Serbien und Bosnien-Herzegowina
Langsam begann die Uhr zu ticken und unsere verbliebenen Wochen und Tage und wurden immer schneller immer weniger. Aber es stand noch ein Land auf unserer Liste, dass wir bisher...


Veröffentlicht: 06.10.2025























































Nun begann der Rückweg. Damit es sich aber nicht ganz so anfühlt planten wir noch ein paar Stopps entlang der Strecke ein.
Nach Banja Luka ist Bosnien-Herzegowina mehr oder weniger vorbei und wir betraten seit langem wieder EU-Boden. Direkt nach der Grenze konnten wir in Jasenovac ein dunkles Kapitel der kroatischen Geschichte besichtigen. Hier befand sich das größte Konzentrationslager außerhalb der Deutschen Reiches betrieben vom faschistischen Ustasha Regime. Viel ist nicht mehr übrig, aber die Lage zwischen dem Fluss Save und dem weiten Sumpfland lässt gut die Auswegslosigkeit der Inhaftierten erkennen. Die Menschen litten hier, wie in allen anderen Konzentrationslagern, unter unmenschlichen Bedingungen. Tito ließ deshalb zur Erinnerung einen ganz besonderen Spomenik hier errichten.
Bei der Planung für die letzten Ziele unserer Reise merkten wir schnell: in Nordkroatien sind Sehenswürdigkeiten, Nationalparks und schöne Städte rar. Deshalb beschlossen wir entspannt entlang der Save durch den an Jasenovac anschließenden Nationalpark Lonjsko Polje zu fahren. Hier befindet sich eines der größten Sumpfgebiete Europas. Wir hatten das Gefühl schon wieder in Deutschland und an Dresden vorbei gefahren zu sein. Die Landschaft erinnerte sehr an die Spreewaldregion und die hier typischen großen Holzhäuser waren auch eher untypisch für die Länder, die wir in den letzten Monaten bereist haben.
So folgten wir der Save einen Tag lang durch Kroatien und fanden einen top Übernachtungsplatz direkt am Fluss.
Wir beschlossen Zagreb mangels Zeit links liegen zu lassen. Der nächste Halt war Varaždin an der Grenze zu Slowenien. Im Inland gab es einfach kein lohnenswertes Ziel. Varaždin ist eine nette, einladende Kleinstadt mit Schloss und barocker Altstadt. Es fand gerade das jährliche Stadtfest statt, sodass wir uns durch die Stadt schlemmen konnten und überall viel los war. Nur verbargen die vielen Stände des Festes die schönen Fassaden und Gebäude der Stadt.
In der Nähe von Varaždin befindet sich die sehr imposante und markante Burg Veliki Tabor. Hier verbrachten wir die Nacht direkt am Fuße der Burg mit spektakulärer Aussicht.
Das wars dann aber auch schon mit Kroatien und wir fuhren durch die Berge nach Slowenien. Hier warteten noch zwei Städte auf uns, die uns als Perlen Sloweniens angepriesen wurden, Ptuj und Maribor. Ptuj ist Sloweniens älteste Stadt.
Maribor sieht von weitem erstmal genauso aus wie Ptuj. Das hielt uns natürlich nicht von einem kleinen Stadtspaziergang ab. Zuvor gönnten wir Karl ein wenig Spielplatzzeit auf einem nahegelegenen Kita-Spielplatz.
Maribor wirkt größer und herrschaftlicher als Ptuj, ist sie doch auch die zweitgrößte Stadt Sloweniens. Herrschaftliche Häuser umringen den großen Marktplatz der Stadt. Der wahre Star Maribos lässt sich aber an der mittelalterlichen Flusspromenade finden. Hier wächst die älteste genießbare Weinrebe der Welt und ist dementsprechend auch im Guiness-Buch der Rekorde zu finden.
Von Maribor war es nur noch ein Katzensprung nach Österreich. Google warnte uns zum Glück vor einem riesigen Stau auf der Autobahn, sodass wir über kleine Schleichwege nach Österreich einreisten. Für Österreich ungewohnte Aussichten boten sich uns in dieser noch mittelgebirgigen Landschaft. Graz ließen wir rechts liegen und peilten die Alpen an. Seit langem übernachteten wir mal wieder auf eeinmal Autobahnrastplatz. Da wir ein wenig Zeit hatten, gönnten wir uns noch einen Aufenthalt in der Therme Grimming.
Unser Ziel aber lag in den Alpen am Hallstätter See: der Bilderbuchort Hallstatt. Wir parkten den G erstaunlich zentral und gratis mit bester Aussicht in einem Halbtunnel über dem Ort. Hallstatt liegt schön am glasklaren See umgeben von den Alpen und überzeugt mit einer geschlossenen, für den Alpenraum typischen Bebauung. Dieser Ort gilt zu Recht für Chinesen als Bilderbuchort und ist entsprechend überlaufen, auch wenn es zu unserem Besuch recht ruhig war.
Nach Hallstatt kamen wir eigentlich nur, weil uns ein ganz besonderes Treffen bevor stand. Am Wolfgangsee wollten wir uns mit unseren besten Lesern und größten Fans treffen. Falco und Jana urlaubten hier gerade.
Zuvor übernachteten wir noch schön am Wolfgangsee auf einem Bauernhof und genossen den Blick auf die Gletscher der Alpen.
Jana und Falco erwarteten uns schon freudig in St. Wolfgang. Es gab viel zu berichten, wir von unserer Reise und sie von ihrem Hausbau. Also schlenderten wir entlang des Sees durch den schönen Ort und genossen die entspannte Urlaubsstimmung.
Aber ein Besuch von Sankt Wolfgang wäre natürlich nicht vollständig ohne einen Besuch des Schafbergs. Zusammen fuhren wir mit der Schafbergbahn zur Spitze. Die Aussicht von der senkrecht abfallenden Nordwand war beeindruckend. Wir erkundeten zusammen das Gelände und genossen eine schöne Brotzeit auf dem spektakulären Berg.
Auf dem Berg wars wirklich toll, aber Falco wollte uns noch auf eine Vergnügungsfahrt mit ihrer hoteleigenen Yacht mitnehmen. So paddelten wir noch ein wenig über den See und ließen Karl etwas Spielplatzzeit. Dann war dieser schöne Tag aber auch schon wieder vorbei. Aber die zwei würden wir bald in der Heimat wiedersehen.
Wir fuhren anschließend quer durch Österreich bis zur tschechischen Grenze. Wir übernachteten noch in Österreich und zum Abschluss unserer Reise ging es zum Frühstück in Kaplice, den ersten Ort in Tschechien, in ein wirklich schönes Frühstückslokal.
Den letzten Tag verbrachten wir zum größten Teil auf der tschechischen Autobahn. Wir rasteten nur kurz in einem Naturpark in der Nähe von Prag. Dieser stellte sich aber als große Baustelle heraus. Die zweite Rast an einem Fährgarten an der Elbe in Lovosice war deutlich schöner.
Pünktlich um 19 Uhr am 24.08.2022 zum Glockenleuten des Rathauses kamen wir nach 139 Tagen Reise wieder gesund und sicher in Dresden an.
