Schweden-Radtour 5: Halmstad - Varberg
Nach den beiden sehr sonnig-warmen Radltagen sollte es nun in den nächsten Tagen wieder sehr bewölkt und kühler werden und einige Schauer streiften uns, sodass wir nie wirklich...


Veröffentlicht: 23.08.2023








Am Mittwoch verschlimmerte sich Annas Liebeskummer, ebenso das Wetter. Die Strecke war auch nicht weiter abwechslungsreich und die Stimmung in der Gruppe zunehmend getrübt. Größere Pausen machten wir kaum, weswegen wir schon nachmittags um 3 an unserem geplanten Shelter kurz vor Kungsbacka ankamen.
Ich befürchtete, einen sehr langen, regnerischen und trüben Nachmittag vor mir zu haben, da Anna sich nun mehr oder weniger entschlossen hatte, wegen ihres Liebeskummers nicht mehr die vorgesehene Anschlusstour im Camper mit Nico, deren Freund und noch einem weiteren Freund durchzuziehen, sondern ab Göteborg mit Alex und deren Freund heimzufahren. Dies hatte in letzter Instanz zur Folge, dass Nico und ihr Freund auch nicht die von ihnen lange herbeigesehnte Tour durch den Rest Schwedens machen konnten und Nico war deshalb sehr geknickt und sauer.
Alles in allem war die Stimmung nicht gut, aber dann kam die Sonne raus. Und das hatte mehr Wirkung als erwartet. Wir wurden fröhlicher, Anna vergaß für den Moment ihren Liebeskummer und wir wanderten ein bisschen durch die Wälder. Wir begutachteten Pilze aller Art, kletterten auf Steine, genossen Ausblicke und rätselten ob einer angeblichen Ausgrabung, badeten im klaren, wenn auch braunen See, schürten ein Lagerfeuer (ganz alleine und dank dem Wundermittel Olivenöl) und spielten dort Stadt-Land-Fluss, kochten nochmal Nudeln mit Pesto (unser Aufheiterungsessen für alle Situationen) und unterhielten uns mit einem niederländischen Wanderer, der später auch bei uns am Shelterplatz war. Es war wirklich schön! Bis abends wieder der Liebeskummer und Nicos Enttäuschtheit hervortraten.
Am Morgen des nächsten Tages (Donnerstag), war die Stimmung schlechter denn je. Dann erfuhren wir, dass Alex und ihr Freund mich und Krissi nun doch nicht zum Flughafen fahren würden, damit Krissi rechtzeitig heimkäme, wir sollten uns etwas anderes überlegen. Außerdem war das Hausboot, das wir in Göteborg für die kommende Nacht überbucht und wir sollten es stornieren und uns doch bitte nach etwas neuem umsehen. Das war dann der Punkt, wo Nico zu weinen anfing, weil einfach gar nichts klappte und Krissi und ich entschieden, die ganze Tour abzubrechen. Klar war das ärgerlich so kurz vor Schluss, aber wir hätten einfach keinen Spaß mehr gehabt. Wir waren alle nur noch angefressen. Und so radelten wir nach Kungsbacka, fuhren mit dem Zug nach Varberg, mit dem Schienenersatzverkehr nach Falkenberg, dann wieder mit dem Zug bis Helsingborg, mit der Fähre nach Helsingör und mit dem Auto dann nach Hause. Freitag morgens um 5 waren wir dann alle zu Hause, nach einer 20-stündigen, anstrengenden Heimreise.
Nun sind wir alle um Erfahrungen reicher, die wir so nicht gebraucht hätten:
1. Räder können auch dann geklaut werden, wenn sie dreifach gesichert sind.
2. Verlasse dich nie auf booking-Buchungen.
3. Liebeskummer betrifft nicht nur die betroffene Person.
4. Mache deine eigenen Urlaubspläne nie von anderen abhängig.
