Is this the way to Amarillo?
4. Juni 2017 Die Route 66 hat sich gut versteckt. Wir finden sie in Sapulpa in der Nähe von Tulsa und verlieren sie in Arcadia 60 km später. Sie führt durch ein anderes Amerika...

Veröffentlicht: 08.06.2017
5. Juni 2017
Im Grenzgebiet zwischen Oklahoma und Texas ist die Zeit stehengeblieben. Viele Häuser sind verlassen und verfallen. Wir entdecken einen Autofriedhof aus den 60er und 70er Jahren. Die meisten Wagen haben keinen Lack mehr, sie bestehen nur noch aus Rost. Beim deutschen Vertreter ist ein kleiner Fleck erhalten. Er war einmal hellblau.
Aus dem örtlichen Gefängnis von Texola ist ein Baum ausgebrochen. Der Schrauber ist schon vor langer Zeit aus seiner Werkstatt ausgezogen. An der Tanksäule wird das Prüfglas nie mehr voll werden.
Schon 100 Meilen vorher wirft The Big Texan Steakranch in Amarillo ihr Lasso aus. Wir lassen uns einfangen. Das Angebot, zwei Kilo Rindfleisch zu vertilgen und nichts zu bezahlen, wenn wir es in einer Stunde schaffen, nehmen wir heute nicht an. Wir haben zu gut gefrühstückt. Das Lokal ist ein Rummelplatz mit gutem Essen zu fairen Preisen. Wir nehmen das Lunch-Angebot und sind pappsatt. Wahrscheinlich wird hier stündlich ein Rind geschlachtet.
Spätestens dem Parkplatz fällt uns auf, dass wir in Texas sind. Ein Fettsack hat um seine Wampe ein Messer und eine automatische Pistole geschnallt, die 10 Schüsse in fünf Sekunden abgibt. Das ist kein Polizist oder sonst ein Offizieller. Die erkennt man und die sind sehr zurückhaltend. Es ist einfach ein Idiot. Ich komme bis auf zwei Schritte an ihn heran. Wenn ich jetzt der Bösewicht wäre, vor dem er sich schützen will, hätte er keine Chance. Er hätte ein Messer an der Kehle oder etwas über den Schädel, bevor er die Knarre überhaupt über die Wampe bekäme. So bewaffnen sich wahrscheinlich die Gangster oder die Arschlöcher, die Schulen überfallen.
Nach dem Essen fressen wir Kilometer. Wir sehen riesige Rinderherden, die offenbar zum Abtransport bereit stehen. Auf einem Kilometer stehen tausende dicht an dicht auf einem Boden, wo es nichts mehr zu fressen gibt.
Wir überschreiten die Grenze nach New Mexico. Man merkt es daran, dass die Höchstgeschwindigkeit 10 km niedriger ist als in Texas. Der KOA Campingplatz in Tucumcari nimmt uns auf und versorgt uns noch mit einem schönen Abendblick und unserem täglichen Gewitter.