#5 BALKANREISE 2019 - DUBROVNIK | GAME OF TOURISTS
Dubrovnik, da denken viele an Game of Thrones. Auch ich. Königsmund ist halt aber auch einfach geil. Kirchen explodieren in grünem Feuer. Ein Mann namens Berg ist...

Veröffentlicht: 08.05.2023
Vom Busbahnhof Dubrovniks aus führte unser Weg in das letzte Land unserer Balkanreise. In Bosnien & Herzegowina hießen unsere Ziele Mostar und Sarajevo. Das Land, dass durch den Balkankrieg so gebeutelt wurde, überzeugt durch seine schönen Landschaften und herzlichen Menschen. Als erstes stand die Stadt Mostar auf dem Plan, die wieder vereinigte Stadt mit ihrer neuen alten Brücke „Stari Most“, die über dem Fluss Neretva prangt. Die Brücke steht symbolisch für die Verbindung zwischen Okzident und Orient, zwischen Christentum und dem Islam.
Bosnien und Herzegowina ist ein Land auf dem Balkan in Südosteuropa und bekannt für seine vielfältige Kultur, Geschichte und beeindruckende Natur. Es grenzt an Kroatien, Serbien und Montenegro und hat eine lange Geschichte, die von vielen verschiedenen Kulturen und Imperien geprägt wurde. Die Hauptstadt des Landes ist Sarajevo, während Mostar eine weitere bedeutende Stadt mit historischer Bedeutung ist.
Bosnien und Herzegowina war im Mittelalter Teil des Königreichs Bosnien, das während des 14. und 15. Jahrhunderts ein bedeutendes Zentrum der Region war. Das Land stand dann unter osmanischer Herrschaft von 1463 bis 1878. Während dieser Zeit brachte das Osmanische Reich den Islam nach Bosnien und Herzegowina, und viele kulturelle Elemente der osmanischen Ära, wie Moscheen und Brücken, sind noch heute im Land sichtbar.
Nach dem Ersten Weltkrieg wurde Bosnien und Herzegowina Teil des Königreichs Jugoslawien. Im 20. Jahrhundert erlebte das Land mehrere politische Umwälzungen, einschließlich der sozialistischen Ära in Jugoslawien und schließlich des blutigen Krieges in den 1990er Jahren, der nach der Unabhängigkeitserklärung Bosniens und Herzegowinas aus Jugoslawien ausbrach. Der Bosnienkrieg (1992–1995) war ein tragischer Konflikt, der schwere Zerstörungen und Verluste für das Land mit sich brachte, aber das Friedensabkommen von Dayton im Jahr 1995 beendete den Krieg und führte zur Schaffung eines föderalen Staates, der bis heute besteht.
Heute ist Bosnien und Herzegowina ein unabhängiger Staat, der sich nach den Tragödien des Krieges von den Auswirkungen des Konflikts erholt hat. Der Wiederaufbau des Landes schreitet voran, und die Städte wie Sarajevo und Mostar sind zu bedeutenden Tourismuszielen geworden. Das Land ist bekannt für seine atemberaubenden Landschaften, darunter die Neretva-Schlucht, Bergregionen und Nationalparks, sowie seine einzigartigen kulturellen Sehenswürdigkeiten.
Trotz der politischen und ethnischen Herausforderungen, die das Land nach dem Krieg prägen, bleibt Bosnien und Herzegowina ein Land von bemerkenswerter historischer Bedeutung und kultureller Vielfalt, das Besucher mit seiner gastfreundlichen Atmosphäre, seiner einzigartigen Architektur und seinem historischen Erbe anzieht.
Die Bosnische Konvertible Mark (BAM) ist die Währung von Bosnien und Herzegowina. Sie wurde am 22. Mai 1998 eingeführt, um die Übergangsphase von der jugoslawischen Dinar- und der bosnischen Währung während des Bosnienkriegs zu beenden. Der Name "Konvertible Mark" spiegelt wider, dass die Währung zu festen Wechselkursen umtauschbar ist, was Vertrauen in die Stabilität des Landes schaffen sollte.
Zu Beginn wurde der Kurs der BAM an die Deutsche Mark (DM) gekoppelt, mit einem festen Wechselkurs von 1 BAM = 1 DM. Diese Bindung half, die Stabilität der neuen Währung zu sichern. Mit der Einführung des Euro im Jahr 2002 wurde die BAM auf den Euro als Referenzwährung umgestellt, ohne jedoch den festen Wechselkurs zur DM beizubehalten.
Der Wechselkurs ist demnach in etwa 2 KM ~ 1,00 €.
Münzen: 5, 10, 20, 50 Kf, 1 KM, 2 KM und 5 KM
Scheine: 10, 20, 50, 100 und 200 KM
Als erstes stand die Stadt Mostar auf dem Plan, die wieder vereinigte Stadt mit ihrer neuen alten Brücke „Stari Most“, die über dem Fluss Neretva prangt.
Mostar, eine historische Stadt in Bosnien und Herzegowina, liegt am Fluss Neretva und ist bekannt für ihre wunderschöne Stari Most (Alte Brücke), die das Stadtbild prägt. Diese Brücke wurde im 16. Jahrhundert während der osmanischen Herrschaft erbaut und war eines der Meisterwerke der osmanischen Architektur. Sie wurde jedoch während des Bosnienkrieges 1993 zerstört, aber später im Jahr 2004 wieder aufgebaut. Die Alte Brücke von Mostar ist heute ein UNESCO-Weltkulturerbe und symbolisiert die Verbindung von Kulturen und Völkern in Bosnien und Herzegowina.
Mostar ist eine Stadt mit einer starken kulturellen Identität und wurde über Jahrhunderte von verschiedenen Kulturen und Religionen beeinflusst. Die Stadt hat eine Mischung aus osmanischen, katholischen und orthodoxen architektonischen Stilen, was sie zu einem faszinierenden Reiseziel macht. Im Jahr 1993 war Mostar während des Bosnienkrieges ebenfalls von Kämpfen betroffen, aber heute hat sich die Stadt als touristisches und kulturelles Zentrum etabliert.
Die Brücke steht symbolisch für die Verbindung zwischen Okzident und Orient, zwischen Christentum und dem Islam.
Per Bus fuhren wir von Dubrovnik etwa 3 Stunden in Richtung Mostar für 12 €. Angekommen an der Busstation Mostars spazierten wir 3 Kilometer in Richtung Altstadt Mostars.
Unsere Unterkunft "Guest House Goa Mostar" befand sich nahe des Wahrzeichens, der Stari Most. Die Gastgeber waren sehr freundliche Menschen, die uns ein einzigartiges bosnisches Frühstück zauberten, dass wir so noch nicht erlebt haben! Bosnischer Kaffee inklusive! Für 2 Übernachtungen zahlten wir 70 €, das Frühstück kam mit 8€ pro Person oben drauf.
Nach unserer Ankunft drängten wir uns durch die kleinen Gassen Mostars, um die Stari most zu queren. In den Sommermonaten ist hier sehr viel los, da grade die Vrelo Bune, eine Quelle mit Derwisch Kloster, ein Wallfahrtsort der Muslime ist. Von der Brücke, die im Balkankrieg durch Kroatische Bomben zerstört wurde und durch Fördergelder der Weltbank neu erbaut wurde, springen Brückenspringer für etwa 40 Bosnische Mark in die kalte Neretva. Die Stadt, die den Islam mit dem Christentum verbindet, wo Muezinrufe auf Glockenläuten katholischer Kirchen folgen, hat sogar einen eigenen Flughafen. Nach einem Spaziergang durch die engen Gassen setzten wir uns in ein kleines Restaurant mit Blick auf die Brücke. Wie es sich gehört, aßen wir Cevapcici und tranken dabei den traditionellen Bosnischen Kaffee, der dem türkischen Mokka ähnelt.
Am nächsten Tag machten wir uns auf den Weg zu einer der größten Quellen Europas, die Bunaquelle in Blagaj. Nach einer 20-minütigen Taxifahrt kamen wir in dem kleinen Ort an, wo so viele Moslems hin pilgerten. Das Derwisch Kloster, dass im 18. Jahrhundert durch einen türkischen Sultan erbaut wurde, da er so fasziniert war von diesem Ort. Um das kleine Kloster zu besichtigen, müsst ihr euch traditionelle Kleidung anziehen, die bei Männern die Knie und bei Frauen den Kopf und die Schultern bedeckt. Die Tücher stehen vor dem Kloster kostenfrei zur Verfügung. Auf der anderen Uferseite befindet sich ein kleiner Anlegeplatz, von dem aus zwei Brüder eine Tour in das Innere der Höhle anbieten.
Wenn ihr gedacht habt, dass das austretende Türkise Wasser warm ist, habt ihr euch getäuscht. Die Wassertemperatur beträgt etwa 4 Grad, was bei den äußerlichen 36 Grad eine angenehme Abkühlung rund um den Fluss bietet.
Bei der Tour in das innere des geheimnisvollen Lochs erklären uns die Brüder, dass die Quelle nicht hier entspringt, sie trifft hier erstmals an die Oberfläche. Die Quelle entspringt etwa 20 km tiefer hinter dem Berg, aber niemand weiß genau wo und wie tief. Die Regierung Bosniens kann keine Forschungsgelder für diesen Ort bereitstellen, sodass das Mysterium bis auf weiteres ungelöst bleibt.
Zu empfehlen ist, ein Mittagsessen am Ufer der Quelle einzunehmen. Wir teilten uns für 34 KM eine Fischplatte mit Mangold und Salzkartoffeln, die sehr zu empfehlen ist. Es ist sehr angenehm an diesem Uferstück, durch das kalte Quellwasser kühlt die Luft ab und ich möchte am liebsten den ganzen Tag an diesem Ort verbringen.
In Mostar haben wir unterschiedliche Restaurants besucht. Den Anfang macht das Konoba Taurus. Ganz klassisch haben wir uns Cevape einverleibt.
Cevape mit Pommes ~ 12 KM ~ 6,00 €
Mostarsko Bier 0.5 l ~ 4,00 KM ~ 2, 00 €
Abends haben wir mit schönen Blick auf die Brücke von Mostar ein ausgezeichnetes Essen erhalten.
Cevape mit Pommes ~ 12 KM ~ 6,00 €
Mostarsko Bier 0.5 l ~ 4,00 KM ~ 2, 00 €
Bei den Buna Quellen von Blagaj haben wir ein kleines Restaurant am Wasser besucht. Durch die kühle Brise der kalten Quelle in der Hitze von 36 Grad war es hier sehr angenehm. Und das Essen war auch geil!
Cevape mit Pommes ~ 21 KM ~ 10,50 €
Mostarsko Bier 0.5 l ~ 4,00 KM ~ 2, 00 €
Am nächsten Morgen begaben wir uns nach einem kleinen Zwischenstopp in Jablanica, wo wir den Onkel einer Freundin besuchten, in die Hauptstadt Sarajevo.
Mostar hat uns einen guten Start in die bosnische Kultur ermöglicht. Dieser Vielvölkerstaat mit seiner bewegenden und komplizierten Geschichte hat SO viel zu bieten und fliegt dermaßen unter dem Radar. Wenn Sarajevo das fortführt, dann ist Bosnien das Hidden Treasure Land!
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Unterkunft Mostar: 17,50 € pro Person / Nacht
Bus Mostar - Sarajevo: 6,00 € pro Person
