Endlich was zu berichten!
Nach nun fast einem Monat der Abwesenheit in diesem kleinen Fleckchen unseres gemeinsamen Freundes Internet, hier nun ein erstes Lebenszeichen. Als Entschuldigung dürfte wohl...


Veröffentlicht: 20.03.2017
Nein, nicht was ihr jetzt denkt! Zur Abwechslung geht es in diesem Blogeintrag mal NICHT um etwas unanständiges sondern (die ganz schlauen Füchse unter euch werden es anhand des Titelbildes wohl schon erraten haben) den Kauf unseres - haltet euch fest - ersten eigenen Autos! Eines RICHTIGEN Autos mit vier Rädern und Lenkrad und allem was dazu gehört eben. Es ist schon komisch...gerade eben haben wir in unserem kleinen Weimar noch die Schulbank gedrückt und nun sind wir stolze Besitzer eines Autos, das wir am anderen Ende der Welt erworben haben. Um genauer zu sein eines roten Mitsubishi Lancer aus dem Jahre 2000. Da kommt man sich dann doch ganz schön erwachsen vor...
Übernommen haben wir das gute Stück übrigens von Gerrit und Sandra aus Augsburg, die schon seit einigen Monaten auf vier Rädern in Neuseeland unterwegs sind und für die es nun bald wieder zurück nach Deutschland geht. Nach einigen Treffen mit den beiden (inklusive Testfahrt und Besuch bei der Werkstatt) beschlossen wir, das Auto zu kaufen. Gesagt getan. Und schwups einige (tausend) Dollar weniger auf dem Konto und einigen Papierkram später, befanden wir uns im Besitz eines Autos.
Manchmal ist das Leben einfach easy peasy kiwi squeezy! Ich war gerade auf dem Weg zur Arbeit (und zugegebenermaßen schon etwas spät dran) als mir das for sale Schild im Seitenfenster unseres Zunkünftigen auffiel. Also bin ich hingerannt , habe ein Foto von der angegebenen Handynummer gemacht und diese Richi geschickt, woraufhin Richi dann Sandra und Gerrit kontaktiert hat usw... So glücklich bin ich wohl noch nie fast zu spät bei der Arbeit angekommen! Und es kam noch besser! Denn die beiden legten außerdem auch noch ihre gesamte Campingausrüstung oben drauf. Somit haben wir praktisch ein Mini-Wohnmobil erworben mit einem mehr oder weniger geräumigen Schlafzimmer auf der Rückbank (es gibt sogar selbstgebastelte Gardinen am Fenster) und einer "Küche" (in Form von zwei Töpfen, einem Gaskocher, Alufolie und sämtlichem Geschirr... was will man mehr?).
Natürlich ist nicht alles perfekt. Ein paar Sachen müssen noch repariert werden und ähhh...nun ja...der Motor will nicht starten... aber keine Sorge, das hört sich jetzt erstmal dramatischer an, als es ist, denn nach zahlreichen Gesprächen mit den Autoexperten unseres Vertrauens und jeder Menge Mechanikerspürsinns unsererseits, sind wir zu dem Schluss gekommen, dass lediglich die Batterie leer ist. Es sollte also kein Problem sein, das Auto mit ein bisschen Starthilfe wieder zum rollen zu bringen... hoffentlich. Da wäre noch das Linksfahren und das ungeduldige und wilde Fahrverhalten mancher Kiwis, das wir bereits am eigenen Leibe zu spüren bekommen haben (beides hat Richi jedoch mit Bravur gemeistert!). Ach ja, und wie um alles in der Welt tankt man überhaupt??? Aber das werden wir schon herausfinden. Na ja ihr merkt schon, das ist der Beginn eines komplett neuen Abenteuers!
Ansonsten ist alles beim Alten. Die Leute kommen, essen ihr Essen und wir waschen das Geschirr. Mit Louise, die im Deli den Kaffee zubereitet, habe ich mittlerweile so etwas wie eine telepathische Kaffeebeziehung. Oft reicht schon ein freudig erwartender Blick meinerseits und keine 60 Sekunden später halte ich meinen geliebten Cappuccino in den Händen. Ansonsten habe ich neulich versucht, Donna und Allison (den beiden Bäckerinnen im Deli), Deutsch beizubringen, samt Wort-bei-Wort-Übersetzung, und zwar Wörter wie "Nudelholz" und "Schneebesen"... die beiden haben sich köstlich amüsiert.
Für uns wird es nun bald weitergehen. Ich kann es gar nicht erwarten ins Auto zu steigen und endlich loszufahren. Trotzdem werde ich auch einiges vermissen, neben einigen Leuten und dem tollen kostenlosen Kaffee, vor allem die (manche) Vorzüge der Sesshaftigkeit, wie zum Beispiel eine gut ausgestattete große Küche oder eine Waschmaschine, die man jederzeit benutzen kann und das gute Internet hier ist natürlich auch nicht zu verachten.
Wo es nun als nächstes hingeht? Wir haben keinen blassen Schimmer. Auf jeden Fall Richtung Süden, so viel können wir schon mal versprechen...
Maggi&Richi, Montag 20. März 2017, Akaroa 14:35 Uhr