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44 Von Karlstrup nach Kopenhagen - Copenhagen, Baby !!

Veröffentlicht: 25.08.2020

Da ich nur eine kurze Etappe vor mir hatte und das Wetter morgens nicht allzu prickelnd war, ließ ich es gemütlich angehen. Kochte mir warmes Frühstück und was quatschte ne ganze Weile mit einem Gassigänger, der am Shelter vorbeikam und sich sehr für meine Reise interessierte. Danach gings auf den Wanderwegen runter zum Steinbruch See, dessen Wasser erstaunlich klar und warm war und somit gut als Badezimmer diente ;) 

In Karlstrup nutzte ich dann nochmal für ein Stündchen die Bibliothek und schon war irgendwie der halbe Tag vorbei :D

Dann radelte ich wieder zur Küste, machte hier und dort nen Abstecher zum Strand und konnte stellenweise mit kleinen Umwegen ziemlich nah am Wasser entlang radeln. 

Ich trödelte also so vor mich hin, kam noch beim Kunstmuseum Arken vorbei, musste dort natürlich zumindest noch die ziemlich coolen Outdoor Kunstwerke bestaunen und einen Blick ins Foyer werfen, sodass ich erst spätnachmittags am Brøndby Strand ankam, wo ich eigentlich den ganzen Nachmittag verbringen wollte :D

Aber zumindest kurz ins Wasser hüpfen konnte ich noch bevor die Sonne hinter Wolken verschwand. 

Ich blieb trotzdem noch ne ganze Weile am Strand, denn mein Warmshowers Host, den ich für Kopenhagen gefunden hatte, hatte mir angeboten mich dort zu treffen und die letzten Kilometer in die Stadt gemeinsam zu radeln - ziemlich cool!

Als er dann noch mit frischer Melone und kühlem Bier ankam und wir uns direkt gut unterhielten, war die Ankunft in Kopenhagen schon vor der eigentlichen Ankunft dort ein wahres Highlight ;) 

Auf dem Weg zum Apartment gab's dann auch gleich eine kleine Stadtführung durch die Ørestad, dem neusten, am Reißbrett entstandenen und sehr futuristisch anmutenden Teil der Stadt. 

Nachdem meine Sachen in der Wohnung abgestellt waren, gings noch kurz zum Supermarkt, Gemüse fürs Abendessen einkaufen. Da mein Host auch noch das Kochen übernahm, konnte ich die bitter nötige Dusche nach den Shelter Nächten umso mehr genießen und hätte mir wirklich keinen besseren Empfang in der (angeblich) fahrradfreundlichsten Stadt der Welt vorstellen können :) 

Am nächsten Tag durfte ich praktischerweise auch gleich die Waschmaschine nutzen und überbrückte die Wartezeit damit endlich mal wieder richtig Yoga zu üben. Als die Wäsche zum Trocknen hing, gings dann auf Touri-Tour in die Stadt - immerhin mit dem eigenen Fahrrad ;) 

Nach der kleinen Meerjungfrau, dem botanischen Garten, den gelben Reihenhäusern der ehemaligen Marinekaserne Nyboder und dem Schloss Rosenberg, war erstmal ne Verschnaufpause im Schatten angesagt. Ich fand eine nette kleine Kaffeerösterei und neben leckerem Smoothie und Kaffee gab's auch noch nen netten Plausch mit dem Besitzer. Danach radelte ich noch zum runden Turm, dem Rathaus und dem königlichen Schloss Christiansborg, bevor ich mich auf den Weg zurück zur Wohnung machte um meine Badesachen zu holen. Denn mein Host hatte sich mit Freunden zum Feierabend-Schwimmen verabredet und mich ebenfalls dazu eingeladen. Es war herrlich ins kühle Nass zu springen, noch mehr Locals kennenzulernen und das bunte Treiben im Wasser zu beobachten. Das Highlight: Ein zum Boot umgebautes Auto :D
Fürs Abendessen radelten wir ein gutes Stück aus der Innenstadt heraus zu einem unglaublich tollen Street Food Platz namens Reffen. Ich erfuhr, dass es den meisten Touris zu weit sei, bis dorthin zu kommen, sodass Reffen ein wahrer Local-Hotspot geblieben ist ;) Ich war hin und weg von der Atmosphäre dort und das Essen war natürlich auch gigantisch. Auf dem Weg nach Hause bekam ich noch Streetart vom feinsten gezeigt und wir nahmen den Weg durch die Freistadt Christiania, eine alternative Wohnsiedlung bzw. staatlich geduldete autonome Gemeinde mitten in Kopenhagen - super spannend! Fotografieren ist dort allerdings nicht gern gesehen, daher gibt's leider keine Bilder davon.

Am nächsten Tag war es nochmal hochsommerlich warm. Da ich es am Tag vorher nicht mehr in den "Black Diamond", also die königliche Bibliothek im futuristisch schwarzen Gebäude, geschafft hatte, stand ein Besuch dort ganz oben auf der Liste. Drinnen gab es neben der Architektur eine spannende Fotoausstellung zu sehen, unter anderem mit einer Porträt-Serie von Menschen, die am Bau der neuen Kopenhagener U-Bahn-Linie beteiligt sind. Danach radelte ich nochmal zum Christiansborg Slot, denn ich hatte erfahren, dass man umsonst auf den Turm des Schlosses hochfahren kann. Oben genoss ich den Ausblick über die Stadt und war schon beim Aussteigen aus dem Aufzug ganz angetan von den alten Statuen, die im Dachboden des Turms zwischengelagert wurden. Wieder unten angekommen ging's durch die Hitze mit dem Fahrrad weiter in den Norden der Stadt ins Viertel Nørrebro, da ich dort auf Maps einen Unverpackt Laden entdeckt hatte. Zum Glück gab es einen Art Fahrrad-Highway dorthin und das Viertel war so cool, dass es gar nicht so schlimm war durchgeschwitzt anzukommen und feststellen zu müssen, dass der Unverpackt Laden umgezogen war :D
Stattdessen gab es dann ultra leckeres Eis, produziert aus geretteten Bananen! Wie genial ist das denn bitte?
Und die neue Location des Unverpackt Ladens war glücklicherweise auch in einer humanen Entfernung, sodass ich mich dort noch eindecken konnte. Abends war wieder Schwimmen angesagt, diesmal in Sydhavnen. Ich lernte noch ein paar andere Freund*innen meines Hosts kennen, hatte nette Unterhaltungen und fühlte mich wie schon die Tage zuvor überhaupt nicht touri-mäßig und genoss die Stadt auf diese Art und Weise kennenzulernen. Wir bestellten noch Pizza, es gab Bier und wir saßen so lange, bis fast keine anderen Menschen am zuvor gut gefüllten Hafen saßen. Da aufgrund von Corona keine Clubs offen hatten, ich ja aber das Glück hatte mit Locals unterwegs zu sein, ging es noch zum einzigen Spot, an dem Freitagabend sowas wie Party zu finden war: Mitten auf der Dronning Louise Brücke :D 
Als der Besitzer einer riesigen Box aber auch nach Verwarnung der Polizei nicht einsah, die Musik auszuschalten, wurde sie natürlich einkassiert und die Party war vorbei. Trotzdem ein sehr gelungener Abend, der lange im Gedächtnis bleiben wird :)

Am Samstag war Kultur angesagt: Etwas nördlich von Kopenhagen in Humlebæk befindet sich das Louisiana, ein Museum für moderne Kunst. Es gab spannende Ausstellungen in einem tollen Gebäudekomplex, einen japanischen Garten und sogar eine kleine Live-Performance von drei Musikern. Abends zurück in der Stadt gab es dann einen kleinen Japan-Flashback (schon den zweiten auf der Reise): Im Ramen Restaurant konnte man ganz stilecht am Automaten die gewünschte Nudelsuppe auswählen. Auch geschmacklich kam sie sehr nah ans Original heran ;) Der perfekte Abschluss also für meinen lang ersehnten, ersten Besuch in der Fahrrad-Metropole.



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