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6 Wochen kreuz und quer durch Italien

19.10.2020-und er fliegt doch

19.10.2020

Liebe Freunde,

heute geht der letzte richtige Gammeltag für die nächste Zeit zu ende.

Dieser Morgen begann ruhig und dank unserer unendlichen Produktivität brauchten wir mehr als zwei Stunden um den Wohnwagen vom Gelände hinunter zu bringen. Danach lief alles wie geschmiert, Papa fuhr, ich sang und ab und zu hat er seine wunderschöne Stimme zum Gesang der Eiskönigin erklingen lassen. Wirklich sehr hörenswert.

Nachdem er bestimmt zum hundertsten Mal sich selber/mich gefragt hat, wie viele Strafzettel wohl nach Hause kommen würden, haben wir an einem kleinen Laden angehalten. Essen fassen in seiner ursprünglichsten Form mit der wiederkehrenden Frage: Muss man das lose Obst jetzt schon wiegen oder machen die das erst an der Kasse? Überraschenderweise blieb heute auch der alltägliche winzige Schauer aus und so konnte ich die ganze Zeit aus dem Fenster schauen und ein bisschen traurig sein, dass die Sonne meine Füße nicht bestrahlte.

Die Straße verwandelte sich zu unserer Freude in eine Autobahn und so durften wir mit ansehen, wie ein Lkw uns überholte und in einer unglaublichen Geschwindigkeit davon düste. In Marina di Pisticci wollten wir dann unseren Halt für heute machen, nichts besonderes nur schöner Strand und Meer, aber an unserem ersten Parkplatz stand ein riesiges Parken-verboten-Schild und das auch in so regelmäßigen Abständen, dass man nicht einmal behaupten könnte, das wir es übersehen oder es sich von alleine wieder aufgelöst hätte. Außerdem wurde es sofort brütend heiß in unserem Wohnmobil und auch die vielen Fliegen und streunenden Katzen ließen die Stelle nicht ganz so wohnlich erscheinen, wobei die Katzen ganz eindeutig das kleinere Problem waren, da wir schon nach fünf Sekunden Tür aufmachen, um heraus zu gehen, zehn Fliegen im Auto hatten und die sind verdammt nervig, vor allem weil man sie nicht wieder raus bekommt. Also brachen wir nach einer kurzen Strandtour wieder auf zum nächsten öffentlichen Parkplatz und siehe da, hier ist es schöner.

Der Strand ist genauso schön, aber hier gibt es weniger Fliegen und dafür mehr Wespen, doch die machen sich wenigstens kein Späßchen daraus, einem auf die Nerven zu gehen. Das beeindruckendste hier ist die Tatsache, das jede dritte Muschel ein Loch besitzt, manchmal winzig andere Male nimmt es die ganze Spitze ein, doch immer sind sie perfekt geschliffen, wie als wäre jemand an den Strand gekommen und hätte mit einem unglaublich feinen Bohrer alle Muscheln angebohrt, echt komisch.

Da Papas letzter Versuch seinen Drachen steigen zu lassen, kläglich gescheitert war, musste er es heute noch einmal versuchen und tatsächlich nach den ersten beeindruckend brutalen Bruchlandungen, flog der blaue Drache für eine ganze Weile bis er in einem großem Bogen und mit lauten Zischen und Knall auf dem Boden aufschlug. Da der Wind aber irgendwann so abgeflacht war, dass jegliche Hoffnung umsonst war, machte Paps sich auf einen ausführlichen Strandspaziergang und ich vertiefte mich in mein Buch. Doch als hätten wir beide den gleichen Gedanken zur gleichen Zeit gehabt, versuchten wir es kurze Zeit darauf noch einmal.

Und er fliegt doch, wenn auch nur recht kurz, bei fast keinem Wind und ständigem nach hinten Stolpern, um das Seil straff zu halten.

Bis bald und seid auch mal genervt, aber nur manchmal.

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