Cairns 4 Nächte im Hostel
Bis Samstag haben wir uns ein Doppelzimmer im Hostel in Cairns gebucht. Für uns beide die erste Hostel Übernachtung überhaupt. Wir waren im MadMonkey Backpackers an der...

Veröffentlicht: 26.12.2017


























Wie bereits im letzten Beitrag erwähnt sind wir an die Gold Coast geflogen und haben uns dort für 4 Nächte eine Airbnb Unterkunft gebucht. Unsere Gastgeber Trevor & Dianne hatten ein wunderschönes Haus in Clear Islands Water direkt am Wasser. Die beiden haben uns so herzlich aufgenommen und wir haben uns sofort wie zu Hause gefühlt. Wir haben zusammen gegessen, wurden zum Einkaufen mitgenommen und konnten uns über Gott und die Welt unterhalten. Es waren die besten Airbnb Gastgeber, die man sich auch nur vorstellen kann und wir haben sofort beschlossen nochmal wiederzukommen, um erneut für ein paar Tage dort zu bleiben.
An einem Nachmittag sind wir an den Strand und ins Oasis Shopping Center mit dem Bus gefahren. Direkt um die Ecke unserer Unterkunft gabs auch ein nettes kleines Café (Goji Bar) und hier musste Jenny unbedingt mal eine Açaí Bowl ausprobieren (Granola mit frischem Obst, Kokosnuss Soft-Eis, M&M‘s und Himbeersoße). Lecker 😋!!! Ansonsten haben wir die meiste Zeit am oder im Pool der Unterkunft verbracht.
Am 20.12. ging’s weiter zu unserer ersten Helpx Unterkunft. Auf der Website: www.helpx.com findet man weltweit unterschiedliche Angebote, um z. B. für Kost und Logie ein paar Stunden am Tag im Haushalt & Garten mitzuhelfen. Wir haben uns bewusst dafür entschieden, um uns etwas Geld zu sparen und gleichzeitig mehr in Kontakt mit den Einheimischen zu kommen. Wie sehr wir diese Entscheidung bereut haben und was wir in der Zeit erlebt haben ist schwer in Worte zu fassen. Wir versuchen trotzdem, euch einen kleinen Einblick in die Vorkommnisse der letzten Tage zu geben. Am Mittwoch Abend wurden wir von unserem Helpx Host Deborah (w., 61 J.) und ihrem Hund (Yhe-She) an der Bushaltestelle des The Pines Shopping Center‘s abgeholt. Zu diesem Zeitpunkt war noch geplant, dass wir voraussichtlich 2-3 Wochen bleiben werden.
Folgendes wussten wir bis dahin durch die Helpx Anzeige und SMS Nachrichten von ihr: sie lebt mit ihrem Hund zusammen in einem sehr großen Haus und wir sollten 4 Stunden, 5 Tage die Woche für Kost und Logie arbeiten. Zusätzlich wird sie vom 23. -27.12. das Haus verlassen, um Weihnachten mit der Familie zu verbringen und wir sollten uns in der Zeit auch um den Hund kümmern.
Was uns dann alles erwartet hat:
- ein dreckiges, riesiges Haus in Elanora mit Ausblick auf Gold Coast. Das Haus war eigentlich wunderschön, aber es benötigte einfach viel mehr Pflege
- zwei weitere Mitbewohner (Oceana & Grant) und eine Mitarbeiterin von Deborah (die Gastgeberin arbeitet selbstständig von zu Hause aus), sowie eine im 2. Bad eingesperrte Katze
- eine faule Gastgeberin, die wahrscheinlich noch nie etwas in ihrem Haus selbst geputzt hat und nicht wirklich kochen kann (außer für ihren Hund). Wir sollten sie dann nämlich täglich bekochen und am ersten Tag gab es von ihr TK-Lasagne vom Aldi. Sie hat uns ständig und überall im Haus kontrolliert. Zusätzlich wollte sie, dass wir sie bei jedem Hundespaziergang begleiten, um zu lernen wie wir den Hund ausführen müssen (wir haben/ hatten selbst bereits mehrere Hunde). Bei Regen oder nassem Boden geht der Hund nicht raus und bei Gewitter dreht er angeblich komplett durch etc. Ein anstrengendes Prozedere. Für den Supermarkt sollten wir uns für die nächsten Tage (an denen sie nicht da sein wird) eine Einkaufsliste schreiben. Im Supermarkt ging ihr dann alles nicht schnell genug und sie hatte den Einkaufswagen einfach mit Sachen gefüllt, bei denen sie dachte, dass wir sie brauchen könnten. Außerdem hat sie uns immer gerufen mit „come Kids“, wenn sie los wollte. Wir sind 26 & 30 Jahre alt...! Generell war sie eine Frau, die zwei Gesichter hatte. Einmal übertrieben, aufgesetzt freundlich und dann wiederum eine Furie. Jenny wurde am 2. Abend stinksauer vorgehalten, dass wir unseren Job nicht richtig machen würden (es ging ums Gassi gehen...) und hat bei ihr für 10 Minuten richtig Dampf abgelassen. Danach war klar, dass wir hier nicht länger als eine Woche bleiben werden.
Was es mit der Katze im Bad auf sich hat? Die Mitbewohnerin (Oceana) hatte die Katze bei ihrem Einzug mitgebracht. Nachdem der andere Mitbewohner (Grant) allerdings eine Katzenhaarallergie hat, wurde diese heimlich eingeschleust und tagelang im Bad eingesperrt. Oceana war eine unheimliche Person. Optisch eine Mischung aus Cruella de Ville, Golum und der bösen Hexe von Schneewittchen. Diese Person war erst vor kurzem als „Notfall“ eingezogen, komplett abgemagert, angeblich eine Physiotherapeutin und esoterisch veranlagt. Durch das ganze Haus ist sie leise wie ein Gespenst geschlichen und wenn sie nicht gerade Therapie Videos auf YouTube angeschaut hat (täglich ca. 7-21 Uhr!) ist sie unheimlicherweise plötzlich neben einem aufgetaucht. Sie war für die Zeit, in der unsere Gastgeberin uns alleine im Haus gelassen hat dafür verantwortlich, uns zu überwachen (das hatten wir schon am ersten Tag rausbekommen).
Grant, der andere Mitbewohner sollte eine schlechte Person sein, das wurde uns zumindest von den beiden Frauen erzählt. Wir sollten uns von ihm fernhalten... Zwei Tage später sind wir zufällig miteinander ins Gespräch gekommen und das war das Beste, das uns passieren konnte. Grant war genauso „normal“ wie wir und hatte uns angeboten am Heiligabend in dem Restaurant, in dem er arbeitet, zum Essen vorbeizukommen (The Collective, Palm Beach). Ab diesem Zeitpunkt hatten wir einen Verbündeten im Irrenhaus. Heiligabend in dem Restaurant war wirklich spitze. Wir haben zufällig ein deutsches Pärchen kennengelernt, die auch noch aus der Gegend von Thomas Heimatort kamen und haben gemeinsam einen super Abend verbracht.
Grant hatte uns dann am Ende seiner Schicht mit nach Hause genommen und uns erklärt, dass er sich in dem Haus nicht wohl fühlt und deshalb sein Zimmer kaum verlässt. Mit ihm haben wir ab dem Zeitpunkt die besten Stunden der Woche verbracht. Am 25.12. nahm er uns mit an den Strand und wir durften mit seinem Board mal Stand-Up-Paddling im Currumbin Creek ausprobieren. Die Tage danach haben wir zusammen gegessen, sind zum Café trinken gefahren und waren mehr als froh das ein oder andere Mal das Haus verlassen zu können.
Am Mittwoch vor unserer Abreise hatte Grant angeboten, uns am nächsten Tag zur Bahnstation zu fahren. Nachdem wir bereits am Anfang des Aufenthalts entschieden hatten, diesen Ort schnellstmöglich wieder zu verlassen, haben wir uns bereits ein Hostel in Brisbane über Silvester gebucht.
Am 27.12. gegen Mittag konnten wir dann fluchtartig das Haus verlassen. Grant war bereits am Vortag ausgezogen und holte uns netterweise mit seinem Auto ab. Weder Deborah, noch Oceana waren zu dem Zeitpunkt zu Hause und es fühlte sich wirklich wie ein Ausbruch aus dem Gefängnis an. Danke nochmal an Grant!!!! Ohne ihn wäre das die (bis dahin) schlimmste Woche unserer gesamten Reise gewesen und das hing definitiv nicht mit der verrichteten Arbeit im Haus zusammen.
