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Zuletzt in Helsinki

Kapitulation!

Veröffentlicht: 18.06.2018

Wir verabschieden uns aus dem rauen Norden und von unseren restlichen Reiseplänen. Gut, dass die Planerei viel (Vor-)Freude bereitet hat und die ganzen Abendstunden somit nicht völlig für die Katz waren.

Obwohl wir gut vorbereitet waren und für alle Eventualitäten einen Plan B in petto hatten, so hat uns der einzige komplett unberechenbare Faktor, das Wetter, einen Strich durch die Rechnung gemacht: wir hätten nie ahnen können, dass uns im Juni der schlimmste Sommersturm seit 30 Jahren erwartet und wie sich Windböen mit 75 kmh im Zelt anfühlen, wissen wir auch erst jetzt.

In der letzten Nacht haben wir mehr als gedacht, aber weniger als nötig geschlafen. Der Wind, mit ca 50 kmh angekündigt, hat ab 22:00 Uhr ordentlich an Fahrt aufgenommen.

(Zeltabsicherung um 22:30 Uhr! Ja, es ist wirklich so hell)

Ursprünglich wollten wir den Tag ja aussitzen und einen erneuten Tesco-Ausflug nach Ullapool starten. Nachdem die stürmischen Winde aber nun immer stärker wurden, sich bis Dienstagabend ziehen sollten und uns das Zelt mehrfach eingeknickt ist, haben wir uns zu einer Vernunftentscheidung durchgerungen. In der Hoffnung auf kurze-Hose-Wetter, steuern wir nun Zentralschottland an.

Keiner von uns möchte abreisen. Assynt hat uns wirklich gut gefallen, und selbst Ida hat die Abreise boykottiert und auch klar geäußert, dass sie nicht fahren mag. Zweifel schleichen sich leise ein: haben wir uns mit den Highlands zuviel zugemutet? War das von vornherein vielleicht eine Schnappsidee?

Nein, eigentlich nicht. Die ersten knapp 1,5 Wochen sind sicher nicht so gelaufen, wie ursprünglich gedacht, aber wir haben sie dennoch genossen, einen Eindruck von drei unterschiedlichen Gebieten gewonnen (von ‚Kennenlernen’ könnte selbst nach sechs Wochen kaum die Rede sein, dazu ist es einfach zu abwechslungsreich) und wertvolle Familienzeit miteinander verbracht.

Das, selbst für schottische Verhältnisse, miese Wetter war einfach Pech; und auf Teufel komm raus am Ursprungsplan festhalten wäre schlichtweg dumm gewesen. Jetzt hat Erholung Priorität vor Abenteuer, milderes Klima vor wilder Landschaft und Familienzeit vor Wanderslust.


Leider weiß Ida unsere Bemühungen derzeit nicht zu schätzen und hat uns während des Besuchs am Culloden Battlefield mit Verwünschungen und Maulerei bedacht.

(Denkmal für die gefallenen Highlander)

(Krankenlager der englischen Armee)

(Stein zum Gedenken an die verschiedenen Clans)

Der Besuch ist also deutlich kürzer ausgefallen, als uns lieb war, allerdings hat der Wind uns ohnehin vom Schlachtfeld gedrückt, so dass wir durchaus froh waren, als wie wieder im Auto saßen.

Temporär hat es uns jetzt nach Perth verschlagen. Wieder ein Hotelaufenthalt auf der Durchreise. Im Gegensatz zum Inn am Loch Ness, ist dieses hier etwas zu minimalistisch. Aber wir wollen nicht jammern, ist ja nur für eine Nacht, bevor wir morgen hoffentlich einen Campingplatz finden, auf dem wir die nächste Woche verbringen können.


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