4. Jan 2017: Carnarvon Shire und die Blowholes
Carnarvon diente als kleine Zwischenrast. Aus irgendeinem Grund war hier die Luft nicht mehr so trocken und somit tropischer. Daraus folgend ist dieser Ort tatsächlich einer der...


Veröffentlicht: 18.01.2017
Das Ningaloo Reef bildet quasi das Westgegenstück zum Great Barrier Reef und soll dem auch in Größe und Artenvielfalt in nichts nachstehen. Der Unterschied ist der deutlich geringere Tourismus und eine absolut geniale Sache: Es befindet sich in unmittelbarer Nähe zur Küste. Anders als beim Great Barrier Reef muss man hier keine Fähre buchen und ist nicht an die Fahrzeiten gebunden.
Die Gegend südlich von Exmouth stellt eine Anhäufung von Termitenhügeln dar. Egal wo man hinschaut, man findet kein Blickfeld ohne.
Exmouth selbst ist ein wirklich nettes Städtchen. Sehr cool waren vor allem die Emus, die einfach so quer durch die Stadt spazierten. Ich meine sogar, einer hat vor dem Straßeüberqueren sogar nach rechts und links geschaut.
Als Unterkunft wählten wir wieder eine Art Backpackerhostel in Bungalows. Hier gab es sogar Klimaanlagen, was den Aufenthalt bei Aussentemperaturen von über 42° C sehr angenehm machte. Viel los war dort ohnehin nicht, da die Haupturlaubszeit außerhalb des australischen Sommers liegt.
Zum Schnorcheln am Ningaloo Reef ging es ausschließlich an den Turquoise Bay. Dieser wurde von mehreren Quellen als am sehenswertesten bezeichnet. Nebenan befindet sich zudem "The Drift". Hierbei handelt es sich um eine Meeresströmung entlang der Küste, die einem einen Teil des Schwimmens erspart. Man kann sich einfach durch das Riff treiben lassen. Etwas gefährlich ist es schon, da die Strömung gegen Ende Ihre Richtung ändert und man leicht auf das Meer hinausgetrieben werden kann. Mit Vorsicht passiert aber gewöhnlich nichts. Der Weg dorthin führte entlang einer Hügelkette im Cape Range National Park, deren Umgebung sehr an die afrikansiche Steppe erinnerte. Es fehlten nur noch Giraffen oder Nashörner im Hintergrund.
Der Turquoise Bay an sich war absolut herausragend. Das Wasser war wirklich Türkis und der Strand perfekt zum Sonnen. Zudem war es dort, wie meistens in Westaustralien, sehr leer und perfekt zum Entspannen.
Das Highlight war allerdings das Schnorcheln am "Drift". Es wurde nicht zu viel versprochen und das Riff ist tatsächlich absolut zugänglich. Wir mussten keine 100 Meter herausschwimmen, um uns mittendrin zu befinden. An einigen Stellen konnte man sogar noch stehen. Einige Korallen leuchteten in einem dunklen blau, andere in einem hellen gelb und vereinzelte in einem hellen Grasgrün. Allein das war schon ein Augenschmauß. Die Vielfalt der Fische toppte dies allerdings nochmal. Deren Farben waren teilweise noch viel bunter und herausstechender. Leider hatten wir keine GoPro dabei und konnten auch keine Bilder festhalten. Ich bin sicher, das wären mit die schönsten des gesamten Trips geworden. Mir selbst bot sich außerdem die Möglichkeit, für ein paar Meter mit zwei Rochen zu schwimmen und eine Meeresschildkröte beim Korallen verputzen zu beobachten. Der Basti hat es noch besser erwischt: Ihm hat ein Riffhai den Weg gekreuzt. Diese Haie sind relativ klein und greifen gewöhnlich keine Menschen an. Also war alles im grünen Bereich. Aber dennoch eine geile Erfahrung, so hautnah einen Hai in freier Wildbahn erblicken zu können.
Da in meiner Reisekasse mehr Geld übrig war als geplant, gönnten wir uns an den Abenden auch mal etwas Besonderes. Und zwar ein sogenanntes Seafood-Medley in einem etwas schickeren Restaurant. Da saßen wir dann also mit unserem durchaus teurem Menü in der Schickimickibude und waren dabei unfähig, die Garnelen korrekt zu schälen. Das ganze sah offensichtlich so stümperhaft aus, dass eine Bedienung herkam, um uns das ganze Prozedere zu erklären. Gut geschmeckt hat es aber trotzdem. Und nach mehreren Tagen Dosenspaghetti lieferte es uns eine wirklich gelungene Abwechslung.
Am letzten Tag starteten wir mit einer Reisegruppe eine Weinsession. Der Alkohol hier ist ja bekanntlich dermaßen teuer, dass gerne mal auf die Billigprodukte zurückgegriffen wird. Unsere Einkäufe befanden sich in 4-L-Plastiktüten mit integriertem Zapfhahn. Das Zeug ist spottbillig, führt aber auch zu einem entsetzlichem Kater. Seinen Zweck hat es aber dennoch erfüllt und es entwickelte sich eine witzige Runde.
Final zusammengefasst:
Das Ningaloo Reef ist absolut brillant und besticht vor allem durch seine leichte Zugänglichkeit. Mir ist es ein Rätsel, wieso derart große Massen zum Great Barrier Reef strömen, während sie etwas Ähnliches für weniger Geld und unbegrenzter Zeit genießen können.0,0
Übrigens:
