Sophia on the road

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Merry Brismas - Brisbane / 24.11. - 04.12.2018

Ausblick auf die Skyline Brisbanes vom Mount Coot-Tha LookoutSophia, Linni und Anna in einer geschmückten GasseShooter Rack bei ViscositySouthbank - der ganze Weg ist gesäumt mit diesen BlumenTempel in Southbank Chillen an der Lagune - Jermaines StalkerpicNach der kostenlosen Yogalesson (wie wir herausgefunden haben, sind wir sehr talentiert)Brisbane bei NachtIm Grünen des Botanischen Gartens2 Sternengucker vor dem PlanetariumFeierliche Erstbeleuchtung des Weihnachtsbaums am 30.11.2018 nach dem Christmas ConcertGOMA - Gallery of Modern Art in QuernslandLinni bestaunt KunstMit unserem kleinen Adventskalender

Wir hatten uns schon bevor wir am 24.11. endlich in Brisbane ankamen, mega auf eine große Stadt gefreut, weil wir - egal wie schön die Strände und die Natur und die Tiere in den kleinen Küstenstädten auch sind - irgendwie doch Berlin gewohnt sind und es lieben und ein bisschen vermissen. Wir wurden auch nicht enttäuscht, denn Brisbane hat wirklich viel zu bieten - mal abgesehen von dem ganzen tollen Weihnachtsschmuck in den Straßen und an den vielen Bäumen, die diese dicht an dicht säumen, durch den sich dann doch etwas Weihnachtsstimmung bei uns einschlich, trotz der krassen Temperaturen.

Nachdem wir im Hostel - wieder einem Nomads - eingecheckt haben, bekamen wir erstmal einen Schock, als wir ins Zimmer gekommen sind. Denn da lag ein fetter älterer Mann im Dunkeln auf seinem Bett, hat uns komisch angestarrt und überall waren seine Sachen verstreut, und alle Betten sonst waren frei. Da wir mit dem nur ungern die Nacht alleine sein wollten, fragten wir bei der Rezeption, ob wir die Zimmer wechseln könnten und wurden sogar in ein 6 Bett Zimmer geupgraded, in dem nur 2 andere Mädchen wohnten.

Eins von denen war auch deutsch, heißt Marieke und war irgendwie dem ersten Eindruck nach zu urteilen, nicht so schlau, trotzdem aber ziemlich nett. Wir bemerkten schnell, dass sie Flugangst hat und deshalb sogar ihren Flug zurück nach Deutschland hat sausen lassen, was uns ein bisschen schockierte, als sie dann plötzlich wieder bei uns im Zimmer stand.

Nach dem Ankommen  beschlossen wir, uns die Stadt etwas anzuschauen, was ziemlich gut ging, denn das Nomads liegt ziemlich zentral und direkt an der großen Shoppingmeile, der Queen Street Mall. Dort fanden wir zwischen einigen unbekannten Kleidungsläden und Boutiquen sogar ein H&M, was uns ein bisschen wie zu Hause fühlen ließ. Den checkten wir dann sofort auch aus, wobei wir sogar ein paar von unseren Klamotten wiedererkannten. Ich kaufte mir ein ziemlich hübsches Bikinioberteil, weil ich ja sonst nur einen dabei hatte und als wir später wieder im Hostel waren, trafen wir wieder auf Anna, mit der wir jetzt schon in 5 gleichen Hostels waren. Morgen Abend hatten wir vor, mit ihr in eine Bar namens Viscosity zu gehen, die wissenschaftsthemed ist und demnach allerlei giftig leuchtender Drinks verkauft. Darauf freuten wir uns schon, aber heute waren wir zu müde, um noch irgendwas anderes zu machen, als ins Bett zu fallen.

Am nächsten Tag gingen Linni und ich schon früh los zum City Hall Clock Tower - früher, als dieser gebaut wurde, war er die höchste stehende Uhr in Australien und das größte Gebäude Brisbanes bis 1960 - jetzt überragen die Hochhäuser das Gebäude aber um Längen. Wir hatten um 12 eine Privattour zu zweit mit einem ziemlich netten Guide, der uns mit einem alten Fahrstuhl - dem Originalkäfig von früher, von dem aus man auch ins Innere zu den Zahnrädern und Maschinen der Glocken schauen konnte - bis ganz nach oben beförderte. Von oben konnte man den großen Weihnachtsbaum sehen, der auf dem King George Square steht und auch die großen Häuser und die kleinen, unter anderem die 2 schönen Kirchen am Rand vom Platz. Die Aussicht war sehr schön, allerdings gab es eben auch viele größere Häuser, die sie versperrten, weshalb man natürlich nicht alles sehen konnte. 

Nach der Tour schauten wir uns noch das Museum unter dem Glockenturm an, in dem ein paar Gemälde, Modelle, aber auch wehende Stoffe und andere komische Dinge ausgestellt waren, neben einer ausführlichen Bestreibung der Geschichte und des Baus des Gebäudes.

Danach liefen wir noch etwas weiter zum Botanischen Garten - es war ein ziemliches Treiben dort als wir ankamen, denn heute fand ein Markt zwischen den Grünflächen statt. Hier entdeckten wir auch Iris mit 2 anderen Mädchen und freuten uns sehr, sie wieder zusehen. Wir quatschten eine Weile, bis wir den breiten Weg weiter bis zum Ende gingen, wo eine coole Band auf einer kleinen Bühne spielte - The Trespassers. Diese bestand aus 3 älteren Pärchen - die Männer spielten die Begleitung und die Frauen sangen und es waren alle ziemlich talentiert und zogen viele Leute an - und wenn nicht mit ihrer Musik, dann mit ihrer absolut coolen und jugendlichen Ausstrahlung und den bunten Kleidern. Es machte richtig Spaß, ihnen zuzuhören, allerdings mussten wir dann auch bald wieder zurück, um Nudeln zum Mittag zu kochen und uns für die Bar heute Abend fertig zu machen.

Auf dem Weg zur Viscosity Bar fing es etwas an zu nieseln, die Sonne war gerade am untergehen und die ganzen schönen Lichter gingen langsam an, was uns irgendwie gute Laune bereitete und wir schließlich Hand in Hand im Hoppserlauf die Straße entlang sprangen. Nach 20 Minuten kamen wir an und warteten noch kurz auf Anna, die von ihrem heutigen Shoppingtrip gleich dorthin kam. Nach einer Begrüßung machten wir uns auf ins leuchtende Innere der kleinen süßen (aber relativ leeren) Bar, bestaunten kurz die ganzen Flüssigkeiten, die dank des Schwarzlichts grell bunt aussahen und zückten unsere Handys, um die Zubereitung unserer Drinks hautnah zu filmen.

Anna bestellte sich einen rosa blau aussehenden Pina Colada Cocktail, Linni den blau leuchtenden Snow Globe und ich mir einen giftgrünen Acid Rain. Gefühlt bestand meiner aus weniger als einem Milliliter Alkohol und Zitronenlimo, er schmeckte aber trotzdem ganz gut und die grünen Schleimperlen waren auch lustig. Annas Pina Colada war nicht so mein Fall, obwohl ich ja eigentlich voll auf Ananas und Kokosnuss stehe.. hatte wohl, was den angeht, schon so hohe Ansprüche (in Londons China Town gab es den besten Pina Colada ever). 

Nach ein paar Gesprächen, die zu ein paar Lachanfällen führten, beschlossen wir, uns noch den Shooter Rack zu teilen, 6 bunte Drinks in Reagenzgläsern, die mega schön aussahen - fast schon zu schade zum Trinken. Die hatten es aber echt in sich und nachdem wir das Brennen im Mund loswurden, brachen wir schon bald wieder auf und schlenderten durch die erleuchteten Straßen Brisbanes. Überall in den Bäumen hingen Lichterketten und in einer kleinen Gasse waren bunte Leuchtkugeln und Girlanden gespannt, was Linni und mich sehr an das Konzert von Magic Giant erinnerte, denn dort beim Badehaus gab es auch lauter solcher Gassen - deswegen mussten wir dort einen kleinen Fotozwischenstop machen.

Wir machten einen kurzen Halt bei McDonalds und gönnten uns seit langer Zeit mal wieder etwas Fleisch - Chickennuggets. Ein Traum: Chickennuggets auf dem Balkon von Mecces essen und den bunten Weihnachtsschmuck unter uns bestaunen. Danach liefen wir noch etwas herum, machten uns über die fragwürdig aussehenden Clubs lustig und von irgendwoher drang Straßenmusik an unsere Ohren. 

Später telefonierte ich kurz noch mit Omsi und dann war Schlafenszeit angesagt. 

Am 26.11. war für uns um 10 Uhr eine Brisbane Greeter Tour angesagt. Das ist eine kostenlose Stadtführung durch Freiwillige, die von sich aus entscheiden, welche Highlights sie zeigen wollen. Das heißt, je nachdem welchen Greeter man bekommt, kann die Tour komplett unterschiedlich verlaufen. Unser Guide war Marty - ein älterer, schlacksiger, etwas nervöser, aber süßer Mann mit Brille und Knubbelnase. In unserer Gruppe waren außerdem noch Anna und ein anderes Mädchen, das in Amerika aufgewachsen ist, aber asiatische Vorfahren hat.

Marty führte uns erstmal durch den Botanischen Garten zum Old Government House auf der anderen Seite der Brücke, die durch den Brisbane River führt. Nachdem er uns kurz ein altes Kriegsschiffmuseum gezeigt hat, kamen wir dort an. Das Gebäude war riesig und sehr beeindruckend - kein Wunder, es hatten hier seit 1863 schließlich 11 Queensland Stadtoberhauptsfamilien gewohnt, bis 1909 entschieden wurde, dass man ein noch prunkvolleres Gebäude bräuchte. 

In einem der Räume gab es eine Art Videospiel, mit dem man das Gelände, so wie es früher einmal war, ablaufen konnte, was uns sehr lange beschäftigt hat, weil es mit dem Controller in der Hand so viel Spaß gemacht hat. Außerdem schauten wir uns die Treppe zum Keller an - bei der ich einen Oberschock hatte, denn die war nur durch eine Glasscheibe bedeckt, auf der man stehen konnte, und ich dachte kurz, ich würde dort hinein fallen -, den prunkvollen Kronleuchter und die vielen Gemälde an den Wänden der alten Schlafzimmer. Anna machte währenddessen Pläne, wie sie sich die Zimmer einrichten würde, würde sie hier leben. 

Danach gingen wir zu einem kleinen Café, das auch hier im Haus unterkam, und Linni und ich teilten uns einen Lamington - ein Kuchenstück in Schokolade und Kokosraspeln gewälzt, das nach Lord Lamington benannt ist, einem der Governeure von Queensland. 

Da das Old Government House zum Campus der Queensland University of Tecknology gehört, besuchten wir im Anschluss noch eins der bekannteren Gebäude der Universität, was ziemlich interessant war. Überall an den Wänden waren nämlich verschiedene Dinge abgebildet, unter anderem Tiere, die man mit einem Fingertipp vergrößern oder sich Informationen holen konnte, die Planeten des Sonnensystems und man konnte dort mit Holzklötzen, die man ins All schleuderte, experimentieren, wie die jeweilige Schwerkraft auf den Planeten aussieht, oder Wärmesensoren, die deine Körperwärme in Kunstwerke verwandeln. Hier blieben wir eine Weile und erkundeten alles genaustens.

Danach zeigte Marty uns eine Art Tempel in Southbank - dem Teil Brisbanes hinter der Brücke, der mit lilanen Blumen gesäumt war. Die Holzschnitzereien sahen sehr schön aus und Marty erzählte uns, dass das Gebäude eigentlich früher versteigert werden sollte, die Bewohner Brisbanes aber ihr Geld zusammen legten, um es für die Stadt zu behalten. 

Wir liefen weiter zu einem kleinen Kräutergarten, in dem Linni und ich uns Basilikum für unsere Nudeln heute Abend pflücken konnten, was sehr cool war. Danach trennten sich unsere Wege und wir machten uns wieder auf den Weg ins Hostel, denn es wurde auch immer wärmer und kaum noch auszuhalten in der unnachgiebigen Sonne.

Am Nachmittag machten wir uns unsere Gourmetnudeln mit Basilikum, was wir sehr genossen, denn es war erstaunlich, wie viel so ein kleines Pflänzchen am Geschmack verbessern konnte. Am Abend war außerdem eine kostenlose Yogastunde in Southbank an der Lagune - der angelegten Schwimmlandschaft mitten in der Stadt - die wir uns natürlich nicht entgehen lassen konnten. Anna kam auch mit und gemeinsam gesellten wir uns zu der schon anwesenden Menge an Yogaleuten auf einer Wiese. Wir merkten schnell, dass wir nicht allzu talentiert waren, versuchten aber trotzdem, alles, was uns von der Yogafrau vorne gezeigt wurde, nachzumachen und richtig zu atmen. Bei einer Übung atmete ich anscheinend so richtig, dass ich fast einschlief und mich zu Tode erschreckte, als Linni ein Grasbüschel oder so nach mir warf.

Alles in allem ein gelungenes Tagesende und als wir fertig waren, machten wir sogar noch ein paar Burpees und andere Killerübungen, unter anderem eine gefährliche Partnerrolle und das Flugzeug. Die Lichter Brisbanes waren auch überall schon an, da es dunkel wurde und auf dem Weg zurück bewunderten wir die schönen lila und rot angeleuchteten Buchstaben des Brisbaneschriftzugs neben der Brücke, während wir Last Christmas vor uns hin sangen und eine Gruppe Jugendlicher vor uns mit einstimmte.

Bald gingen wir dann zufrieden schlafen.

Am nächsten Tag gingen wir nach einem leckeren Obstsalat mit den geilsten Mangos ever, die wir gestern zum Schnäppchenpreis auf einem kleinen Markt gekauft hatten, und Joghurt zu der Haltestelle der City Hopper Ferry am River. Die fuhr diesen nämlich halbstündlich kostenlos ab, und wir wollten einfach mal schauen, wie die Skyline von hier aus aussieht. Das Wetter war leider nicht so gut - es war ziemlich bewölkt, aber man hatte trotzdem eine gute Sicht.

Anna kam auch spontan mit und als wir es uns oben auf dem Dach der kleinen roten Fähre gemütlich gemacht hatten, genossen wir den Wind im Gesicht an diesem trotzdem warmen Tag. Die großen Hochhäuser waren sehr beeindruckend und wir machten Pläne, heute Nachmittag zu dritt zu einem coolen Aussichtspunkt auf Brisbane auf dem Mount Coot-Tha zu fahren und dort den Sonnenuntergang über der Stadt zu sehen. 

Das machten wir dann auch - allerdings nur Anna und ich, denn Linni ging es nach unserer Mittagspause im Hostel nicht so gut und sie fühlte sich nicht in der Lage dazu, den Berg hochzuwandern. Ich wollte mir das Erlebnis trotzdem nicht entgehen lassen und so nahmen Anna und ich um ca. 16:30 Uhr den Bus zum Botanischen Garten von Mt Coot-Tha, von dem man dann noch ein Stück selbst laufen musste. Wir sahen uns erstmal bei dem Garten um und bewunderten die vielen schönen und bunten Blumen, die in Reihen auf dem Gelände zu finden waren. Danach starteten wir den steilen Aufstieg und zuerst gab es auch noch einen Bürgersteig, der verwandelte sich aber mit der Zeit über einen von der Straße abgetrennten Streifen zu gar nicht mehr vorhanden, was bei der kurvigen Straße manchmal ziemlich gefährlich wurde. Wir schafften es trotzdem schweißgebadet bis nach oben und hatten von einer kleinen Plattform echt den tollsten Blick über die gesamte Skyline, die auch noch so schön orange von der untergehenden Sonne angestrahlt wurde. Den Sonnenuntergang konnte man jedoch nicht von hier sehen, was wir betreten feststellten - denn viele Bäume bedeckten die schöne untergehende Sonne. 

Wir machten hier ein paar Bilder mit meiner Kamera - die ich hierfür mal rausgekramt hatte - und beschlossen sogar noch etwas länger zu bleiben, um die angehenden Lichter in der Dämmerung zu beobachten. Das war echt ein unglaublicher Anblick und tausende kleine Lichter strahlten uns bei der hereinbrechenden Dunkelheit entgegen. Wir machten uns aber auch etwas Sorgen, dass wir den letzten Bus zurück zum Hostel nicht mehr kriegen würden, und machten uns dann bald wieder auf den Weg hinunter. Runter ging alles viel schneller. Es war zwar alles dunkel, aber es war nicht mehr so warm und mit Taschenlampen und Musik klappte alles wie am Schnürchen, sodass wir rechtzeitig an der Haltestelle am Botanischen Garten warteten. Das Brisbane Planetarium befand sich ebenfalls hier und ich entdeckte die Sternengucker Statue von Konstantin Stiolkovsky, dem Gründer der Kosmonautik. Mit dem poste ich noch ein paar mal, weil ich es ja ebenfalls liebte, bei Nacht in den Himmel zu schauen und bald kam dann auch der Bus.

Linni ging es dann zum Glück schon etwas besser und wir machten uns entspannt Abendbrot in der Sauna Küche, denn dort war es irgendwie immer zu heiß.

An unserem 4. Brisbane Tag sollte es so heiß wie nie werden, 36°C. Iris bestand darauf, dass es außerdem gewittern sollte, was wir aber zuerst nicht so glaubten, denn es sah sonnenklar aus und viel zu blendend, um irgendetwas in der Stadt zu besichtigen. Also verabredeten wir uns mit Jermaine und ihr an der Lagune, um dort etwas zu chillen und uns abzukühlen.

Zuerst fand aber ein kleines Konzert von einem Aboriginal in der Queen Street Mall statt, das wir uns noch ansehen wollten. Der etwas ältere aber noch komplett fitte und humorvolle Murry Clause hatte einige interessante Geschichten zu erzählen und spielte uns ein paar seiner sehr emotionalen gänsehautbereitenden Songs vor. Dabei fing es sogar wirklich an zu regnen, aber wir befanden uns unter einem großen Dach, weshalb uns das eh egal war. Obwohl ein wenig im Regen tanzen auch lustig gewesen wäre.

Danach machten wir uns auf zur Lagune und erspähten bald schon Iris mit ihrer Holländertruppe. Wir gesellten uns zu ihnen und nachdem wir unsere Handtücher ausgebreitet hatten, ging es auch schon rein ins kühle Nass, was so angenehm war. Jermaine stieß auch bald zu uns und erzählte uns von dem Barjob, den er neulich hier gefunden hatte. 

Danach legten wir uns gut mit Sonnencreme eingeschmiert auf den Grashügel und ich schlief erstmal beinahe ein, wobei mich Jermaine mit seiner Handykamera stalkte, weil wir seit Fraser Island so einen kleinen Krieg am Laufen hatten, wer Schlafbilder von dem anderen bekommen konnte. 

Wir bestellten uns nach ein paar Stunden Wenden und Bräunen heute das erste mal Pizza bei Dominos - der berühmten 5$ Pizzakette von Australien und Neuseeland und gerade als wir uns von allen verabschiedet hatten und unsere Pizza abholen gehen wollten, trafen wir Jule und Michi auch an der Lagune sitzend. Australien (und diese Welt) war manchmal wirklich klein. Wir tauschten uns kurz aus und sie empfohlen uns eine kleine Boutique - Sophie's Clothing - wo alles auf 29$ runtergesetzt sein sollte. Unser kleines Wiedersehen hielt aber leider nicht lange, denn wir mussten ja zu unserer Pizza. Wir würden die beiden eh spätestens in Sydney, wenn nicht schon irgendwo davor, wiedertreffen. 

Die Pizza - Ham and Cheese, glaube ich - war echt gut und anschließend schaute ich mir noch ein paar weitere Folgen Teen Wolf an, denn da wurde ich gerade mega reingesaugt (mittlerweile, jetzt, wo ich das gerade schreibe - am 10.12., sehr up to date, bin ich bei Staffel 5. Upsala).

Am Donnerstag wollten wir uns eigentlich wieder einen leckeren Obstsalat zum Frühstück machen, aber unsere Mangos wurden geklaut, deshalb wurde es nur eine recht sperrliche Mischung aus angematschten Tiefkühlheidelbeeren, Banane und Apfel. Wir trauerten sehr lange um die Mangos und befreiten uns nur mühsam von dem Herzschmerz. 

Danach ging es in die Stadt, denn wir wollten Sophie's Clothing mal auschecken, und die hatten echt mega schöne dünne Kleider und Jumpsuits, uns passte aber nichts so richtig. 

Anschließend trafen wir uns wieder mit Jermaine an der Lagune, denn wir wollten danach eh hier in Southbank zu der kostenlosen Zumbastunde und Jermaine hatte Lust, uns zuzugucken und sich über uns lustig zu machen. 

Es machten ziemlich viele Leute mit, was sehr lustig von unserem Platz fast ganz hinten aussah. Wir versuchten unser Bestes, der Frau vorne nachzutanzen, aber es war so schwierig, die Arme und Beine gleichzeitig richtig zu koordinieren. Wir hatten trotzdem sehr viel Spaß, vor allem beim gegenseitigen Auslachen. 

Danach gingen wir drei nochmal zum Anhaltepunkt der roten City Hopper Ferry, um Brisbanes Skyline nochmal bei Nacht hautnah zu erleben. Wir chillten uns mit unseren Pullovern oben ans Deck und sogen den schönen Anblick der vielen Lichter in uns auf - was besonders schön war, war die eine Brücke ganz hinten, weil sie komplett lila angestrahlt war. Daneben stand ein großer Baum in dessen Zweige eine lange Lichterkette hing. 

Am Freitag lernten wir morgens beim Frühstücken 2 coole Mädels kennen - Sophia und Paula. Die beiden kamen wie sonst auch aus Deutschland und langsam wurde es irgendwie echt langweilig, nur Deutsche so richtig kennenzulernen.
Wir gönnten uns heute mal Kaiserschmarn mit zermatschter Dosenananas und Banane und verabredeten uns beim Essen beim Christmasconcert heute Abend. Darauf hatten Linni und ich uns schon die ganze Woche gefreut, denn dabei sollte der Dezember feierlich eingeleitet und der große Weihnachtsbaum auf dem King George Square das erste Mal angeschaltet werden.

Am Vormittag wollten wir uns aber erstmal noch eine Weile in den schönen Botanischen Garten legen und es ist echt beeindruckend, wie grün es mitten in der Stadt hier sein kann. Unter einem riesigen Baum fanden wir einen schönen Platz und breiteten unsere Handtücher aus und wohin man auch blickte, man sah strahlende Pflanzen und komische Vögel.
Hier nahm ich mir auch mal kurz Zeit, die anstehenden Konzerte in Australien abzuchecken, weil ich ja so traurig war, dass ich Shawny in Berlin verpassen würde. Ich fand sogar wirklich eins, das mich interessierte - nämlich spielte Bastille am 18.01. in Melbourne, kurz bevor ich Australien verlassen würde, und die Vorstellung war einfach so cool, nochmal was richtig geiles hier zu sehen, bevor ich rüber nach Neuseeland gehe. Also kaufte ich mir kurzerhand eine Konzertkarte und war ziemlich glücklich.

Um ca. 17:50 Uhr es dann langsam los zum King George Square, wo schon sehr viele Leute vor einer großen Bühne auf dem Boden saßen und gespannt warteten, bis etwas passierte. Als wir uns ebenfalls zu der Menge setzten und auch Paula und Sophia trafen, bemerkten wir, dass die Steine von der Sonne noch ziemlich warm waren, was eine angenehme Sitzheizung darstellte, denn es wurde langsam etwas kühler und dunkler. Wir hatten auch unsere roten Weihnachtsmützen mitgebracht und setzten diese auf, als wir bemerkten, dass noch viele andere weihnachtlich angezogen waren und manche sich sogar zu Ehren des Grinchs die Haare grün gefärbt hatten.
Dann ging es auch bald schon los und wir hatten nicht realisiert, wie groß dieses Event sein würde, bis 2 schick gekleidete Moderatoren auf die Bühne schritten und eine ziemlich coole Jazzband ankündigten, die ein paar tolle Coverversionen von Weihnachtsliedern spielte, unter anderem God Rest Ye Merry Gentlemen. Das erinnerte mich ziemlich an unsere alte Gesangsgruppe und ich musste denen erstmal ein Video davon schicken.

Nach der Band kamen ein paar Aboriginals auf die Bühne, die sehr krass bemalt waren und sogar ein Didgeridoo dabei hatten. Sie führten dazu auch Tänze auf, was ziemlich interessant zu beobachten war, wenn nicht sogar etwas verstörend. Einer der Gruppe sang zusätzlich noch etwas unverständliches, aber es war cool, mal einen Einblick in die Kultur der Ureinwohner zu bekommen.

Diesen Auftritten folgten noch Samantha Jade - eine Frau, die anscheinend ein ziemlicher Celebrity war und gerade ein Weihnachtsalbum herausgebracht hatte, die wir aber noch nie vorher irgendwie bemerkt hatten -, ein paar Lieder eines Mädchenchors mit peinlichen Tanzmoves und 2 Gymnastikelfen, die beeindruckende Kunststücke vorführten und schließlich den Weihnachtsmann auf die Bühne zogen. Anschließend wurde dann mit großem Spannungsaufbau ein großer Schalter auf der Bühne umgelegt, sodass schließlich die vielen Lichterketten um den Weihnachtsbaum herum in bunten Mustern und Bewegungen aufleuchteten. Dazu wurde der City Hall Clock Tower auch noch rot und grün angestrahlt, was sehr schön und weihnachtlich zusammen aussah.
Nachdem wir noch eine Weile hier sasen und auch noch der Bürgermeister Brisbanes eine Rede hielt und jeder den Weihnachtsbaum ausgiebig bewundert hatte, machten wir vier Mädchen uns auf den Weg zur Lagune, denn wir hatten Lust nochmal kurz bei dem schönen Anblick der Leuchteskyline schwimmen zu gehen. Es war aber ziemlich kalt und nachdem wir kurz im Wasser waren, zogen wir uns unsere Pullover über, Paula und Sophia hatten ein paar Flaschen Apple Cider dabei und wir setzten uns gemütlich an den Rand der Lagune und spielten ein paar Spiele Romme. Die Regeln dazu musste ich erstmal lernen und ich brauchte einige Zeit zum Reinkommen, aber irgendwann hatte ich den Dreh so einigermaßen raus und es machte ziemlich Spaß. Wir redeten über dies und das und gingen dann schlieslich gegen Mitternacht wieder zurück zum Hostel.

Am nächsten Tag öffneten wir erstmal stolz das erste Türchen unseres 3,50$ Schokokalenders. Danach stand ein Besuch bei den Art Galleries in Southbank an. Es gab dort 2 Stück, einmal die Queensland Art Gallery und dann noch die Gallery of Modern Art. Die QAG besuchten wir zuerst und es war so angenehm, aus der stechenden Hitze in ein klimatisiertes Gebäude zu gehen, dass wir uns erstmal erleichtert auf eins der Sofas vor einem der Gemälde setzen mussten. Das Bild sah sehr interessant aus und war in knalligen Orangetönen mit einigen blauen Kontrasten gehalten. Danach liefen wir systematisch alle Räume ab, und die Kunstwerke waren alle sehr beeindruckend.

Weiter ging es zur GOMA, auf die ich mich etwas mehr gefreut hatte, denn ich fand Modern Art so toll. Ich wurde auch nicht enttäuscht, denn an jeder Ecke konnte man neue und verschiedene Ausstellungsstücke bewundern, von Chinesischen Drachentürmen, über Federn und Steine in Sturmform an einer Wand angebracht, bis hin zu Felsdarstellungen, die uns an die Berliner Mauer erinnerten, und abstrakten medizinischen Zeichnungen von Körpern. Eine Sache beeindruckte uns aber besonders, nämlich 2 Anreihungen von Stühlen gegenüber voneinander, die durch eine Art Spiegelwand getrennt waren. Es mussten sich nun 2 Leute auf die jeweils gegenüber liegenden Stühle setzen und in der Spiegelwand sah man dann eine Mischung der beiden Gesichter. Wenn man sich so setzte, dass die Augen perfekt übereinander lagen, war das wie ein blitzartiges Gefühl durch einen hindurch und so komisch, die eigenen Gesichtszüge vor sich zu erkennen aber nicht wirklich das eigene Gesicht.

Als wir nach unserem Besuch das Gelände wieder entlang liefen, entdeckten wir einen riesigen Raum voller Menschen, die anscheinend an den hier sehr ernstgenommenen Pokemon Championships teilnahmen, was wir sehr witzig fanden. Danach ging es wieder zurück ins Hostel und später gab es beim großen Weihnachtsbaum einen kleinen Markt - den Twilight Market. Dieser war mit vielen süßen Ständen mit Schmuck und anderen Kleinigkeiten ausgestattet, war aber noch lange nicht so toll, wie die Eeihnachtsmärkte zu Hause. Ein Stand erinnerte mich sehr an Kathi, denn dort wurde Schallplattenkunst verkauft mit bekannten älteren Künstlern drauf, wie Queen, Guns n Roses und Nirvana.
Wir kauften uns hier aber nichts, weil alles trotzdem sehr teuer war.



Die nächsten 3 Tage waren nicht sehr ereignisreich: wir zogen für die letzten Tage in Brisbane in ein anderes Hostel um, das Base Uptown, und da es noch wärmer wurde, konnte man fast gar nichts produktives tun, außer in Parks zu chillen und Postkarten zu schreiben. Und da wir die Theorie mal testen wollten, dass es möglich ist, ohne teure Briefmarken Postkarten nach Deutschkand zu schicken, gingen wir nach dem mühevollen Schreiben mit Liebe auf eine Briefkastentour, da wir nicht zu viele briefmarkenlose Karten auf einmal in einen Kasten stecken wollten. Es stand außerdem ein Großeinkauf für unseren nächsten Stopp - Surfers Paradise - an, denn dort sollten die Lebensmittel wieder etwas teurer werden, hatten wir gehört. Auch holte ich mir eine coole schwarze Latzhose und am Sonntag gingen wir abends noch einen Cider bei The Victory trinken - die kleine Bar hat mir Harry empfohlen, einer der Engländer, die wir in Cairns das erste mal getroffen haben. Der Club gegenüber - The Stock House Exchange sah ebenfalls sehr cool und voll aus und wir beschlossen, uns den Ort auch mal anzuschauen - es hat uns ziemlich ans Soda von zu Hause erinnert und es wurden sogar Weihnachtslieder gespielt, zu denen alle abgingen! Uns ist aber auch aufgefallen, dass wir uns etwas mehr mit den australischen Charts auseinandersetzen mussten, denn manchmal, wenn jeder um uns herum abfeierte, schauten Linni und ich uns nur verwirrt an.

Unser Bus nach Surfers Paradise  ging dann am 04.12. um die Mittagszeit herum, und irgendwie freuten wir uns doch, Brisbane nach knapp 11 Tagen wieder zu verlassen und einen neuen Ort kennenzulernen. So schön Brisbane auch war, ewig musste man hier nicht bleiben, vor allem, wenn es noch so viel mehr zu sehen gab.
 


Song of the day(s): Thank u, next von Ariana Grande, weil Linni den Song hasst und ich den einfach witzig finde und der hier gerade auf Nummer 1 ist und deswegen mindestens 5 mal täglich im Radio läuft.



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