Tag 11 - Phu Quoc: Früher Vogel ins Paradies
Wenn der Wecker um 05:00 Uhr klingelt, stellt sich die Frage: Bin ich ein Held oder einfach nur verrückt? Doch für Ursula, mein muffliges Einhorn, war die Antwort klar:...


Veröffentlicht: 29.12.2024



















Heute sprangen mein Einhorn Ursula und ich voller Elan aus den Federn. Mit ausreichend Schlaf im Gepäck und dem Wissen, dass das Meer auf uns wartet, konnte uns nichts bremsen. Bikini an, Sonnenschutz drauf, und los zum Khem Beach, der direkt an unser Hotel grenzt. Doch schon nach wenigen Minuten wurden wir Opfer eines unerbittlichen Winds, der den Sand wie kleine Projektilchen auf uns schoss. Ergebnis: Wir sahen aus wie panierte Schnitzel – wer sagt, dass man fürs Wiener Schnitzel extra Paniermehl braucht?
Da ich nicht vorhatte, den Tag als wandelnde Sandburg zu verbringen, zückte ich die „Grab-App“ und bestellte ein Taxi. Ziel: „Long Beach“, die andere Seite der Insel. Mein Geografie-Genie-Plan lautete: „Wenn der Wind von einer Seite kommt, ist’s auf der anderen bestimmt besser.“ Und tatsächlich, am Long Beach wartete eine windfreie Zone und ein einladender Beachclub mit Liegestühlen und Sitzsäcken.
Ich ergatterte einen Sitzsack unter einem Sonnensegel und legte los mit einem bunten Mix aus Lesen, Theatertext lernen und Podcast hören. Zwischendurch machte ich immer mal wieder einen Abstecher ins Wasser. Bonusunterhaltung: Flugzeuge, die den Flughafen von Phu Quoc über das Meer ansteuerten – fast wie in einem Tropen-Spotting-Paradies.
Am Abend blieb ich natürlich, um den berühmten Sonnenuntergang zu genießen. Kurz vorher zogen ein paar Wolken auf, aber das störte nicht. Die Sonne verabschiedete sich in spektakulären Farben – ein Moment zum Genießen.
Nachmittags hatte ich ein Bruschetta gegessen, das so gut war, dass ich abends gleich im selben Beachclub blieb. Am Tisch neben mir setzte sich eine Familie mit zwei kleinen Kindern. Erst hörte ich sie französisch reden, dann bemerkte ich, dass die Mutter mit den Kindern schweizerdeutsch sprach. Bingo! Wir kamen ins Gespräch. Miriam, die Mutter, erzählte von ihrer zweimonatigen Reise durch Vietnam mit ihren zwei kleinen Abenteurerinnen (2 und 4 Jahre alt). Respekt, dachte ich – Reisen mit Kleinkindern ist in meiner Vorstellung ungefähr so relaxt wie ein Yoga-Retreat mit Krokodilen.
Der Vater ging schliesslich mit den erschöpften Kindern ins Hotel zurück, und Miriam und ich genehmigten uns noch ein Bier. Nach einem angenehmen Austausch tauschten wir Nummern aus – vielleicht ergibt sich ja ein weiteres Treffen zum Abendessen.
Es war ein perfekter Urlaubstag voller Sonne, Meer, leckerem Essen und einer Prise Abenteuer. Und natürlich Ursula, die am Ende zufrieden mit ein bisschen Sand in den Hufen einschlief – diesmal ohne Muffelhorn-Attitüde.
