Auslandsjahr in China
Hallo, wir sind Sophie, Thomas und Friedemann aus Jena. Wir haben uns entschieden, unser Studium in China, genauer gesagt in Shanghai, zu beenden. Das Ganze läuft im  Rahmen des Doppelbachelorprogramms der EAH Jena zusammen mit der CDHAW an der Tongji Universität in Shanghai (https://www.dhik.org/kooperationen/china/programm/). Das heißt, dass wir für zwei Semester in China sind. Im ersten Semester nehmen wir normal an Vorlesungen teil und im zweiten ist das Praktikum und das Schreiben der Bachelorarbeit dran. Nebenbei gilt es natürlich auch, die Kultur und das Land zu erkundschaften. Bei Fragen und Anregungen lasst uns diese gern wissen. Dazu einfach persönlich anschreiben oder einfach einem Kommentar da lassen :)

Kambodscha Tag 4: Phnom Kulen

Unser zweiter kompletter Tag in Siem Reap startete recht früh. Unser heutiges Ziel war Phnom Kulen, ein Nationalpark der etwa 60km entfernt liegt. Die Bewertungen im Internet waren geteilter Meinung, wir waren also gespannt, was uns erwarten wird. Nak hat uns wieder am Hostel und dann ging es los.

Auf dem Weg hat man recht viel von dem Kambodscha abseit der Touristenrouten gesehen.

Die Fahrt bis zum Eingang in den Nationalpark dauerte etwa 1,5 Stunden und führte uns durch viele kleine Dörfer. Die meisten Leute fahren diese Strecke mit dem Auto und mit dem Tuk Tuku ist man etwas langsamer, aber man bekommt dafür mehr von dem mit, was neben der Straße passiert. Auch hier gab es viele kleine Stände am Rand und an einigen Stellen hat man die Folgen von Brandrodungen gesehen.

Kurz nach dem Eingang zum Park beginnt die Straße sich den Berg hochzuschlängeln und wir hatten eine echt gute Sicht in die hügelige Landschaft. Hier ist die Straße immerhin noch betoniert, aber unser Tuk Tuk hat sich mit den 3 Leuten doch ganz schön gequält, zwischendrin mussten wir sogar einmal anschieben. Alle paar hundert Meter steht eine Gruppe Parkranger am Straßenrand und passt auf was auch immer auf.
Sobald man auf dem Plateau ist, gibt es kein Beton mehr und man fährt nur noch im Staub. Zum Glück hatten wir unsere Masken dabei. Der ganze Wald war etwa 10m in beide Richtungen von der Straße weg mit dem feinem roten Staub überzogen.
Das krasseste war es aber zu sehen, wie immer mal wieder Kinder am Straßenrand sitzen und dort spielen. Weder sie, noch die paar Leute, die Dreck vom Rand auf die Straße geschaufelt haben, damit diese intakt bleibt, hatten Masken auf, während den ganzen Tag die Touristen in ihren dicken Autos vorbeifahren. Immer wenn wir an einer Gruppe Kindern vorbei gefahren sind, haben sie uns gewunken, warscheinlich in der Hoffung jemand hält an und gibt ihnen Geld, vielleicht haben sie es aber auch einfach nur aus Spaß gemacht.
Das eigentliche Highlight von Phnom Kulen ist der Wasserfall. Dies war also unser erstes Ziel. Der Weg dorthin führte zwischen einer Reihe an Ständen durch, an der die üblichen Souvenirs und etwas zu Essen verkauft wurde. Es stand und lag recht viel Müll herum, was nicht gerade zum Bleiben eingeladen hat. Nichtsdestotrotz saßen zu beiden Seiten des Flusses bzw. des oberen Teils des Wasserfalls sehr viele Leute und haben gemeinschaftlich gegessen und viele sind mal kurz unter dem Wasserfall baden gegangen.
Dann sind wir zum eigentlichen Wasserfall abgestiegen und auch hier habe sich eine Menge Leute getummelt, die entweder baden waren oder Fotos gemacht haben.
Ein ganzes Stück weiter oberhalb des Wasserfalls befindet sich der sogenannte "Fluss der 1000 Lingas", welcher im Kambodschanischen als "Kbal Spean" bezeichnet wird. Über ca. 150m sind große Teile des Flussbetts mit Reliefs und Lingas überzogen. Lingas sind nichtbildhafte Darstellungen der Hindu-Göttin Shiva.

Wir sind ein bisschen an den Fluss entlang gelaufen, aber da es nicht super viel zu sehen gab, sind wir recht schnell wieder umgedreht. Auf dem Weg zurück einmal über den Fluss drüber und wollten durch den Wlad, aber weit rein getraut haben wir uns nicht. Das war dann mehr ein Trampelpfad und da man in Kambodscha teilweise noch Landminen aus der Zeit der Herrschaft Pol Pots und der Roten Khmer findet, sind wir dann lieber rumgedeht und den normalen Weg gegangen.

Zum Mittag sind hat uns Nak etwas organisiert. Wir haben einfach ein ganzes gekochtes Huhn bekommen, welches in Teile zerhackt auf einem Rost erwärmt wurde. Das haben wir dann zusammen mit Reis und einem Dipp gegessen, welcher eine Art Gewürzmischung war, über den eine Limette ausgedrückt wurde. War einfach, lecker und eine totale Abwechslung zu dem sonstigen Essen in den Restaurants. Dann sind wir zur Preah Ang Thom Pagode gelaufen. Über eine Menge an Stufen ging es den Berg hoch. Auf dem Weg saßen ein paar Bettler und an den Rändern waren Stände aufgebaut, sie Souvenirs verkauft haben.

Die Tempelanlage darf man nur ohne Schuhe betreten und die Stimmung war sehr interessant. Zwischen verschiedenen Schreinen und Heiligenfiguren sitzen Mönche, die gegen einen kleinen Obolus für einen Beten, es roch nach Räucherstäbchen und alle paar Minuten wurde über Lautsprecher irgendwas ausgerufen.

Das Highlight war der liegende Buddah, welcher aus einer Bergspitze ausgemeißelt wurde und um den dann ein Haus gebaut wurde. Von so weit oben konnte man auch sehr gut über die Baumwipfel in die Ferne schauen. Außerdem führte noch ein kleiner Pfad weiter den Berg hoch zu einer kleinen Höhle, in der auch wieder ein paar Schreine zum beten waren.
Eigentlich kann man auf dem Palteau noch mehr sehen, aber die Straßen waren nicht für unserer Tuk Tuk gemacht und deshalb haben wir uns auf den Rückweg gemacht.

Zurück in Siem Reap haben wir es und dann nochmal gut gehen lassen, da es unser letzter Abend hier war. Nach einen erfrischenden Bad im Pool sind wir in die Little Pub Street zum Billard spielen gegangen und haben uns danach noch eine Thai Massage gegönnt.
Dann hieß es auch schon Sachen packen, damit wir am nächsten Morgen entspannt loskönnen.

Phnom Kulen war also in etwa genauso, wie es beschrieben wurde. Man zahlt 20$ für den Eintritt, aber man sieht nicht, dass das Geld  wirklich genutzt wird.
Und ich fand es auch echt krass zu sehen, wie die Menschen dort ihren Tag komplett im Dreck verbringen. Es zeigt einem, was für Privilegien man zu Hause hat. Auch wenn mir sowas durchaus vorher bewusst war, hat es doch nochmal eine andere Wirkung, wenn man es selber erlebt...

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