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Die Nord-/Ostküste von Kauaí

Veröffentlicht: 12.02.2018

Als ich heute nach Sonnenaufgang in den Lydgate Parc gehe zum Laufen, ist der Himmel ziemlich bedeckt, das Meer unruhig mit hohen, wütend tosenden Wellen. Als wir dann aber später losfahren um zu frühstücken, sieht die Welt schon viel freundlicher aus und die Sonne scheint fröhlich und unbehelligt von irgendwelchen Wolken.

Wir fahren auf dem Kuhio Highway nach Norden. Unser erster Stopp ist am Kilauea Lighthouse. Der hübsche kleine Leuchtturm steht auf einer kleinen, felsigen Landzunge am Ende einer Bucht. Man kann nicht direkt hin fahren weil heute, am Sonntag, der dazugehörige Nature Parc geschlossen ist. Aber man hat am Parkplatz einen wunderbaren Blick in die Bucht und auf die See, in der sich Delphine, Waale, Mönchsrobben, Turtles tummeln, die man mit etwas Glück und Geduld wohl auch sehen kann. Die Seevögel nisten an der Klippe gegenüber des Leuchtturms, man kann ihnen bei ihren Flugmanövern zusehen. 

Wir fahren weiter, am modernen, touristischen Princeville vorbei, das uns nicht weiter interessiert. Hinter Princeville beginnt das eigentliche Hawaii, die Straße wird enger, kurviger und die Touristen deutlich weniger. 

Es ist eine traumhaft schöne Landschaft, lieblich und gefährlich zugleich. Ein Highligth auf Kauaí! 

Die Wellen an den vielen Traumstränden immer heftiger und höher! Wir setzen uns an die Hanalei Beach und schauen den Wellen zu. Schwimmen ist hier in den Wintermonaten gar nicht angesagt, es gibt nur wenige kleine Abschnitte, die durch natürliche Riffe etwas geschützt sind. An manchen Stellen kommen die Shorebreaks von vorne und von der Seite, wenn diese dann zufällig aneinander klatschen, gibt es richtige Gischtfontänen.

Hanalei selbst ist ein hübsches kleines Städtchen, oder wie die Bedienung in dem Restaurant, in dem wir zum Lunch anhalten meinte, „the end of the world“. Es gibt hier viele Traumhäuschen, viele auch zum Kaufen. Mit dem nötigen Kleingeld kann man sich bei Sotherby´s einen Traum vom Strandhaus erfüllen!

Ansonsten ist die Region fest in der Hand der Einheimischen. An den Stränden tummeln sich die Familien, es ist alles recht entspannt. Im Hinterland entlang des Highways sieht man viele Plantage mit Obst (Orangen, Kokos, Mangos, Papayas) und Ranches, wo auf großen, saftigen Weiden Rinder, Pferde und Schweine ein augenscheinlich glückliches Leben führen. Im Hintergrund steigen steil und unwirklich die Berge auf, auf der Seeseite Strand und Felsenküste im Wechsel.

Wir fahren über die kleine kurvige Straße weiter bis zum Straßenende. Hier beginnt der Napali Coast State Parc. Ab jetzt kommt man nur noch zu Fuß weiter (bei trockenem Wetter mit der richtigen Ausrüstung und genug Wander- und Klettererfahrung), oder mit dem Boot. Im Sommer gibts Kajaktouren, die zu den Traumstränden an der Westküste führen. Auch nur für erfahrene Paddler, im Winter geht das wegen des hohen Wellengangs gar nicht. Die Napali Coast ist noch ein richtiges Naturrefugium, das macht die Sache noch reizvoller. Wir haben leider keine Möglichkeit, das zu erkunden, da man dafür viel Zeit braucht und man sich am Besten einer geführten Gruppe anschließen sollte.

Am Ende der Straße gibt es noch eine wassergefüllte Höhle, die Maninholo Dry Cave. Besichtigen kann man sie momentan nur von außen, da diverse Felsstürze die Straße und den Höhleneingang beeinträchtigen. Eine trockene Höhle können wir aber noch besichtigen, die Waikapaleé Wet Cave. Es ist trotz des breiten und großen Eingangs vorne im hinteren Teil stockdunkel und etwas unheimlich. Am Eingang sind Steine zu einer Mauer aufgeschichtet, ein heiliger Ort für die Einheimischen. 

Wir machen noch eine kleine Kaffeepause in Hanalei, entdecken einen tollen Laden, der einheimisches und sehr hochwertiges Kunsthandwerk verkauft. Leider alles zu groß für den Koffer und auch - der Qualität entsprechend - nicht ganz billig. Aber wunderschön anzusehen!

Auf dem Heimweg wollen wir noch Baden am Anahola Beach, den wir nach einem kleinen Ausflug in eine rot-matschig-glitschie Straße, die wir rückwärts wieder zurück fahren müssen, dann doch finden.  Leider beginnt es plötzlich sich zuzuziehen und zu regnen. Nicht dolle, aber zum am Strand liegen zuviel. Also zurück ins Hotel, ist ja auch schon fast Abend :-)

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