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Verloren in der Medina

Veröffentlicht: 21.10.2025

Attraktion
Medina von Fès
Fès, Marokko
Attraktion
Gerbereien von Fès
Fès, Marokko
Sehenswert
Souks in der Medina von Fès
Fès, Marokko
Fahrt
Medina von Fès → Medina von Méknes
Marokko

Fès

Die Medina von Fès hat über 9.500 Gassen, erklärt mir Joseph. GPS funktioniert hier nicht. Kein Wunder, dass ich mich verirre. Er bringt mich zurück zum Parkplatz. Wir laufen durch winzige, streng riechende Gassen, vorbei an den Menschenmassen. Hier also wohnen die Leute. Nebenan wird eingekauft. Es gibt Gassen für Touristen – und solche daneben. Da ist alles billiger. Und schmutziger. Jeder will Geld. Fürs Einparken, für jeden Hinweis, für jedes Nicken in die richtige Richtung. Joseph verlangt 20 Euro.

Tradition: Berber und Gerber 

Fès ist die älteste der vier Königsstädte Marokkos. Stadt der Berber. Stadt des Leders. Hier wird nach uralter Tradition gegerbt. In einem stechenden Geruch tauchen die Männer die Felle in Jauche aus Rinderurin, Taubenkot, Wasser, Kalk und Salz. Sie stehen mittendrin, ohne Handschuhe. Uns Besuchern wird Minze gereicht – für die Nase. Ich bin vorbereitet: ätherisches Öl, FFP2-Maske. Trotzdem schaudert es mich.

Arbeit riecht nach Körper

Und während ich dort stehe, denke ich an das andere Ende dieser Reise – an das verregel­te Europa. Dieses geordnete, reiche, versicherte Leben, in dem alles seinen Platz, seine Vorschrift, seine Sicherheit hat. Und wie weit das plötzlich entfernt scheint von dieser Welt hier, in der Arbeit noch nach Körper riecht, und Leben etwas kostet. Hier ist nichts steril. Kein Handgriff unsichtbar. Alles geschieht vor Augen.

Souks

In der Medina wird das Leder als bunte Taschen und Schuhe teuer verkauft. Ich ziehe mich zurück, zu den schönsten Souks: Gewürze, Gemüse, Backwaren – Baklava! – und Gewänder.

Tage in der Medina sind anstrengend. Eng, verwinkelt, laut, riechend. Die Sonne dringt kaum hinein. Alles ist nah. Alles schreit. Und überall Menschen, die wie ich versuchen, das alles festzuhalten. Auf Bildern.
Doch Vorsicht: immer fragen. Viele Muslime mögen es nicht, fotografiert zu werden.

Allein, gefährlich?

Später leuchtet ein Polizist in meinen Bus. Ob ich allein sei? Hier übernachten wolle? Ja, will ich. Nein, sagt er. Zu gefährlich. Er gibt mir seine Telefonnummer, falls etwas passiert. Ich fahre weiter. Lande in der nächsten Stadt, auf einem Parkplatz neben der nächsten Medina von Méknes. Es reicht für einen Tag.

Auf einen Blick

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Begleitung
Allein
KulturellAbseits der Pfade
  • Verlaufen in der Medina von Fès
  • Besuch der Gerbereien
  • Souks mit Gewürzen, Gemüse, Baklava und Gewändern
  • Weiterfahrt nach Méknes
FFP2-Maskeätherisches Öl
StadtKulturEssenGeschichteArchitektur
  • Joseph verlangt 20 Euro20 €
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