5. Die Reise nach Benelux
Wir begannen den fünften Tag bei Jindra. Wir hatten im Laden hier gefrühstückt, und da Béďs Cousin schon lange in Utrecht lebt, zeigte er uns morgens die Stadt. Und es sollte...

Veröffentlicht: 08.07.2026


















Wir wurden am Morgen im Biwak am Rande der belgischen Stadt Eeklo empfangen, einem der wenigen Orte im Land, wo man legal in der Natur zelten darf. Einige von uns begutachteten zunächst die sanitären Anlagen auf dem nahegelegenen Friedhof. Nach unserem Wiedersehen bereitete sich jeder sein eigenes Frühstück zu. Dann hieß es nur noch, das Gepäck ins Auto zu laden und Richtung Brügge aufzubrechen.
Unsere ersten Schritte in dieser wunderschönen Stadt führten uns zu einer historischen Kirche, von der aus wir direkt in ein Café gingen. Dort konnten wir den berühmten Waffeln mit echter Schokolade einfach nicht widerstehen. Anschließend schlenderten wir durch die von Wasserkanälen gesäumten Straßen, die uns sofort an Venedig erinnerten. Nach dem Besuch eines weiteren Sakralbaus besichtigten wir eine lokale Brauerei, wo wir eine regionale Spezialität probierten und Interessantes über die Braugeschichte erfuhren. Schließlich kehrten wir zu unserem Auto zurück, das glücklicherweise im Schatten der Tiefgarage auf uns wartete, und fuhren los Richtung Dünkirchen in Frankreich.
Nach unserer Ankunft stürzten wir uns sofort an den Strand. Während die erste Gruppe unser Gepäck bewachte, sprang die zweite direkt in die Wellen. Ein kleiner Snack aus holländischem Knoblauchkäse stillte unseren Hunger. Als wir uns das Meersalz abwaschen wollten, fanden wir leider nur eine defekte Dusche vor. Also blieb uns nichts anderes übrig, als ins Nachbardorf Leffrinckoucke zu fahren, wo wir zum Glück eine funktionierende Dusche hatten. Erfrischt machten wir uns auf den Weg nach Lille, wobei unsere Reise durch ein ungenanntes Crewmitglied etwas turbulent wurde, das unbedingt das gesamte Auto mit Romadur infizieren musste.
Nach diesem Dufterlebnis ging es weiter zu unserem nächsten Ziel, dem berühmten André-Pétrieux-Velodrom im nahegelegenen Roubaix. Dieser Ort ist eine wahre Ikone, denn hier befindet sich die Ziellinie eines der ältesten und härtesten Radrennen der Welt, Paris-Roubaix, das aufgrund seiner anspruchsvollen Strecke und des Kopfsteinpflasters auch als „Hölle des Nordens“ bekannt ist. Nachdem wir ein wenig Sportgeschichte aufgesogen hatten, füllten wir unsere Vorräte im örtlichen Lidl auf und kauften Abendessen und Frühstück für den nächsten Tag. Mit Einbruch der Dunkelheit erwartete uns nur noch die Rückfahrt über die Grenze nach Belgien, wo wir wie schon am Vortag in einem der lokalen Biwakplätze übernachteten, diesmal jedoch unweit von Gent.
Nach unserer Ankunft am Veranstaltungsort verfolgten wir voller Spannung das atemberaubende Finale des WM-Spiels zwischen Argentinien und Ägypten. Sobald sich die Aufregung gelegt hatte, begannen wir mit dem Zeltaufbau und stellten unsere Zelte diesmal auf vorbereiteten Holzplattformen auf. Hühnersuppe mit Brot war eine gute Idee zum Abendessen. Und da es schon lange nach Večerníčku war, brauchten wir uns nur noch in unsere Schlafsäcke zu schleichen und einen Spaziergang zu machen.
Matten
