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1001 Kirche - nein, diesmal nicht!

Belize - ein unerwartetes Stückchen Karibik

Die Häuser sind bunt, aus Holz, nicht perfekt hergerichtet, aber die Gärten haben einen grünen, gut gepflegten Rasen wie in England. Die Menschen haben es nie eilig, sind ausgesprochen fröhlich, manchmal ein bisschen weggetreten (eingeraucht?), gehen gerne barfuß, haben ziemlich oft Rastalocken, halten nicht viel von einer schlanken Linie und sprechen Englisch (bzw. untereinander etwas, was nur entfernt an Englisch erinnert). Eingebettet zwischen Guatemala, Mexiko und einem schönen blauen Meer liegt Belize und vermittelt karibisches Feeling at its best.

Von Guatemala kommend haben wir einen ersten Halt beim Zoo von Belize gemacht, der hierzulande eine äußerst berühmte Sache ist. Seine Entstehungsgeschichte ist kurios: In den frühen 1980er Jahre hat Richard Foster, ein britischer Regisseur, einen Dokumentarfilm über Wildtiere in Belize gemacht. Nach Ende der Dreharbeiten waren einige der Tiere so zahm, dass man sie nicht mehr in das Leben in der Wildnis entlassen konnte. Daraus entstand der Zoo, der bis heute ausschließlich Tiere beherbergt, die im Land heimisch sind, und inzwischen eine wichtige Rolle innehat, da er zB Wildtiere aufnimmt, die als Haustiere gehalten wurden, ohne dafür geeignet zu sein, weiters Tiere mit Verletzungen oder solche, die vom Abschuss gefährdet sind, wie manche Jaguare, die sich daran gewöhnt haben, Haustiere zu reißen, und daher ins Visier der Bauern geraten. Der Zoo ist richtig nett, und die Tiere haben ganz moderne großzügige Gehege. Wir wollten eigentlich bei Foster wohnen, der mit seiner Frau ein Guesthouse betrieben hat. Doch dann zeigte sich, wie sehr Belize karibisch auch in seiner schlechten (also gefährlichen) Ausprägung ist. Im August wurde Foster, der mehr als 40 Jahre hier gelebt hatte, bei einem Raubüberfall auf sein Haus verschleppt und brutal ermordet (die Details erfuhren wir glücklicherweise erst aus dem Internet, Tage nachdem wir den Zoo besucht hatten).

Dann fuhren wir auf die Insel der Barfüßler: nach Caye Caulker, das gar nicht so sehr alternativ war, wie wir gedacht haben. Wir hatten nämlich die Befürchtung, dass wir für all die jungen Menschen, die dort Urlaub machen, zu alt und daher fehl am Platz sein würden. Tatsächlich gab es dann genauso viele überaus reife Besucher und -innen wie junge. Letztere begeisterten sich weniger für das Gras, das dort offensichtlich leicht erhältlich ist, sondern mehr für gegrillten Hummer, Garnelen-Spieße und Fischcurry mit Kokosreis. So sind sie, die jungen Leute von heute ;-) Wir jedenfalls hatten viel Spaß: ich beim Schwimmen, Roby beim Barfußgehen und wir beide beim Essen, wobei die Palette von Fryjacks (einer Art gefüllten Langos) bis zu mit Shrimps gefülltem Lionfish mit Krebsenzangen reichte.



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