Das Hochland hat uns verzaubert - endlich sind wir da
Am liebsten hätten wir den dritten Blog-Eintrag mit wiederholtem ‚ist das schön hier, ist das schön hier...‘ gefüllt, aber das ist für den Leser sicher nicht aufschlussreich...


Veröffentlicht: 12.06.2018
Da wir ja typisch deutsch unseren Urlaub im Vorhinein bereits durchgetaktet hatten, stand heute die erste Wanderung (auf schottischem Boden!!!) auf der Tagesordnung!
Ohne Zeitplan wanderten wir erstmal drauf los und hatten erneut Mordsglück, dass gerade in dem Moment, als wir zum Viadukt vordrangen, der Jakobite Steam-Train durchs Tal ratterte.
Dieser Zug ist den meisten von uns und Euch eher als der „Hogwarts-Express“ aus den Harry Potter-Filmen bekannt! Langsam, dampfend und laut hupend tuckerte der über das Viadukt, damit auch der lahmste Touri mit Knipsgerät rechtzeitig abdrücken konnte! Beeindruckend war‘s allemal!
Danach ging es kraxelnd den Berg hoch, woran Ida erneut einen ziemlichen Spaß hatte und gänzlich auf tragende Hilfe unsererseit verzichtete. Da waren wir schwer beeindruckt, was die kleine Wandermaus für Kraft und Ausdauer in den Beinchen hat. Und wir hatten vor dem Urlaub Sorge, sie hätte da gar keine Lust zu... Hoffen wir mal, dass sie ihre Wanderlust beibehält.
Nach einem kurzen, aber heftigen Schreckmoment, namentlich zwei Kampffliegern der Royal Air Force, welche das Glenfinnan-Tal scheinbar für ihre bodennahen Trainingsflüge nutzen, brauchten wir dann aber doch alle erstmal eine Verschnaufpause! Unfassbar, wie laut diese Dinger sind. Während der nächsten Meter, hat Ida versucht, den eventuell nochmal wiederkehrenden Jets sonstwas an den Antrieb zu hexen (ach ja, noch gar nicht erwähnt: wenn Bibi und Tina nicht gerade mit und wandern, schlüpft Ida in die Rolle der kleinen Hexe). Wenn auch trommelfellzerreißend laut, so können wir nicht anders als neidlos anzuerkennen, dass die Briten (im Vergleich zu anderen Industriestaaten) wenigstens überhaupt zwei funktionsfähige Kampfflugzeuge in ihren Reihen haben.........
Zum Ende hin verließen unsere Kröte dann doch die Kräfte und es ging in die Kraxe! Tolles Teil ist das. Muss an dieser Stelle auch mal erwähnt werden. Und das ganz ohne Werbezwecke für die Herstellerfirma, versteht sich! Deuter hat nicht genug gezahlt, um hier namentlich genannt zu werden!Zurück im Auto dauerte es erneut keine fünf Minuten und die Knopfaugen auf der Rückbank waren geschlossen.
Das hatte zum Vorteil, dass Lena nun wirklich, wie am Vortag bereits erwähnt, alle paar Fuß ‚Stop‘ schreien konnte!Denn hier in der Gegend wurde nicht nur die Reise mit dem Hogwarts-Express gedreht. Auch viele Szenen aus den letzten Teilen der Zauberergeschichte wurden in den Highlands abgelichtet. Unter anderem befindet sich die Insel mit Professor Dumbledores Grab und dem Elderstab ganz in der Nähe unseres Campingplatzes. Wir sind schon Nerds...
Wie Hexerei erscheint uns in der Tat auch das Wetter. Aufgestanden sind wir bei kühlen 12 Grad, bedecktem Himmel und Starkregenprognose. Gewandert sind wir dann bei toller Sonne, 20 Grad und starkem Wind. Von Regen keine Spur! Was uns wieder vor Augen führt, dass man hier scheinbar keinen (großen) Wert auf die Vorhersagen legen sollte! Für uns kein Problem...in Frankfurt hauen die Wetterankündigungen ja auch nie hin! Nach einer Portion richtig gutem Fish & Chips im ‚The Mission Café’ in Mallaig, das uns von unseren Zeltnachbarn wärmstens empfohlen wurde, schlenderten wir noch eine Weile am Hafen entlang! Dabei änderten wir dann doch unseren durchgeplanten Urlaub und verschoben unsere Fähre zur Isle of Skye wetterbedingt von Mittwoch auf Freitag (und wiedermal Glück gehabt. Ne Airline hätte den Trip ohne Flexticket nicht so einfach umgebucht).Für morgen und Donnerstag ist hier nämlich Sturm bis Windstärke 9 angekündigt. Es reisen wohl einige der Wohnwagen-Camper ab und sagten uns, dass es etwas ungemütlich werden könnte! Wir sind gespannt und harren der Dinge, die da kommen...könnten! Warten wir es ab.
Den restlichen Nachmittag verbrachten wir dann noch an einem sehr schönen, kleinen Sandstrand mit Muscheln sammeln und Kneipp‘schen Fußbädern im Atlantik! Weiter hätte uns da auch niemand reinbekommen.So lauschen wir nun (denn wir sind endlich mal „live“) den tosenden Wellen und genießen den Sonnenuntergang.
Gute Nacht euch allen!