mit Menschen von anderen Enden der Welt zu kleinen Familien zusammenwachsen kann, egal, wie verschieden man auch ist. Könnten wir uns doch alle immer so nehmen, wie wir eben sind und ohne große Erwartungen einfach bedingungslos füreinander da sein und das Leben miteinander genießen...

Obwohl die Zeit des Chillens Spaß gemacht hat, freute ich mich, dass wir gestern wieder die Sonne auf unserer Seite hatten und etwas unternehmen konnten. Und was macht man auf Koh Phangan bei gutem Wetter mit Erkundungsdrang? Riiichtig, einen Roller mieten. Gott sei Dank erklärte Connor sich wieder als Fahrer bereit, 3 andere Jungs mieteten sich ebenfalls einen Roller und auf ging die Entdeckungstour. Meine Güte, was eine wunderschöne Insel! Über Berge, durch Dschungel, vorbei an Küsten düsten wir von Strand zu Strand, von Panoramabar zu Panoramabar und von Wasserfall zu Wasserfall und hatten eine Menge Spaß. Die Wasserfälle hier im Dschungel sind ein absolutes Naturwunder, in diesem klaren Wasser zu schwimmen ist so unfassbar schön. Zusammen mit so vielen Männern musste ich mich natürlich einigen Mutproben stellen: So kletterte ich z.B. auf einen Baum, hing mich dort an ein Seil wie Tarzan und Sprang von dort aus ins Wasser. Ich muss gestehen, ich hatte einen riiiiiesen Schiss mich einfach mit dem Seil vom Baum herabzuschwingen. Aber im Nachhinein hat es einen Heidenspaß gemacht und ich war total froh, dass die Jungs meine Courage herausgefordert haben. Wir sprangen außerdem von recht hohen Stegen ins Meer, cruisten unbefestigte Straßen mit dem Scooter runter, sodass ich permanent Adrenalinkicks hatte. So spaßig und locker es mit so vielen Männern ist, so schwierig war es, sie zum Wandern zu motivieren. Lieber chillten sie immer mal wieder in einer Bar für ein Bierchen, sodass ich auf mein geliebtes Laufen verzichten musste. Aber manchmal sind dann sogar für mich Kompromisse ok, denn mittlerweile ist es mir wichtiger, Zeit mit tollen Menschen zu verbringen, als ganz alleine das zu tun, was nur ich machen will. Den Sonnenuntergang schauten wir am Zenbeach, ein recht bekannter Strand Koh Phangans, da sich hier viele Hippies, besonders zu Sonnenuntergang, tummeln. So trommelten und tanzten sie, während die Sonne versank und sie ein paar Joints genossen. Einmalige Atmosphäre und ich hatte endlich meine Hippies, die ja ein Grund meines Besuchs auf dieser Insel waren. Getrübt wurde diese Erfahrung leider nur durch einen Seeigel, mit dem ich im Meer Bekanntschaft machte. Ich kann euch sagen, das tut höllisch weh, ich weiß nicht, wann ich das letzte Mal so höllische Schmerzen hatte. Gott sei Dank sah ein altes thailändisches Ehepaar meinen Schmerz und kam sofort mit Limetten und einer Bierflasche gelaufen. Sie träufelten ordentlich Limettensaft über die Stichstellen (ich kann euch sagen, das brannte wie Hulle) und schlugen danach mit einer Bierflasche immer wieder auf die verletzten Stellen ein. Ein Bild für die Götter, hätte es nicht so weh getan. Ich wurde noch nie so lustig versorgt an einer verletzten Stelle und glaubte eigentlich kaum an ihre banal wirkende Heilmethode. Aaaber ich kann euch sagen: Nach einigen Minuten war dieser eklige Schmerz verschwunden und das Bluten vorüber. Luca, mein Schweizer Reisebekannter, klopfte noch einige Zeit weiter mit der Bierflasche, sodass ich tatsächlich abends wieder laufen konnte und wir in Thong Sala- der Hauptstadt Koh Phangans- zum Nachtfoodmarkt gehen konnte. Dabei handelte es sich um einen asiatischen Essensmarkt, wie man ihn sich wohl vorstellt. An allen Ecken asiatische Gerichte, die auf Anforderung frisch gegrillt oder gekocht wurden (auf die hygienischen Zustände darf man wohl nicht achten, Hauptsache es schmeckt ;) ). Während die Jungs sich alle ekelten, traute ich mich an außergewöhnliches Essen heran, das Verrückeste, das ich probierte, war wohl eine Heuschrecke, lecker kross gegrillt. Das Ding in den Mund zu nehmen, war echt eklig, die Augen sahen mich noch richtig an, sodass ich fast etwas Mitleid entwickelte. Der Geschmack hingegen war aber wirklich gut, ich hätte es mir nicht so lecker vorgestellt. Ich versuche gerade, euch zu beschreiben, wonach es geschmeckt hat, finde aber keinen adäquaten Vergleich. Also probierts mal selbst bei Gelegenheit aus :).

Abends und heute Morgen dann war die Stimmung leicht getrübt, da für viele von uns durch Wiederbetriebnahme der Fähren der Abschied anstand und jeder in eine andere Richtung weiterreiste. Ich hoffe, ich werde einige der Leute wiedersehen, immerhin wohnen 3 in Ländern, die ich unbedingt (noch)mal sehen will (USA, Neuseeland und Schottland). Ansonsten darf ich wohl einfach mal lernen, den Moment zu genießen und für Menschen in gewissen Momenten enfach dankbar zu sein ohne unbedingt daran festhalten zu müssen.

Mein Fazit zu Koh Phangan? Wuuuuunderschöne Insel, die super divers und entspannend ist. Strände sind an manchen Stellen weiß und sauber, an anderen Stellen umgeben vom Dschungel oder von Felsen, an anderen Stellen gibt es Kiesel, oder man muss wandern, um den Strand überhaupt erst zu erreichen. Touristisch überlaufen ist Gott sei Dank kaum ein Strand, gleiches gilt für die wunderschönen, zahlreichen Wasserfälle, die die Insel meiner Meinung nach wunderschön machen! Dass Berge auf der Insel sind und so viel Dschungellandschaft, macht sie außerdem sehr abwechslungsreich und viele Unternehmungen sind möglich. Ich denke, man könnte locker einen Monat auf Koh Phangan verbringen, ohne Langeweile zu bekommen. Zwar gebe ich erstaunlich viel Geld aus, trotzdem ist es gerade verglichen zu meiner USA Reise eine durchaus erschwingliche Insel. Koh Phangan hat den Charme vor allem durch seine kleinen Bungalows, die statt Hotels als Touristenunterküfte gelten und in denen natürlich auch Einheimische leben. Die Bungalows liegen wunderschön am Strand, in den Bergen oder im Dschungel. Wer einfach mal Ruhe sucht und abschalten will und dabei nicht zu viel Luxus braucht, sollte ein paar Wochen hierher kommen, auch für Familien bestens geeignet.

Wenngleich der Abschiedsschmerz groß ist, so freue ich mich jetzt auch riesig auf den Dschungel. Ich werde nun in den Khao Sok Nationalpark fahren (ein Dschungelpark) und bin sehr gespannt, was mich dort erwartet. Ich hoffe natürlich, auf tolle Wanderstrecken ;) mit exotischen Tieren und Pflanzen. Update: Ich gehe morgen tatsächlich in den Dschungel und bleibe über Nacht, habe also länger kein Internet. Macht euch keine Sorgen, wird eine spannende Erfahrung :)

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