Pfad an der Jōgasaki-Küste
18. September Nachdem wir die hektische Hauptstadt verlassen hatten, in der es mehr zu sehen gab, als in ein paar Tagen überhaupt machbar gewesen wäre, schien es nun fast schon...


Veröffentlicht: 20.09.2026
19. September
Am Samstag ging unsere Reise weiter. Nach dem Frühstück holten wir am Bahnhof unser Mietauto ab: einen Toyota Yaris. Nach dem Papierkram ging es dann auch direkt auf Japans Straßen.
Natürlich ist Linksverkehr zunächst etwas ungewohnt, aber man kommt schon irgendwie rein. Außerdem liegt die Höchstgeschwindigkeit auf Landstraßen bei 60 km/h, was das Eingewöhnen doch deutlich einfacher macht. Wir holten also noch unsere Koffer im Hotel und fuhren anschließend etwa zwei Stunden zu unserer nächsten Unterkunft.
Ich stellte mich meines Erachtens ganz gut an. Isis Smartwatch sah das allerdings etwas anders und meldete ihr gleich mehrmals Warnungen wegen erhöhtem Puls …
Wir kamen aber wohlbehalten in einem Städtchen mit dem klangvollen Namen Fujikawaguchiko an. Es liegt direkt an einem See zu Füßen des bekanntesten Berges Japans und ist vor allem für die tollen Ausblicke auf den Fuji bekannt.
Eben dieser ließ sich an diesem Tag allerdings überhaupt nicht sehen. Also wirklich absolut gar nicht. Ohne Google Maps hatt man nicht einmal sagen können, in welcher Richtung er eigentlich liegt.
Da wir noch etwas zu früh für den Check-in waren, fuhren wir zunächst zum Oishi Park auf die andere Seite des Sees. Von hier aus könnte man vermutlich die absolut besten Bilder vom Fuji machen – wenn er sich denn sehen lassen würde. Wir schauten uns ein bisschen die Blumen an und erstanden einen Kühlschrankmagneten, der praktischerweise genau die Aussicht zeigt, die wir eigentlich hätten haben können …
Da wir immer noch nicht ins Hotel konnten, fuhren wir anschließend noch zum Music Forest Museum, das ebenfalls direkt am See lag.
Das war wirklich abgefahren. Ich hatte mir darunter eine Art Parkanlage mit schönen Bäumen, Lichtern und Musik vorgestellt. Damit lag ich allerdings ziemlich daneben. Stattdessen war es eher eine Art kleiner europäischer Themenpark. Ich habe absolut keine Ahnung, was genau das mit einem „Music Forest“ zu tun hatte, aber es gab jede Menge automatischer Spieluhren und selbstspielende Klaviere.
Man konnte sich außerdem pompöse Kleider ausleihen und damit im Garten Fotos machen lassen. Wir verzichteten darauf – zumindest zunächst.
Anschließend gingen wir in eine Vorführung, bei der uns zunächst spannende Fakten über die Titanic vermittelt wurden. Danach sang ein japanischer Opernsänger zu der Musik der mechanischen Spielautomaten. Mein persönliches Highlight des Tages war dabei sein Duett mit einer Luftorgel zu My Heart Will Go On.
Absolut verrückt – aber auf die gute Art.
Danach konnten wir endlich ins Hotel. Wir hatten wieder ein traditionelles japanisches Zimmer, das wirklich sehr schick war. Nach dem Frischmachen ging es noch ins hoteleigene Restaurant zum Kaiseki. Dabei handelt es sich um ein Menü aus zahlreichen kleinen, aufeinander abgestimmten Speisen, die meist aus regionalen und saisonalen Zutaten zubereitet werden.
Es würde wirklich den Rahmen sprengen, auch nur aufzuzählen, welche Schmackofatzos wir uns da alles einverleibt haben. Es war aber wirklich ausgesprochen gut.
Danach ging es noch in den hoteleigenen Onsen, wo wir uns ordentlich einweichen ließen.
Und dann ging’s endlich ins Bett.
