Go East - Mit dem Fahrrad zu Ev. Gemeinden in Osteuropa
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17. Tag 25. Juli Moderne Ev. Kirche in der Bergarbeiterstadt Jastrzebie-Zdroj

Nun war ich gespannt was mich außerhalb der Evangelischen "Hochburg“ des zahlenmäßig starken Kirchenbezirks Cierzyn erwartet. Von meinen Zeltplatz am See ging es in die Bergarbeiterstadt Jastrzebie-Zdroj (früher Königstadt) mit 89.000 Einwohnern. Gleich nach dem Orteingang ging es in der Stadt ständig stark bergauf und bergab. Nach einem Zwischenstopp bei Mc Doff zum aufladen der Geräte fuhr ich Mittags zur Ev. Kirche am Stadtrand und war überrascht über den sehr modernen Kirchenbau einer Evangelischen Kirche in Polen (Foto). Im Pfarrhaus war niemand zu erreichen, aber auf der Gottesdiensttafel stand das am Montag die Kirche von 15-18 Uhr geöffnet ist. Ich entschied mich zu der Ev. Dorfkirche in Golkowice - rund 8km entfernt - zu radeln und versteckte meine Packtaschen unter der Treppe zum Eingang, denn es schien unbarmherzig die Sonne und wollte es mir etwas leichter machen. Über einen wunderbaren Radweg erreichte ich das Dorf und fand bald die Ev. Kirche. Wie zu erwarten, war die Kirche im klassischen Baustil (Foto) und das Gemeindehaus verschlossen (Foto). Nach eine kleinen Rast radelte ich zurück in die Bergarbeiterstadt und tatsächlich war gegen halb 4 Nachmittags jemand da und auch meine Packtaschen lagen noch an Ort und Stelle. Der örtliche Pfarrer war zwar im Urlaub, aber eine Frau aus der Gemeinde öffnete mir den beeindruckenden hellen und modernen Kirchsaal. Leider konnte sie werder Englisch, noch Deutsch und so rief sie eine Bekannte an, die mir am Telefon im guten Deutsch etwas zur Gemeinde berichten kann.

Zu dieser Kirche gehören immerhin etwas über 800 Gemeindeglieder in der Stadt plus Umland und - wenn ich es richtig verstanden habe – am Sonntag kommen rund 200 Gemeindeglieder zum Gottesdienst. Dann kam noch ein anderes Gemeindemitglied und über mein Übersetzungsgerät erfuhr ich, das die Gemeinde einen sehr jungen Pfarrer hat, der gerade mal 24 Jahre alt ist und technisch sehr begabt ist. Jeden Sonntag wird der Gottesdienst Live ins Internet gestreamt. Die Lieder werden mit Beamer auch an die Wand geworfen. Die Orgel stammt aus einer alten Ev. Kirche aus Warschau und ein Keybord plus Verstärkertechnik sorgt für musikalische Abwechslung. Desweiteren gibt es auch einen Kirchenchor. Jeden Sonntag gibt es ein extra Kinderprogramm für die 20-25 Kinder, die Gottesdienst kommen. Natürlich gibt es auch eine große Küche für die Vorbereitung des Kirchencafes und ich bekam gleich eine Cola geschenkt, die es auch gibt. Ich erfuhr noch, dass die Gemeinde einen Verleih für Rehabilitatiosgeräte betreibt und im Unterschoss dafür ein Lager hat (Foto). Ich war sichtlich beeindruckt. Nach dem Rundgang und den Erläuterungen zum Gemeindeleben, zeigte mir noch die alte Ev. Kirche, die rund 80m entfernt steht und auch erst 1911 eingeweiht wurde. Nach fast 2 Stunden verabschiedeten wir uns und ich war über diese Kirche sehr erstaunt. Eigentlich wollte ich noch an diesem Tag bis nach nach Rybnik kommen, aber ich entschied mich wieder zu der Zeltstelle am See zu fahren, wo ich die letzte Nacht schon verbracht hatte und ersparte mir die Sucherei nach einen passenden Zeltplatz. Einziges Manko war, wieder sehr früh aufstehen, aber das war ich ja schon etwas gewöhnt.

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