Zurück im Truck auf den Straßen Afrikas
Um 5:30 klingelte mein Wecker heute morgen, wovon ich allerdings wenig mitbekam. Dank meiner inneren Uhr wachte ich zum Glück trotzdem um 5:45 auf, um um kurz nach 6 mein Taxi...

Veröffentlicht: 11.05.2018
Da ich die letzten Tage in der Wüste kein Internet hatte bekommt ihr nun den gesamten Bericht der letzten 4 Tage. Lasst euch nicht von den Zeiten verwirren, ich habe die Texte immer an dem jeweiligen Abend geschrieben.
Tag 2
Gestern ist nichts wirklich spannendes passiert, wir haben 500km zurückgelegt und sind nachmittags in der Nähe von Vioolsdrift angekommen. Unser Campingplatz hat Charme und liegt direkt am Orange River. Nachdem wir unsere Zelte aufgebaut haben, haben wir zusammen gesessen, den Sonnenuntergang genossen und auf das Abendessen gewartet 😉 wir waren alle sehr hungrig, um so mehr habe ich mich gefreut, dass es Nudeln gab. Auch wenn in der Nudelsoße Fleisch enthalten war gab es immerhin schon mal kein Steak oder ähnliches. Wie auch auf den Trips mit meiner Organisation ist mir der Fleischanteil (jeden Tag) einfach zu groß. Heute habe ich mir im Supermarkt zwei Avocados gekauft, um meine Sandwiches die nächsten Mittage immerhin nicht mit Fleisch belegen zu müssen 😉👍🏼
Nach dem Abendessen haben wir dann noch gemeinsam um das Lagerfeuer gesessen. Die Guides haben viel über die afrikanische Kultur, Traditionen und „Gott und die Welt“ erzählt. Morgen startet um 8 Uhr ein Kanutrip auf dem Orange River. Vorher heißt es aber noch Zelte abbauen und frühstücken, weil es danach direkt weiter gehen soll damit wir nicht allzu spät an der Grenze sind. Somit eine gute Nacht 😊
Tag 3
Unsere Kanutour heute morgen war sehr schön. Der Orange River hat zur Zeit viel Wasser und eine starke Strömung, sodass wir nicht allzu viel zu tun hatten, um von der Stelle zu kommen. Wie gestern schon gesagt, ging es danach direkt weiter. Weitere 220 km von Vioolsdrift nach Hobas. Für den heutigen Tag hatte ich mir den Beifahrersitz gesichert. Jeden Tag kann jemand anderes den Platz neben Justice, unserem Fahrer, einnehmen. Es ist etwas komplett anderes aus der Frontscheibe den Ausblick zu genießen, mit Blick auf die endlos lang wirkenden Straßen und ständig wechselnden Panoramen, die sich einem bieten. Unser nächstes Ziel war der Fish River Canyon, der zweitgrößte Canyon der Welt und für mich definitiv einer der Hauptgründe diese Tour zu machen. Nachmittags kamen wir in unserem Camp an, haben zügig unsere Zelte aufgebaut und sind dann auch schon wieder los Richtung Canyon. Dort liefen wir während des Sonnenuntergangs entlang am Rande des mächtig wirkenden und beeindruckenden Canyons. Der Ausblick und das Licht waren wirklich spektakulär. Anschließen aßen wir auf der Aussichtsplattform zu Abend. Eigentlich sollte während dessen erst die Sonne untergehen aber durch die Winterzeit und die sehr früh untergehende Sonne ist dies nicht möglich. Apropos Winterzeit, nachts wird es hier richtig richtig kalt. Ich schlafe momentan mit dicken Wandersocken, Jogginghose und Pullover. Und auch beim Frühstück (meistens gegen 6) und beim Abendessen ist es eher ungemütlich.
Morgen (Tag 4) steht dann ein eher unspektakulärer Tag mit einer weiten Strecke von 540km an. Da der Großteil davon Schotterpiste ist, wird das ganz schön lange dauern. Es geht nach Sesriem in die Wüste, wo ich schon einmal war. Purer Luxus, dass ich den tollen Sonnenaufgang auf der Düne 45 noch ein zweites Mal erleben darf.
Tag 5
Der Sonnenaufgang auf der Düne war erneut sehr imposant. Ich habe dieses Mal kaum Fotos gemacht und den Sonnenaufgang einfach genossen, auch wenn es eisig eisig kalt und sehr windig war. Unten am Fuße der Düne hat dann das Frühstück mit tollem Ausblick gewartet bei dem wir erstmal wieder auftauen mussten. Danach ging es wie auch bei meiner ersten Tour zum Sossusvlei und zum Deadvlei. Aufgrund von fehlendem Wasser sind wir danach aber nochmal zurück ins Camp gefahren, um dort unseren Abwasch vom Frühstück nachzuholen und zu Mittag zu essen. Im Anschluss ging es weiter zu einem beeindruckenden Campingplatz in Mitten der Wüste. Die anderen hatte eine Exkursion durch die Wüste geplant, an der ich allerdings nicht teilnahm, weil ich ein bisschen Geld sparen wollte und dachte so etwas ähnliches schön gemacht zu haben. Ich hatte es vorab etwas falsch verstanden und gedacht, dass diese Exkursion auch in Sesriem und nicht an unserem neuen Ort stattfinden würde. Mein Neid auf die anderen verflog jedoch sehr schnell, als ich mich dazu entschied, mit Anna, einer Mitreisenden, und Justus unserem Fahrer eine Runde laufen zu gehen. Das Joggen in der Natur fehlt mir wirklich sehr. Dafür, dass wir immer noch mitten in der Wüste sind, sind die Temperaturen gut auszuhalten und da es sehr windig war kam es mir gar nicht so heiß vor. Der Lauf war wirklich etwas ganz besonderes. Die Farben, die Weite und die Lichtspiele sind immer wieder aufs neue faszinierend. Vor uns kreuzten Bergzebras den Weg, wir liefen dem Sonnenuntergang entgegen und es war einfach magisch. Natürlich hatte ich keine Kamera bei mir aber ich denke solche Situationen lassen sich sowieso nur im Kopf und im Herz festhalten. Das anschließende Braii am Lagerfeuer mit unglaublichem Sternenhimmel war definitiv ein gelungener Ausklang eines tollen Tages in der eindrucksvollen Wüste. Heute wird meine letzte Nacht im Zelt sein, da wir in Swakopmund in einer Unterkunft schlafen und ich anschließend eine weitere Nacht ins Hostel gehe. Mein letzter Trip im wundervollen Namibia neigt sich leider schon wieder dem Ende zu. Jetzt in vier Wochen sitze ich bereits im Flugzeug, die Melancholie kommt definitiv langsam durch. Aber genug von Abschieden und Traurigkeit - vier Wochen liegen noch vor mir und ich werde sie mit jeder Faser genießen ☀️