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Vom blauen Wunder und einem verlorenem Schuh auf dem Frankensteigla

Veröffentlicht: 10.07.2020

Was haben die Farbe Blau, ein alter Schuh, Hänsel und Gretel gemeinsam?

Genau, von ihnen berichte ich euch heute.

Hoch oben über Wirsberg auf dem sogenannten Frankensteigla sind wir heute unterwegs. Unser Einstieg ins Abenteuer beginnt an einer scheinbar normalen Abzweigung oben am Berg, noch im Wald, kurz vor dem Örtchen Neufang.

"Klingt ja gut, vielleicht kann ich dort ja etwas Neues fangen spielen" denke ich und warte geduldig bis Frau Kati alles sortiert hat.

Warten kann ich ja jetzt schon viel besser und schon geht's los - wir nehmen die Beschilderung blauer Balken auf weißem Grund oder die Markierung Frankensteigla.

Nachdem wir einmal ganz tief den Wald geatmet haben und ich ein paar interessante Duftspuren in die Nase bekomme, begrüßt uns doch gleich ein recht froh gesinnter Mönch. "Ja ja, geht nur hinauf, da oben ist es herrlich und vergesst nicht mich zu erwähnen!".  Er scheint wohl einer der letzten Überlebenden der heiligen Kirche zu sein denkt sich Frau Kati, an deren Ruine unser Weg auch gleich vorbei führen wird.

Ein herrlich frischer moosiger Duft weist uns den Weg und als wir den Wald verlassen wird der Pfad immer enger.

Die Sonne begrüßt uns zaghaft mit ihrem Strahlen und sorgt später für ein traumhaftes Wetter.

Dem Steigla auf der Spur bleibe ich plötzlich stehen, so sehr staune ich.

Wusste ich es doch, hier oben wird es nicht langweilig, hier müssen Riesen wohnen. Einer hat nämlich tatsächlich seinen Schuh hier verloren. Vielleicht als er auf der Flucht war, vielleicht vor einem der seltenen Waldbewohner wie etwa dem Lochkrokodil.

Für mich gibt es nun eine Mutprobe. Während das Krokodil schläft, soll ich aus seinen Löchern die Käsestückchen herauspicken ohne es aufzuwecken.

Dann bin ich die Heldin, sagt Frau Kati. Na klar bin ich eine, das Krokodil schläft nämlich sehr sehr tief.

Auch das 7-beinige Reh, das wenige Meter weiter neugierig zusieht, kann sich nun einen kleinen Freudengalopp nicht verkneifen.

Was für ein aufregender Tag!

Frau Kati bleibt oft stehen und dann grinst sie über alle Backen und erzählt mir was von einer traumhaften Aussicht und dann macht sie viele Fotos und springt im Kreis vor Freude.

So sind eben die Menschen, jeder wie es ihm gefällt, mich versteht auch oft keiner wenn ich mich im Mist wälze.

Nach einer Zeit mit herrlichem Himmel und viel Wind um die Nase entdecken wir dann das.

Einen - na ja, ich sage mal Rest von einem Haus. Gespannt nähern wir uns dem Ein - Viertel - Haus mit Fenster.

Frau Kati hatte es sich schon fast gedacht, es ist der Rest der Kirche, wahrscheinlich das alte Zuhause des freundlichen Mönches. Wir genießen die stille Atmosphäre des Ortes und verstehen nun, woher die Kirche wohl ihren Namen hat.

Sieht man nämlich durch das Fenster - erblickt man etwas wirklich Heiliges.

Das Paradies, die Natur und Schönheit der Landschaft, die bunten Farben - eben das, wofür es sich lohnt, jeden Tag dankbar zu sein sagt Frau Kati.

Nach einer Stärkung mit leckeren Himbeeren die uns am Waldrand zum Naschen einladen und einem Stück Käse für mich, führt uns der Weg durch den kleinen verschlafenen Ort Neufang. Zum Fangen habe ich wenig Gelegenheit, denn alle Katzen und Hühner machen wohl gerade Mittagsschlaf. Ein paar freundliche Pferde sehen uns neugierig nach, und als wir am Feuerwehrhaus links Richtung Gipfelkreuz abbiegen, beginnt unser blaues Wunder.

Zunächst nur sanft, mit einigen Kornblumengruppen am Wegesrand, und auf der Anhöhe des sogenannten "Neufänger Gipfelkreuzes" dann wird es immer blauer.

Wir bleiben eine ganze Weile da oben und saugen die unglaubliche schöne Fernsicht auf - fast hätten wir uns nicht entscheiden können in welche Richtung wir nun weiter gehen. Wir bleiben dann aber bei Blau, und langsam schlängelt sich der Weg wie ein weicher Grasteppich inmitten von vielen blauen Farbtönen und Formen.

Frau Kati kann sich gar nicht satt sehen und so schaut selbst, wie herrlich es ist.

Eine Mohnblumenfamilie möchte nun unbedingt mit auf das nächste Bild. "Seht her, wir sind anders, eine Prise Rot gibt eurem Foto das gewisse Etwas!".

Der gelbe Pfeil will natürlich auch erwähnt werden. "Bleibt hier stehen und genießt meinen Aussichtspunkt!" scheint er zu rufen. Ganz blauverliebt wird es dann aber noch richtig spannend.

Nach einer Herausforderung über lange Holzbalken zu balancieren kommen wir tatsächlich an einem Hexenhaus vorbei.

Die Lebkuchen sind leider schon abgenagt und ein komisches Geräusch veranlasst mich, schnell hinter Frau Katis Beine zu schlüpfen.

Hexen reden sicher heutzutage lieber mit Menschen statt Hänsel und Gretel zu fangen denke ich.

Hänsel suche ich dort übrigens vergebens und die böse Hexe entpuppt sich als netter alter Mann, der hinter der Hütte Holz spaltet.

Was für eine aufregende Begegnung -  als wir wieder am Waldrand ankommen, ist unsere Wanderung fast zu Ende.

Ein Naturschauspiel dürfen wir noch bestaunen. Einmal falsch abgebogen, müssen wir zwar wieder umkehren, aber dafür machen wir mit dem besten Tanzpaar des Waldes Bekanntschaft.

Die beiden führen uns dann auch spontan den Franken -Tango vor.

Beifall gibt es nicht nur von uns - auch eine gesellige Runde betagter Grünbärte nicken wohlwollen im Takt.

Nur der schlafende Igel aus Stein bleibt unbeeindruckt.

Mein Fazit für heute:

Die zweistündige leichte Tour mit dem heiligen Durch,-  und dem herrlichen Ausblick ist einfach ein Traum für Mensch und Tier.

Märchenhafte Grüße von der verhext verzauberten Gretl,

bis zum nächsten Abenteuer!

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