Bingo! BINGO!
Tag #76 Mittwoch, der 15.07. Von Vrela Mrežnice bis Dolenje Polje Land: Kroatien / Slowenien Da ich gestern früh eingeschlafen bin, der fehlende Empfang wird da


Veröffentlicht: 21.07.2026





















Tag #77
Donnerstag, der 16.07.
Von Dolenje Polje bis Ljubljana
Entgegen der Vorhersage ist der angekündigte Sturm ausgeblieben und die Nacht war trocken.
Zumindest was den Regen angeht.
Es waren viele Mücken unterwegs, die mich immer wieder als Nahrungsquelle betrachtet und mich vom Schlafen abgehalten haben.
Trotz Mückenspray und des kleinen Moskitonetzes haben sie ihren Weg gefunden.
Außerdem war es bei hoher Luftfeuchtigkeit weiterhin sehr warm, sodass ich viel geschwitzt hab.
Alles in allem eine etwas unangenehme Nacht, die erst in den Morgenstunden ein bisschen Erholung gebracht hat.
Da es bis Ljubljana nur noch knappe 70km sind, blicke ich dem Tag dennoch entspannt entgegen und habe der Route noch ein paar Spots entlang des Weges hinzugefügt, die interessant klingen.
Auffällig finde ich, dass ich nach der kurzen Zeit in Slowenien schon mehrere Fahrschulen gesehen habe.
Wenn es welche in den vorherigen Ländern gab, sind sie mir entgangen. Die Fahrweise spricht allerdings für sich und das meine Wahrnehmung funktioniert.
Dunkle Wolken ziehen auf, doch da der Wind von vorne kommt, lasse ich diese hinter mir und der Tag bleibt trocken.
Die Burg Zuzemberk ist ein erstes Highlight und ragt imposant über der Altstadt auf.
Wobei es vielleicht mehr ein großes Dorf ist. Schwer zu sagen. Schön ist es auf jeden Fall.
Während ich weiterfahre, habe ich das Gefühl, dass mir die Straße bekannt vorkommt, die sich durch die Landschaft schlängelt. Doch mein Eindruck kann mich natürlich auch täuschen, ist es doch oftmals sehr schön und ich schon seit vielen Kilometern in den Bergen unterwegs.
Es gibt also immer wieder gewisse Ähnlichkeiten.
Gegen Mittag steuere ich die Quelle des Flusses Krka an, doch zumeist sind Quellen recht unspektakulär. In dem Fall gleicht es mehr einem Weiher.
Wer schon mal am Ursprung der Ruhr war, weiß wovon ich rede.
Die daneben liegende Höhle ist leider verschlossen und nur an Wochenenden zugänglich.
Interessant sieht der Eingang in den Berg aus.
Die Pause verbringe ich, mit Unterstützung durch Jenni, in erster Linie mit einer etwas nervigen Suche nach einer Unterkunft für die kommenden beiden Nächte in Ljubljana. Es zieht sich, da alles sehr teuer ist.
Schlussendlich entscheide ich mich für ein Mehrbettzimmer in einem Hostel.
In der Hauptstadt will ich sowieso hauptsächlich in die Stadt und die Zeit im Zimmer nur zum Schlafen verbringen.
Und dann habe ich ein richtiges Deja Vu. An einer Straßenkreuzung bin ich mir sehr sicher, dass es ein Pausenplatz von 2021 ist. Als ich meine bisher längste Radreise unternommen habe, bei der ich schon einmal durch Slowenien gefahren bin.
Zuhause muss ich unbedingt die alten Fotos anschauen, um die Bestätigung zu haben.
Und neben den Fahrschulen gibt es einen weiteren markanten Unterschied zu den vergangenen Ländern, und zwar radfahrende Menschen.
Solche, die es aus Interesse heraus als Fortbewegungsmittel nutzen.
Passend dazu gibt es auch Radwege und es würde wieder einmal bestätigen, dass eine Infrastruktur auch entsprechend genutzt wird.
Macht ja auch mehr Spaß aufs Rad zu steigen, wenn man ohne Angst überfahren zu werden unterwegs sein kann.
Entsprechend habe ich auch vertrauen in die Radwegeschilder und folge der Beschilderung nach Ljubljana, die auf den letzten Kilometern von der Route des Navis abweicht.
Und dann fahre ich endlich in die Stadt ein.
Als erstes wird die Drachenbrücke angesteuert, damit ich das Gefühl habe angekommen zu sein, bevor ich einmal am Fluss entlang laufe und die Eindrücke des lebhaften Treibens aufzunehmen.
Das Einchecken ist schnell erledigt und einen Platz für mein Fahrrad gibt es auch. Sehr schön, damit ist das auch versorgt und ich kann es mir sparen eine Fahrradbox suchen zu müssen.
Nachdem ich mich frisch gemacht hab geht's ab in die Stadt, Teil des abendlichen Treibens sein.
In einem Pub komme ich mit einem slowenisch/französischen Pärchen ins Gespräch und wir unterhalten uns gut.
Bewundernswert ist seine Reise von Marseille nach Ljubljana, die er als Rollstuhlfahrer im Handbike gemeistert hat.
Auf dem Rückweg laufe ich durch das alternative Viertel Metalkova, wo es noch zu einer Schlägerei kommt.
Eine junge Frau fühlt sich von einem etwas verwirrten Typen bedroht und zwei Jungs schlagen auf ihn ein.
Im Ansatz gut die Frau zu schützen, doch als auf den am Boden liegenden eingetreten wird gehe ich dazwischen.
Erst nach Mitternacht komme ich wieder in der Unterkunft an und bin nach einem weiteren abwechslungsreichen Tag schnell eingeschlafen.
Song des Tages:
Dream Theater - Pull Me Under
