Stuck in, but finally escaped from Quito
Chillige Dachterrassen, Aufstände, Strassensperren, Activity Session, Tränengasgranaten, Straßenkunst, Hong Cockroach, the Chinese Chief, supernette Leute, bis an die Zähne...

Veröffentlicht: 20.10.2019
Der Trip begann eher unerfreulich: Dummerweise hatte ich das Thanksgiving-Wochenende gewählt, um eine Woche Ontario zu erkunden. Und die Mietwagenvermieter haben wohl deutlich mehr Fahrzeuge vermietet, als sie im Bestand hatten, so dass ich über eine Stunde warten musste, bis ich an meinen Wagen kam, dank meiner (für Kanadier vermutlich sehr unfreundlichen) Hartnäckigkeit aber immerhin keine 3 Stunden, wie die anderen Kunden. Dann im strömenden Regen in einer Pension angekommen, die mich stark an das Bates Motel erinnerte (die Einzelheiten erspare ich mir jetzt, ich fands aber so gruselig, dass ich mir lieber ein Hotel gesucht habe). Naja, aber meine Stimmung änderte sich am nächsten Tag wie auch das Wetter, der erste Teil des Roadtrips ging durch prächtige Indian-Summer- Landschaften. Highlights waren ein überraschend interessantes Eisenbahnmuseum mit historischen Loks, Güterwagen und Bahnhof in einem kleinen, touristisch sonst nicht erwähnenswerten Ort (der 16-jährige Kassierer begrüßte mich mit „I am bored to death, and I am just working since 20 minutes!“. Auf meine Frage, was man in dem Ort so machen könne, meinte er, nichts, außer sterben... Vermutlich kein Eisenbahnfan). Schön war auch der Stop in einem Badeort am Lake Ontario kurz vor Toronto, neben dem interessanten Hotel in einem historischen Gefängnis (mitsamt Museum) und liebevoll eingerichteten Zimmern (meines war eine Art Bibliothek, angemessen für einen Germanisten) war ich überrascht, das der See eher an einen Ozean erinnert, mit Wellen, die einheimische Surfer zum Wellenreiten nutzten und einem schönen Sandstrand. Toronto hat mir dann weniger gefallen, auch wenn ich nur Downtown und Chinatown gesehen habe und vermute, dass es auch hübschere Stadtteile gibt. Immerhin konnte ich hier aber in the Void, einem VR-Game, mich als Sternenkrieger nützlich machen und Darth Vader ein blaues Laserschwert entwenden und außerdem das sehenswerte AGO Museum besuchen (bin ich wegen einem sogenannten Infinityroom rein, einem verspiegelten Raum mit an unsichtbaren Fäden aufgehangenen Kugeln, der einem das Gefühl geben soll, im Zentrum eines sich in alle Richtungen erstreckenden Raumes zu sein. Der war ganz nett, aber nicht so genial wie der in Brisbane). Ein letztes Hightlight war der Parc Omega, ein Safaripark mit kanadischen Tieren, durch den man mit eigenem PKW fährt und teilweise auch kurze Trails laufen kann. Sehr liebevoll gemacht, überhaupt kein Zoofeeling. Allerdings für den Mietwagen nicht ungefährlich, denn die Tiere haben keinerlei Scheu. Sie belagern die Autos, um eine Möhre odere andere Leckereien zu ergattern. Panik bekam ich, als mehrere große Böcke auf das Dach des Wagens vor mir sprangen. Keine Ahnung, wie man die Hufabdrücke seinem Vermieter erklären soll...
Videolink: https://gopro.com/v/G1g8kKWk5DGqe