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Ein kleiner Guide zu öffentlichen Verkehrsmitteln im Osten (tbc)

Veröffentlicht: 17.08.2023

Wir bewegen uns, wenn nicht gerade zu Fuß unterwegs sind, mit Bus und Bahn, oft auch über längere Strecken. Dabei klappt nicht immer alles im ersten Anlauf, dafür gibt es immer wieder schöne Begegnungen, spontane Gespräche mit Einheimischen und gern auch viel Zeit zum Lesen oder den Gedanken nachzuhängen.

Bahnhof Dobšinská Ľadová Jaskyňa (SK)

Dass wir uns in die osteuropäischen Öffis verliebt haben, haben wir ja schon an anderer Stelle kundgetan. Hier wollen wir nützliche Hinweise und Apps sammeln (davon habe ich auf dem Handy mittlerweile einen kleinen Zoo) und werden den Beitrag regelmäßig aktualisieren. Schreibt eure Erfahrungen zu den einzelnen Ländern gern in die Kommentare.

Rumänischer Zug am Bahnhof Petrova

Rumänien:

  • Die Rumänische Staatsbahn CFR besitzt ein Schienennetz, das das ganze Land gut abdeckt. Durch die Karpaten und im Osten des Landes gibt es jedoch nur wenige Querverbindungen, was zum Teil zu sehr langen Reisezeiten führt. Durch den großflächigen Einsatz von Schlafwagen vor allem für Verbindungen von/nach Bukarest lässt sich das aber gut aushalten. Die Tickets für den Nahverkehr sind sehr günstig, im Fernverkehr (inkl. Schlafwagen) sind sie noch erschwinglich (ca. 40€ quer durchs Land). Die Bahnhöfe auf dem Land bieten oft wenig Komfort und sind ungepflegt, vor allem die Sanitäreinrichtungen falls überhaupt vorhanden.
  • Busse sind außerhalb des städtischen Nahverkehrs oft Fehlanzeige, verlasst euch also nicht darauf, dass ihr in ländlichen Gegenden vom Bahnhof schon irgendwie weiterkommt.
  • Nützliche Apps:
    • CFR Călători: Buchungsapp der Rumänischen Bahn; es können Tickets für mehrere Personen gekauft werden; Bedienung sehr intuitiv; Sprache: Rumänisch, Englisch
Slowakische Nahverkehrszüge

Slowakei:

  • Hier waren wir nur mit Zügen unterwegs. Diese kamen äußerst zuverlässig und an vielen Bahnhöfen standen Busse als Anschluss bereit. Auch für längere Strecken sind die Bahnen eine kostengünstige Variante. Vor allem Senioren 70+ fahren hier für äußerst wenig Geld mit
  • Von der Staatsbahn gibt es eine eigene App für die Verbindungssuche und den Ticketkauf, die jedoch nur auf Slowakisch ist. Sie lässt sich jedoch intuitiv genug bedienen, um auch ohne Sprachkenntnisse klar zu kommen. Tickets können aber auch problemlos bei der Zugbegleiterin gekauft werden. Das Abfahrtsgleis wird meist erst kurz vorher bekanntgegeben. Die Bahnhöfe auf dem Land sind oft sehr liebevoll gepflegt.
  • Nützliche Apps:
    • Ideme vlakom: Buchungsapp der Slowakischen Bahn ZSSK; es können Tickets für mehrere Personen gekauft werden; Bedienung sehr intuitiv; Sprache: Slowakisch
Tschechische Bushaltestellen sind uns die Liebsten

Tschechische Republik:

  • In Tschechien gibt es ein sehr dichtes Netz an Bussen und Bahnen zu äußerst moderaten Preisen. Die Überlandbusse fahren oft auch mit Fahradgepäckträger oder -hänger.
  • Im städtischen Nahverkehr (zumindest in Brno) kann mit Kreditkarte ein digitales Ticket in allen Bussen und Straßenbahnen gelöst werden. Es gibt jedoch an größeren Haltestellen auch Fahrkartenautomaten. Die Fahrscheine sind hier mit 25 CZK (ca. 1€) deutlich günstiger als in Deutschland.
  • In Überlandbussen wird das Ticket einfach beim Fahrer gekauft, auch in sehr ländlichen Gegenden ist die Taktung sehr dicht und geht auch lange in den Abend hinein.
  • Züge gibt es in Tschechien von vielen verschiedenen Anbietern. An den Bahnhöfen stehen dann die entsprechenden Fahrkartenautomaten, am Schalter der Tschechischen Staatsbahn können jedoch gegen Aufpreis auch Tickets aller anderen Anbieter gekauft werden. Auch an kleinen Bahnhöfen gibt es immer einen Fahrkartenschalter. Das Abfahrtsgleis wird meist erst kurz vorher bekanntgegeben.
  • Nützliche Apps:
    • Pubtran: äußerst nützlich für die Verbindungssuche von Bus & Bahn über alle Betreiber hinweg mit Echtzeitanzeige und Preisauskunft, jedoch ohne eigenen Ticketshop; Sprache: Tschechisch und Englisch
    • Můj vlak: App der Tschechischen Staatsbahn für Verbindungssuche und Ticketkauf; Kauf für mehrere Personen möglich; Sprache: Tschechisch, Englisch, Deutsch
Blick aus dem Ukrainischen Schlafwagen

Ukraine:

  • Mit den Öffis in der Ukraine unterwegs zu sein ist nicht nur praktisch, sondern auch ganz nah am Leben der Menschen. Das spiegelt sich in vollen Bussen und Zügen, aber auch im reichen Angebot an Strecken und der Taktung wider. Außerdem sind die Preise äußerst niedrig.
  • Fahrkarten im städtischen Nahverkehr werden am einfachsten direkt bei der Fahrerin gekauft. Es gibt nur Einzeltickets ohne Umstieg, sie kosten aber auch nur 10 bzw. 15 UAH für Straßenbahn bzw. Bus in Lwiw, also 0,25€ bzw. 0,35€ (Stand August 2023). Für Besitzer:innen einer ukrainischen Bankkarte gibt es auch eine digitale Zahloption. Es gibt hier keinen festen Fahrplan, also lieber etwas Wartezeit an der Haltestelle einplanen.
  • Für Überlandbusse muss im Vorfeld ein Ticket gelöst werden, das kann bequem online gemacht werden, z.B. hier: https://tickets.ua/en. Die Voucher sollen dann angeblich an der Abfahrtshaltestelle noch gegen Fahrkarten am Schalter getauscht werden, davon wissen die Leute vor Ort aber nichts und auch mit dem Voucher wird man mitgenommen, da der Busfahrer eine Passagierliste hat. Die Fahrpläne auf Google Maps sind nicht aktuell, also bitte nicht drauf verlassen. Es gibt aber etliche Apps oder Websiten, auf denen man Verbindungen suchen kann. Auf dem Busbahnhof selbst sollte man sich etwas umschauen, denn es gibt oft verschiedene Abfahrtszonen für internationale und überregionale Busse.
  • Für Züge gilt das gleiche, wie für Überlandbusse: Tickets sind vorher zu kaufen, außerdem gibt es sie nur in Kombination mit Sitzplätzen. Die Website der Staatsbahn (https://www.uz.gov.ua/en/) funktioniert, ist jedoch nicht besonders benutzerfreundlich, auch nicht alle Bereiche sind auf Englisch verfügbar. Für das Eingeben der gewünschten Start- und Zielbahnhöfe macht es Sinn, die Ortsnamen in kyrillischer Schrift (z.B. aus Google Maps) zu kopieren. In der Ukraine gibt es auch ein sehr großes Angebot an Nachtzügen. Die Liegen sind bequem genug, dank der breiteren Wagons im Vergleich zu Westeuropa hat man viel Platz. In jedem Wagon gibt es heißes Wasser für Tee & Kaffee.
  • Der Grenzübertritt ist mit Zügen oder Fernbussen (z.B. Flixbus) viel entspannter als mit dem eigenen PKW. Trotzdem kann es sein, dass die Grenzkontrollen länger dauern, als der Fahrplan es vorsieht und eventuelle Anschlüsse nicht erreicht werden. Am besten mit genügend Umsteigezeit (auch nützlich zum Geld wechseln und SIM-Karte kaufen) rechnen.
  • Nützliche Apps:
    • EasyWay: Hauptsächlich in Städten hilfreich, um den richtigen Bus oder Straßenbahn zu finden; inkl. GPS-Anzeige der Fahrzeuge, um auch ohne Fahrplan abschätzen zu können, wann der nächste Bus kommt; Sprache: Ukrainisch, Englisch
    • TicketsUA: die App zur Website (siehe oben) zum Ticketkauf für Überlandbusse und Bahnen; die Verbindungssuche für Züge funktioniert nur bedingt zuverlässig; Sprache: Ukrainisch, Englisch
    • Ukrzaliznytsia/UA Railway: App der Ukrainischen Staatsbahn; Die eingebaute Übersetzung ins Englische funktioniert nur mäßig; auch Einheimische berichten, dass die App nur unzuverlässig Züge findet; lieber zum Schalter am Bahnhof gehen
Diese Busse bewegen die ganze Ukraine

Weitere Länder ergänzen wir entsprechend, wenn wir dort waren, also schaut bei Interesse an dem Thema ruhig immer mal rein.

Robert

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