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6 Wochen kreuz und quer durch Italien

23.10.2020-Die Stadt dessen Name nicht genannt werden darf

23.10.2020

Liebe Freunde,

heute war der Tag des schönen Wetters, der heißen Sonne und der nicht auffindbaren Grotten.

Los ging es mit einem Guten-Morgen-Gebrummel aus purer Freundschaft und natürlich einem sinnlosen Rumsitzen meinerseits um Paps schon zu Beginn des Tages auf die kommenden Stunden vorzubereiten. Das erste Problem war es aus Bari heraus zu kommen, wobei uns das Navi mit seinem: Suche GPS, nicht wirklich geholfen hat und dann auch noch viel zu viele schöne Straßen gesperrt waren und wir einigermaßen zügig aufs Handy umstellen mussten, um überhaupt dort raus zu kommen und so sind wir heute nach mindestens einer halben Stunde herum fahren jedes Mal auf einem anderen Weg an unser Ziel gekommen, als sich die gute Dame es gewünscht hat. Ich habe die Stimme jetzt auf männlich umgestellt, sehr zum Missfallen von Papa.

Das große Problem kam nur auf, weil wir um eine bestimmte Stadt zu sehen wieder ins Landesinnere mussten und dort gelinde gesagt häufig, verworrene Wege sind. Doch lasst es euch gesagt sein: wir haben es geschafft und dadurch auch die erste italienische Stadt entdeckt in der es genügend Parkmöglichkeiten gibt. Selbst wir konnten uns einen Platz direkt an der Straße ergattern und mussten nicht zu einem Parkplatz einen Kilometer außerhalb. Sehr mit uns zufrieden sind wir gestartet und falls ihr euch fragt wo wir waren, die Stadt hieß Gravina in Puglia (fragt mich aber bitte nie nach dem Namen, ich habe ihn gerade nur von unserer Karte abgelesen/abgeschrieben).

Wieder sind wir so aufgefallen wie die jungen Hunde. Ich bin mir noch nicht ganz sicher woran es liegt: vielleicht an unserer Konstellation oder meinen Strumpfhosen, Papas kurzem Hemd oder unserer Einheitsfrisur. Ich weiß es echt nicht, aber hier starren die Leute scheinbar gerne sehr auffällig, in Deutschland gibt es wenigstens noch eine Hälfte, die versucht es unauffällig zu machen.

In dem Städtchen-dessen-Name-nicht-genannt-werden-darf sind wir dann auch schnell in die Altstadt gekommen, kleine Gassen, eine wunderschöne Karstschlucht und verwinkelte und einfach so endende Wege. In einer Kirche wurden wir dann von einem netten Mann über alle Bilder und Sehenswürdigkeiten in dem Gebäude, in der Stadt und in der näheren Umgebung aufgeklärt, wobei ich hinzufügen muss, er sprach kein Wort Englisch und wir kein Wort Italienisch. Es hat gut funktioniert und nachdem er uns noch eine Visitenkarte eines Restaurants in die Hand gedrückt und mit einer unsichtbaren Gabel immer mehr von seinen unsichtbaren Nudeln gegessen hatte, verabschiedeten wir uns von ihm und bekamen das erste Mal einen richtig guten Blick auf die wunderschöne Brücke und die gegenüberliegende Seite. Mein verzweifelter Versuch so nah wie möglich am Abhang zu bleiben wurde dadurch belohnt, dass wir vor zugemauerten Wänden standen und wieder auf die Hauptstraße zurück mussten, aber irgendwann hatten wir es dann. Zu unserer Überraschung war das Geländer auf der einen Seite bestimmt zwei Meter und auf der anderen Seite nur einen halben Meter hoch. Wahrscheinlich für den Fall, dass wenn aus Richtung der Kirche, an der Seite mit der hohen Mauer, Feinde heranrücken, sie die fliehende Bevölkerung nicht sehen konnten. Doch wenn die Armee von der anderen Seite kam, dann durfte sie nur aus Blinden und Alten bestehen, weil dann brauchte man sich keine Sorgen um die Sicht machen, da sie ohne Brille nie über die dreihundert Meter Distanz blicken könnten.

Nein, ganz ehrlich. Die Brücke mit dahinter liegender Altstadt war wirklich atemberaubend schön und die Tatsache, dass auf den ganzen Steinen kleine Echsen ihr Unwesen trieben, hat mich echt ein Fan von diesem Ort werden lassen. Auch unser Versuch eine ausgeschilderte Grotte zu finden, welche ich fand und Pa mit einem: „Schau mal das ist sie bestimmt, da standen sogar mal Schilder davor.“ Anzeigte, doch seine feste Überzeugung, dass wir noch nicht da sein konnten, sorgte dafür dass wir noch ein gutes Stück weiterliefen um einer kleinen Versammlung von Menschen beizuwohnen, die anscheinend irgendwas umgestalten wollten und viele Wegsteine entdeckten, die unterschiedliche Buchstaben zeigten. Da die Sonne mir mittlerweile ziemlich zusetzte, blieb ich einfach sitzen und schaute ein paar Ameisen bei der Arbeit zu während Papa einen zweigesichtigen Stein fand. Zur italienischen Mittagszeit machten wir uns dann wieder auf zum Auto, gönnten uns noch ein kleines Mahl und ab ging es wieder zum Strand und dem wunderschönen Meer. Nachdem wir schon an mindestens zwölf geschlossenen Campingplätzen vorbeigefahren waren und einen schönen gesperrten Tunnel hinnehmen mussten, führte unser Weg uns auf einer 30km langen Straße in Schlängellinien an der Küste lang. Ihr könnt euch gar nicht vorstellen, wie langsam wir uns fortbewegt haben. Die Tatsache, dass der nun eingestellte Herr sich nur dreimal über die Geschwindigkeitsbegrenzung beschwerte, sagt schon viel über die Strecke aus, doch wir sind angekommen. Die winzigen Buchten mit weißem Sandstrand die regelmäßig zwischen den felsigen Küsten zu finden waren, lassen sich nur als wunderschön bezeichnen, das einzig schade ist, dass man sie nicht nutzen kann, da alles immer Privatgelände ist. Doch auch unser im Dunkeln erreichte Campingplatz liegt direkt am Strand und wir können morgen meiner Lieblingsbeschäftigung nachgehen. Nix machen.

Bis bald und keinen Trübsal Blasen bei schlechtem Wetter, die Sonne kommt schon wieder raus.

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