Wolfgang Zander
Wolfgang Zander
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NORWEGEN 2019 - Teil 5: Von Bodo weiter nordwärts

Veröffentlicht: 01.11.2020

Wunderschön und wirklich sehenswert ist Bodo nicht. Das Bodo mit dem durchgestrichenen o am Ende, was in Norwegen natürlich als ö ausgesprochen wird: Bodö! Eine funktional aufgebaute Industrie- und Hafenstadt ohne irgendwelche Sehenswürdigkeiten, wie die ersten Bilder dieses Bogens zeigen . . . - und dennoch von großer Bedeutung für meinen weiteren Reiseverlauf.

Bodo ist die Endstation der Nordlandsbanen (die in Norwegen auch ohne stummes h geschrieben wird) und damit der äußerste Endpunkt des zusammenhängenden norwegischen Eisenbahnnetzes. Unzählige Male bin ich die Strecke während der letzten Jahre mit dem Finger auf der Landkarte auf und ab gefahren. Habe mir Bilder in Eisenbahnbüchern angesehen und mich andächtig voller Ehrfurcht und Respekt gefragt, was für ein Gefühl es wohl sein würde, in einem der abgebildeten Züge zu sitzen und die rund 750 Kilometer von Trondheim nach Bodo in der angegebenen Zeit von knapp zehn Stunden zurückzulegen . . . - ein verdammt gutes und wirklich großartiges Gefühl ist es. Absolut cool und überaus sensationell. – Megageil, sozusagen! In einem Zug zu sitzen, gezogen von einer 3330PS starken Diesellokomotive, die mit einem tief brummenden und mir Gänsehaut verursachenden, überaus wuchtigen und intensiven Dieselmotorengeräusch an Seen vorbei, durch langgezogene Täler, enge Schluchten, sehr zahlreiche Tunnels und mehrere Fjorde entlang über zwei Gebirgspässe und den nördlichen Polarkreis hinaus diesen Zug nach Bodo zieht.

Bodo ist außerdem der Punkt, an dem ich mich auf ein Schiff der Hurtigruten begeben habe. Fasziniert betrachte ich vom Schiff aus die zahlreichen Berggipfel entlang der Nordlandsküste und frage mich, ob wirklich auf jedem einzelnen dieser vielleicht in die Hunderte gehenden Gipfel schon jemand oben gewesen ist. Am Horizont sind zudem die 90 Kilometer Luftlinie von Bodo entfernten Lofoten zu sehen. Abends erreichen wir dann die heimliche Lofotenhauptstadt Svolvaer, wo ich den halbstündigen Aufenthalt des Schiffes für einen kleinen Spaziergang nütze. An abenteuerlich aussehenden Gipfel vorbei geht es durch die Fjorde und Sunde dann weiter. Durch die Fjorde weiter bis zum bekannten Trollfjord . . . - 23:15 ist es jetzt. Das Gedränge an Deck ist angesichts der ausgewiesenen Sehenswürdigkeit enorm. Zwei Bilder, bevor ich mich an diesem Abend schlafen lege, möchte ich hier nun aber noch präsentieren: Die Einfahrt in, sowie die Ausfahrt aus dem Trollfjord.

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