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Parque National de Manu

Veröffentlicht: 14.05.2025

Fahrt
Cusco → Manu Nationalpark
Peru
Attraktion
Chullpas de Ninamarca
Cusco, Peru
Museum
Kartoffelmuseum
Cusco, Peru
Attraktion
Cock of the Rock Beobachtungsstelle
Cusco, Peru
Attraktion
Wasserfall
Manu Nationalpark, Peru
Unterkunft
erste Unterkunft im Manu Nationalpark
Manu Nationalpark
Attraktion
Nachtwanderung im Manu Nationalpark
Manu Nationalpark, Peru
Attraktion
Jardin de colibries
Manu Nationalpark, Peru
Unterkunft
zweite Lodge im Manu Nationalpark
2 Nächte · Manu Nationalpark
Attraktion
Machuhuassy Lagoon
Manu Nationalpark, Peru
Attraktion
Mammutbaum
Manu Nationalpark, Peru
Attraktion
Lehmsteilwand
Manu Nationalpark, Peru

Von nun an waren wir wieder zu zweit, und um uns nach dem traurigen Abschied gleich wieder abzulenken, brachen wir von Cusco in den Manu Nationalpark auf. Dieses knapp 20.000 km^2 große Regenwaldschutzgebiet ist nur in den Randbereichen in der sogenannten kulturellen Zone besuchbar, während der größte Teil zum Schutz der Tiere und Pflanzen (und kleiner indigener Völker, die keinen Kontakt zur modernen Außenwelt wünschen) gesperrt ist. Insgesamt sollen 200 Säugetier-, 1000 Vogel- und 1200 Schmetterlingsarten im Manu vorkommen, sowie ca 10% aller auf der Welt vorkommenden Pflanzenarten. Tendenz steigend, weil immer wieder neue Spezies entdeckt werden. Und wir erhofften uns, einen kleinen Teil davon beobachten zu können!

Mit einer kleinen Gruppe europäischer Touristen, einer sympatischen wohlgenährten alten Dame als Köchin, sowie einem tollem kompetenten Biologen als Guide brachen wir auf.  Schon wieder ein langer und mühsamen Weg -  hinab von über 3000 hm in Cusco durch Bergstraßen und Nebelwälder zum Nationalpark auf ca 300hm. Unterwegs machten wir noch Halt bei den Chullpas de Ninamarca (präkolumische Grabstätten, in den kleinen Häuschen wurden die Menschen sitzend in Embryonalstellung beerdigt) und bei einem Kartoffelmuseum, in dem eine enthusiastische Wissenschaftlerin aus Lima über die über 3500 Kartoffelsorten, die es in Peru geben soll, referierte. In der Gegend werden die Kartoffeln angeblich mit sehr archaisch aussehenden Werkzeugen und viel Handarbeit angebaut, das kann man kaum glauben dass sowas wirklich noch in Benutzung sein soll.

Die Straße schlängtelte sich immer weiter, es wurde heißer und feuchter. Am Wegesrand sahen wir die ersten exotischen Vögel, und liefen mit unserem Guide mit Ferngläsern bewaffnet zu Fuß den Weg entlang, während unser Auto weiter unten auf uns wartete. Leider konnten wir uns nur einen Bruchteil der Tiernamen merken, aber unsere erste stolze Beobachtung war ein chest-nut crested cotinga mit knallroten Augen, gefolgt von einem roten Macaw (Ara). Und wir kamen an eine Stelle, zu der zu bestimmten Tageszeiten der wunderlich aussehende Andenfelsenhahn (Cock of the Rock) mit seiner "Knubbelnase" zu beobachten war, übrigens Perus Nationalvogel.

Nach einem leckeren Essen an einem Wasserfall und weiterer Jökelei erreichten wir unsere erste Unterkunft (einfache Bambushütten mit kalter Dusche, aber immerhin Privatzimmer). Hier bekamen wir alle Gummistiefel verpasst, die wir die nächsten Tage auch immer brauchten. Leider war Freddys Paar an den Waden zu eng, so dass der Arme sich im Laufe der Zeit richtig schlimme Scheuer-Fleischwunden zuzog. Die Stiefel kamen nach Einburch der Dunkelheit auch sofort zum Einsatz, als wir uns auf eine kleine Nachtwanderung aufmachten. Richtig gruselig, es kreuchte, fleuchte, brummte und quakte, und ständig flog einem was in den Mund. Wir entdeckten ein paar lustige Frösche und Kröten, Blattschneiderameisen, eine Schlange die am Wasser auf einen Baumfrosch als Beute wartete, und allerlei Insekten.

Am nächsten Tag sahen wir dann den Teich und die Umgebung im Hellen, alles sah dann ganz harmlos und lieblich aus. Im weitläufigen Gelände wurden die verschiedensten Früchte, Kokosnüsse, Zimt, und ganz viel Coca angebaut (in der Gegend darf im kleinen Stil Coca als Heilpflanze angebaut werden, aber alle Fahrzeuge werden bei der Ausfahrt aus dem Park kontrolliert, dass keine größeren Mengen, bei denen sich Kokain-Herstellung lohnen könnte, hinausgeschmuggelt werden). Zunächst wanderten wir zu einem kleinen Park (Jardin de colibries), in dem man besonders gut Kolobris beobachten konnte, die durch die vielen Zuckerwasserspender angelockt direkt vor unseren Augen herumschwirrten. Haben zwar auch im Laufe der nächsten Tage einige Kolibris an Blüten gesehen, aber so nah kamen wir ihnen nicht wieder. Danach stiegen wir in ein Boot um, das auch in den nächsten Tagen - neben Wandern - unser Fortbewegungsmittel sein sollte. Die Bootsführer verstanden ihren Job hervorragend und konnten den Fluss, der im Verlauf ganz schön unterschiedliche Pegel und Strömungsgeschwindigkeiten hatte, unglaublich gut lesen.

An einem Steilufer hüpften wir aus dem Boot und kletterten die Böschung hinauf, um dann durch tiefen Matsch durch den Wald zu unserer nächsten Lodge zu kommen, in der wir die nächsten 2 Tage und Nächte verbrachten.

Die Menschen, die hier in der Gegend leben, gehören hauptsächlich zu den Machigenguas und haben eine starke Verbindung zu der Natur. Es gibt wohl auch ein paar kompetente Medizinmänner, wenn es um das Thema Ayahuascazeremonien und Co geht.

Von hier aus starteten wir zu diversen Bootsfahrten und Wanderungen, durch Flüsse und Schlammwüsten, mal frierend durch plötzliche Regenschauer, dann wieder schwitzend wenn die Luft danach noch dampfiger wurde, immer voll konzentriert, ob man eine Affenfamilie, Vögel oder andere Tiere entdecken würde:

Zur Machuhuassy Lagoon, wo wir uns mit Flößen stakend fortbewegten (Freddy hat das sehr gut gemacht und könnte jederzeit als Gondoliero in Venedig anfangen), an vielen Vögeln vorbei, um dann einen sehr wackeligen Aussichtsturm im Nirgendwo zu besteigen, von dem aus wir ein paar Capybaras (Wasserschweine) beobachten konnten. 

Zu einem riesigen Mammutbaum, durch einen unglaublich vielfältigen Wald, in dem die große Konkurrenz um Licht und Nährstoffe offensichtlich wird: es überleben nur die, die hoch wachsen und ein breites Wurzelgeflecht bilden, oder noch ausgefeiltere Strategien anwenden, mit denen sie sich ihrer Nachbarn einfach entledigen (es gab zB Bäume, die sich um andere herumschlangen und diese langsam erwürgten).

Zu einer Lehmsteilwand, an denen Schwärme von gelb-blauen Macaws morgens hinfliegen, um an dem Lehm zu lecken. So neutralisieren sie die Toxine der giftigen Früchte, die sie den ganzen Tag fressen, und verhindern, dass sie krank werden.

Es war sehr anstrengend, aber unglaublich spannend und aufregend! Am liebsten wären wir noch viel länger geblieben, aber freuten uns nach vier unglaublich langen und ereignisreichen Tagen spätabends und totmüde zurück in Cusco auf eine warme Dusche und ein weiches sauberes Bett.





Auf einen Blick

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Dauer
4 Tage
Wetter
Sommer
Begleitung
Mit Freunden (2)
AbenteuerlichKulturell
  • Manu Nationalpark
  • Chullpas de Ninamarca
  • Kartoffelmuseum
  • Jardin de colibries
  • Machuhuassy Lagoon
FerngläserGummistiefel
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