Vietnam März 2025
Montag, 10. März 2025 Unser Flug sollte heute Nachmittag um 13:55 in Frankfurt starten. Den Zug hatten wir um 6:12 Uhr gebucht. Aufgrund des Streiks wurde der Flug auf Dienstag...


Veröffentlicht: 26.03.2025

































































































Dienstag, 25. März 2025
Der Flug von Saigon nach Phnom Penh dauert ca. 1,5 Stunden. Bei der Einreisekontrolle gibt es Probleme. Wir verfügen über eine schriftliches und ein elektronisches Dokument und gehen davon aus eines davon ist ausreichend. Leider nicht, wir werden zurück geschickt. Zweiter Versuch, irgendetwas passt denen nicht, Rotraut muss mit einem Beamten zu seinem Schreibtisch, bei Hans-Werner werden drei Beamte zusammengerufen, die irgendetwas beraten. Letztlich bekommen wir den Stempel und dürfen durch. Der Grund war, dass Bindestriche auf den Einreisedokumenten fehlten. Was für eine Aufregung.
In der Ankunftshalle wartet bereits unser Reiseführer Maroth, draußen unser Auto, das uns erst einmal in unser Hotel bringt. Nach einer kurzen Pause geht es auch schon wieder los, wir fahren zur Statue von Preah Bat Samdech Preah Norodom Sihanouk, dem vorherigen König von Kambodscha im Neak Banh Teuk Park aufgestellt ist. Außerdem befindet sich das Independent Monument in diesem Park. Von dort aus geht es per Fahrradrikscha, die hier Cyclo genannt wird zur Wat Phnom Pagode. Sie wurde 1372 auf einem 300m hohen Hügel errichtet, der Legende nach von einer reichen Witwe mit Namen Daun Chi Penh, nachdem diese 5 Buddha Statuen in einem Baumstamm am Ufer des Mekong gefunden hatte. Hügel heißt übersetzt Phnom, daraus und aus dem Namen der Frau ergibt sich der heutige Name der Stadt Phnom Penh. Danach fahren wir mit dem Auto weiter zu einem Bootsanleger am Tole Sap und machen eine Sonnenuntergangsfahrt bis zum Mekong. Leider ist es sehr diesig heute. An Bord gibt es Bier aus Kambodscha, auf dem Etikett am Flaschenhalt steht "Finest German Brew". Zu Abend essen wir in einem kleinen Restaurant in der Nähe unseres Hotels. Die Temperatur ist so angenehm, dass wir draußen sitzen können.
Mittwoch, 26. März 2025
Heute steht eine Stadtrundfahrt auf dem Programm. Der Verkehr ist deutlich ruhiger als in Vietnam, viel weniger Mopeds, dafür die uns schon bekannten Tuk-tuks in beträchtlicher Anzahl.
Als erstes besuchen wir den königlichen Palast, eine beeindruckende Anlage, die um 1866 erbaut wurde. Den Thronsaal dürfen wir nicht betreten, sondern nur von außen bestaunen. Es gibt faszinierende 200 Jahre alte Wandmalereien zu sehen, den silbernen Palast, dessen Fußboden komplett mit verzierten Silberplatten ausgelegt ist und das Kolonialhaus, ein Geschenk Napoleons, das so gar nicht in das Bild passt.
Danach geht es zum Nationalmuseum, es ist das größte kulturhistorische Museum Kambodschas. Es beherbergt die weltweit größte Sammlung von Khmer-Kunst. Es können mehr als 14.000 Gegenstände und Skulpturen betrachtet werden. Da es heute sehr heiß ist und das Museum nicht klimatisiert ist, beschränken wir uns auf einen etwas über einstündigen Durchgang.
Nun geht es weiter zum Zentralmarkt, er bildet das ungefähre geographische Zentrum der Stadt. Das Gebäude wurde in den Jahren 1935 bis 1937 im Art Deco-Stil erbaut. Der Bau ist mit zahlreichen Öffnungen versehen, so dass aufgrund der Winddurchlässigkeit angenehme Temperaturen herrschen. Hier wird über Schmuck, Elektroartikel. Kleidung, Schuhe, frische Marktprodukte, Sonnenbrillen, alles angeboten, was man so braucht, oder auch nicht. In einem Bereich gibt es sogar mehrere Friseursalons. Wir brauchen doch länger als geplant, denn wir sind ganz fasziniert von dem Angebot. Und es ist in jedem Fall erwünscht, dass man mit den Händlern den Preis aushandelt. Gut, dass wir darin durch unseren Flohmarkt in Langenhagen, geübt sind.
Den Nachmittag verbringen wir in unserem klimatisierten Hotelzimmer.
Am Abend entscheiden wir uns für einen Spaziergang zum Tonle Sap Fluss. Für die Rückfahrt bestellen wir uns ein Tuk-Tuk für 4 Personen, das uns für 4 US$ zum Hotel zurück bringt. Danach geht es in ein kleines Restaurant in der Nähe unseres Hotels, wo Frühlingsrollen in allen Variationen angeboten werden. Wir entscheiden uns für frische, gebackene und süße Frühlingsrollen.
Donnerstag, 27. März 2025
Der Tag beginnt sehr früh, wir werden schon um 7.45 Uhr abgeholt. Unsere Fahrt heute geht nach Battambang, einer Stadt in West-Kambodscha, sie liegt etwa 290 km nordwestlich von Phnom Penh und hat ca. 120.000 Einwohner. Unterwegs sind mehrere Stopps eingeplant. Unser erster Halt führt uns in ein kleines Dorf, in dem die Bewohner Silberwaren herstellen. Hier werden mit Hammer und kleinem Meißel kunstvolle Verzierungen in Silberwaren, wie Schalen, Dosen, Besteck usw. gemacht. Auch Kinder werden schon sehr früh angelernt, was uns etwas irritiert hat. Der nächste Halt ist in ein großen Kloster. Wir spazieren durch die riesige Anlage und unser Reiseleiter Maroth erklärt und alles über das Leben im Kloster. Dann geht es weiter einen Hügel mit 500 Stufen hinauf zu der alten Königsstupa. Der Ausblick von hier oben ist atemberaubend. Beim Abstieg auf der anderen Seite treffen wir auf eine Horde Affen. Maroth warnt uns unsere Sachen inklusiv die Wasserflaschen festzuhalten. Und tatsächlich, auf einmal greifen uns die Affen an und stehlen von einigen die Wasserflaschen, hocken sich auf die Bäume und öffnen sie. Nach einem Bummel über einen Markt, wo frisch zubereitete Speisen angeboten werden, setzen wir unsere Fahrt Richtung Battambang fort. Maroth führt uns zu einer Familie, die ihren Unterhalt mit Töpferwaren verdient. Aus Ton werden hier die schönsten Sachen hergestellt. Eine junge Frau zeigt uns, wie sie ohne Töpferscheibe einen Tontopf formt. Wir sind begeistert.
Zum Mittagessen halten wir in einem kleinen traditionellen kambodschanischen Restaurant. In dieser Gegend gibt es für Touristen nicht so viele Möglichkeiten einzukehren. Die Menschen hier leben von der Landwirtschaft.
Freitag, 28. März 2025
Heute startet unsere letzte Tour nach Siem Reap, natürlich nicht ohne weitere Zwischenstopps. Wir fahren ein paar Kilometer in nördliche Richtung und erreichen einen kleinen Ort, der an einer etwas rustikalen, von den Franzosen gebauten Eisenbahnstrecke liegt. Wir steigen um auf einen Bambuszug (Bamboo Train) um damit zum nächsten Ort zu fahren. Der Zug besteht aus nichts anderem als zwei Räder, auf die eine aus Bambus gefertigte Sitzfläche gelegt wird, nur gelegt, nicht zusätzlich befestigt. Am hinteren Ende befindet sich ein beweglich angebrachter Motor. Um das Fahrzeug in Bewegung zu bringen drückt der Fahrer den Motor mit einer Holzstange nach oben und spannt damit den Keilriemen. Ein paar Kissen drauf und schon beginnt die wilde Fahrt. Auf dem Rückweg machen wir halt an einem See mit Lotusblumen und probieren die Früchte der Lotusblume, die in einem Stempel enthalten sind.
Nach dem Besuch eines weiteren Buddhistischen Tempels fahren wir zu einem Schiffsanleger am Siem Reap River und steigen in ein Boot, das uns zu einem Floating Village, einem schwimmenden Dorf im Tonle Sap bringt. Der Tonle Sap ist ein riesiger See, aus dem der gleichnamige Fluss entsteht, den wir in Phnom Penh befahren hatten. Das schwimmende Dorf hat alles, was man braucht, mehrere Märkte, ein Restaurant und sogar eine Kirche. Im Restaurant machen wir kurz fest, danach geht es zurück zum Schiffsanleger und zu unserem Hotel in Siem Reap.
Samstag, 29. März 2025
Heute entscheiden wir uns sehr früh zu starten. Denn der Tag verspricht sehr warm zu werden. Wir besichtigen heute Angkor Wat, ein hinduistisch-buddistischer Tempelkomplex mit einer Größe von ca. 160 Hektar. Er wurde ursprünglich 1150 n. Chr. errichtet. Er ist eines der besten Beispiele für die Khmer-Architektur sowie Symbol Kambodschas. Das gesamte Gebiet wurde 1992 zum UNESCO-Weltkulturerbe erklärt. Was für uns auch nachvollziehbar ist. Wir sind von der unglaublichen Größe, der herausragenden Architektur in der damaligen Zeit und der einmaligen Bauweise sehr begeistert. Die umfangreichen Wandreliefs faszinieren uns immer wieder, wie detailgetreu damals schon gearbeitet wurde. Auch sind noch Einschusslöcher von Kämpfen zwischen der Roten Khmer und den vietnamesischen Streitkräften zu erkennen. Ein besonderes Highlight ist der Zugang zum Himmel. Wir steigen eine sehr steile Treppe hinauf und genießen den Ausblick.
Nach eine kurzen Pause mit Kokosnussmilch fahren wir weiter über die Brücke und durch das südliche Tor, Tonle Om Gate, zur Tempelanlage Angkor Thom mit dem Bayon Tempel.
Die dritte Anlage ist der Ta Prohm Tempel, den sich der Dschungel schon zum Teil in eindrucksvoller Weise zurück geholt hat. Riesige Wurzeln überdecken die Anlage. Die Samen der Bäume sind oben auf die Mauern und Gebäude gefallen und habe dann nach unter ihre Wurzeln gebildet. Das Problem ist, wenn die Bäume entfernt werden stürzten die Gebäudeteile ein, da die Wurzeln alles zusammenhalten. Bekannt geworden ist dieser Tempel durch den Film Tomb Raider mit Angelina Jolie, der hier gedreht wurde.
Nach einem sehr anstrengenden Besuch der Tempelanlage freuen wir uns auf eine Auszeit am Pool unseres Hotels in Siem Reap. Den Abend lassen wir mit einem sehr leckeren Essen im Restaurant Taverne ausklingen.
Sonntag, 30. März 2025
Der vorletzte Tag führt uns zu etwas abgelegeneren Tempelanlagen. Wir fahren aus Siem Reap raus, vorbei am neu gebauten Flughafen (von den Chinesen inklusiv 28 km beleuchteter Autobahn) nach Koh Ker. Das Besondere hier, ein als Pyramide gebauter Haupttempel und einer Vielzahl kleinerer Tempel auf einem Areal von ca. 81 km². Hier wurden bisher über 180 Monumente entdeckt. Die meisten liegen im Wald verstreut, der teilweise auch noch vermint ist. Etwa zwei Dutzend können schon besichtigt werden. Wir halten an einer kleinen Anlage, die gerade restauriert wird und erreichen dann die Pyramide. Über eine Treppenkonstruktion kann man die Spitze erklimmen. Aufgrund der enormen Temperatur (37 Grad, 85 % Luftfeuchtigkeit) verzichten wir jedoch darauf. Der Legende nach soll die Pyramide in 8 Stunden aufgebaut worden sein, für uns unvorstellbar.
Nach einer weiteren Stunde Fahrt erreichen wir den Beng Mealea Tempel. Da hier der Verfall schon erheblich fortgeschritten ist kann die Anlage nur von oben besichtigt werden, sehr interessant. Es gibt noch viel zu tun und die finanziellen Mittel sind sehr begrenzt.
Montag, 31. März 2025
Heute ist unser letzter Tag und auf dem Programm steht eine Stadtbesichtigung mit dem Tuk Tuk. Zuerst geht es zu dem Stausee West Baray, der die Trinkwasserversorgung gewährleistet. Dieser See ist rechteckig und misst ca. 8 x 2 km. Er ist der größte per Hand erschaffene Stausee der Welt. Mitten im Stausee liegt der West Mebon Tempel. Danach besuchen wir den Kunsthandwerksbetrieb Artisans Angkor, in dem Textilien aus Seide, Sandstein- und Holzfiguren, Bilder und vieles mehr in Handarbeit hergestellt werden. Wir dürfen sogar selbst Hand anlegen. Zum Schluss besuchen wir noch den Buddhistischen Tempel Wat Preah Prom Rath bevor es zurück zum Hotel und zum Relaxen an den Pool geht.
Am Abend sind wir in das Restaurant Morakot Angkor eingeladen, wo wir mit einem exzellenten Buffet verwöhnt werden und mit einer Show, bestehend aus einem kleinen Theaterstück, einer Vorführung von Bokator, einer Kambodschanischen Kampfkunst und verschiedenen Tänzen.
Zum Abschied geht es in die Wild Bar, wo wir bei einem Cocktail namens "James Bond on Holidays" die Reise ausklingen lassen.
