Valdivia
Eigentlich hatten wir vor, von Bariloche direkt den Sprung nach Santiago de Chile zu machen, aber die letzte Busfahrt steckte uns noch in den Knochen. Daher beschlossen wir,...


Veröffentlicht: 28.02.2025



















Nach soviel Heimatliebe waren wir nun mehr als bereit für den Sprung nach Santiago - in einem sehr komfortablem Flixbus über Nacht. Wir freuten uns erst über die sehr viel günstigeren Ticketpreise im Vergleich zu Argentinien.
In Santiago mieteten wir ein günstiges Apartment im 19. Stock, um uns wieder etwas zu konsolidieren - alle Klamotten richtig durchwaschen (die Wäschererein waren zwar teuer aber nicht gut), selber kochen, mal wieder etwas mehr Privatspähre als in den Hostels, wieder richtig gesund werden (Marikes Erkältung war doch sehr hartnäckig).
Die Hitze (35 Grad und mehr) und die schlechte Luft machte uns ganz schön zu schaffen, ganz schöne Umstellung nach dem vielen Wind und tendenziell kühleren Temperaturen! Der tolle Ausblick von unserem Balkon führte dazu, dass wir es auf keinen der Aussichtshügel in der Stadt schafften. Wir ließen es ruhig angehen, haben es total genossen auf dem Markt einzukaufen und zu kochen.
Ansonsten sind wir viel durch die Stadt flaniert und waren auch in einigen Museen: das Chilean Museum of Precolumbian Art machte wirklich große Lust für die weitere Reise Richtung Norden und ließ uns staunen, wie vielschichtig die Kultur auf diesem Kontinent vor der Kolonialisierung war. Das Museo de las bellas Artes wirkte, als wäre es museumsdidaktisch von Kunst-Studenten des ersten Semesters zusammengestellt worden inklusive ihrer eigenen Kunst. Beeindruckend und traurig waren die Ausstellungen im Museo de la Memoria y los Derechos Humanos und an der Gedenkstätte Villa Grimaldi, die sich auf die Verbrechen und Folter während der Militärdiktatur bezogen. Wir finden, dass die Chilenen da einen ganz guten Weg finden, sich mit ihrere Vergangenheit auseinanderzusetzen, auch wenn es da in der Bevölkerung verschiedene Lager und es immer noch viel aufzuarbeiten gibt.
Hier haben auch wieder mal ein paar Deutsche eine merkwürdige Sonderrolle mit fadem Beigeschmack. In der Colonia Dignidad, einer deutschen Sekte in Chile, waren sie sehr dicke mit Pinochet und foltererten und entsorgten systematisch Gegner und Kritiker des Militärregimes. Und das Gelände existiert heute noch und wird von Sektenanhängern betrieben, man kann unglaublicherweise sogar Urlaub in der Villa Bavaria machen!
