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Tashkurgan تاشقورغان بازىرى / Sarikol تاشقۈرغان بۇزۇر / Shitoucheng 石頭城

Veröffentlicht: 25.06.2026

Tour
3-Tagestour ins Tashkurgan Tajik Autonomous County
Tour · chinesischer Anbieter in Kashgar
Sehenswert
Public Security Bureau
Kashgar, China
Sehenswert
Baisha-See
Tashkurgan, China
Sehenswert
Muji-Krater
Tashkurgan, China
Sehenswert
Tashkurgan
Tashkurgan, China
Sehenswert
Khunjerab-Pass
Tashkurgan, China
Sehenswert
Palong-Pass
Tashkurgan, China
Sehenswert
Karakolsee
Tashkurgan, China

Als Abschluss in Xinjiang wollten wir noch mal in die Berge, genauer gesagt in das Tashkurgan Tajik Autonomous County auf dem Pamir Plateau, eine abgelegene Gegend in Grenznähe zu Tadschikistan, Afghanistan und Pakistan, auf dem chinesischen Teil des Karakorum Highways. Hier leben vor allem Menschen, die von China als ethnische Minderheit der Tajiks (Sarikolis und Wakhis) anerkannt sind. Tatsächlich handelt es sich bei ihnen aber meistens um Pamiris, einer ethnischen Gruppe aus dem Ostiran stammend.

Ursprünglich wollten wir einen Public Bus nach Tashkurgan nehmen, aber da wir nicht sicher waren wie einfach es sein würde, sich in dieser stark überwachten Region individuell zu bewegen, buchten wir bei einem chinesischen Anbieter in Kashgar eine 3-Tagestour. Komplett auf chinesisch, aber dafür für einen Bruchteil der Kosten englischsprachiger Angebote aus dem Internet. Zunächst mussten wir ins Public Security Bureau, um einen Travel Permit zu bekommen. Und dann ging es los mit unserer Gruppe, neben unserem Guide waren noch zwei chinesische Paare mit dabei, die aus unserer Perspektive etwas speziell und sehr anspruchsvoll waren. Kommunizieren konnten wir ausschließlich auf chinesisch (und für ganz spezifische Details per WeChat mit Übersetzungsfunktion). Klappte am ersten Tag noch ganz gut und dann leider über die Zeit immer schlechter, wohl aus einer Kombi dass Marikes Hirn müde war und bei unseren Gegenübern auch gar nicht das Interesse bestand, sich um Kommunikation zu bemühen und zB. einen Satz zu wiederholen oder sich etwas anders auszudrücken. Als sich am letzten Tag herausstellte, dass unsere Mitreisenden sehr wohl über Englischkenntnisse verfügten, aber die erst für Anweisungen zum Fotomachen auspackten, mussten wir uns doch etwas wundern. Schade, trotzdem eine besondere Tour mit atemberaubenden Bergkulissen!

Das Permit hatten wir uns nicht zum Spaß geholt, es gab tatsächlich etliche Straßenkontrollen, in denen wir als Ausländer noch mal besonders unter die Lupe genommen wurden. Wobei diese Kontrollen bei näherer Betrachtung eigentlich lächerlich waren. Einen richtigen abgestimmten Prozess schien es nicht zu geben. Die Kontrolleure wurden erst mal ziemlich nervös, einmal begann eine junge Frau sogar zu zittern. Sie machten Fotos von den Pässen, blätterten sie durch und versuchten die Reisestempel zu identifizieren, holten noch den nächsten Larry mit mehr Streifen, der dieses Prozedere wiederholte. Einige Male geschah es, dass sie nicht erkennen konnten aus welchem Land wir stammen oder wo die Passnummer steht. Wer weiß, wie viele Menschen in den nächsten Monaten damit beschäftigt sein werden, unser Bewegungsprofil in Xinjiang auszuwerten und die zig Fotos unserer Pässe, unsere Bahntickets, unsere Hotelbuchungen zusammenzuführen. Letztendlich konnten wir aber immer passieren. Gründe für die strenge Überwachung könnten unter anderem schwelende Grenzkonflikte sein, wir sind da nicht so sicher wie gut und einvernehmlich der Grenzverlauf geklärt ist. Indien ist ja auf jeden Fall schon mal nicht einverstanden mit der Grenze zu Pakistan. 

Es ging stetig weiter in die Berge, am Baisha-See vorbei, am Muji-Krater, an Tierherden (Ziegen, Esel, Kamele, Yaks, Kühe), die auf den sattgrünen nassen Wiesen grasten. Irgendwann erreichten wir Höhen, wo auch Schnee lag, was für ein Kontrast zum Wüstenwetter in Kashgar! Abends erreichten wir unsere Unterkunft in Tashkurgan auf ca. 3100 m, von einer wunderschönen Bergkulisse umgeben.

Am nächsten Tag ging es weiter, noch tiefer in die Berge. Wir konnten in den Wakhan-Korridor reinschauen, ganz in der Nähe von Afghanistan. Als wir den Khunjerab-Pass auf ca 4500 m nahe der Grenze von Pakistan erreichten, erfuhren wir, dass wir als Nichtchinesen hier nicht weiterlaufen durften, sondern am Auto auf unsere Mitreisenden warten mussten. Warum auch immer. Erst ärgerten wir uns ziemlich, weil die Landschaft wirklich spektakulär war, aber es half ja nix. Die Stimmung war hier oben allerdings merkwürdig. Alles voller Shops mit China-Flaggen, die reißenden Absatz fanden. Chinesen, die mit ihrer Flagge stolz auf chinesischen Territorium posieren, wie um den angrenzenden Ländern noch mal deutlich zu machen wer der Boss ist. Naja, wir Deutschen haben es aus Gründen ja eh nicht so mit dem Flaggending. Wir freuten uns daran wo wir waren, und beobachteten frierend die pfeifenden Murmeltiere. Weiter ging es zum antiken Palong-Pass, irgendwann mal eine wichtige Passstraße in der Gegend, die sich beeindruckend kilometerweit mit unendlich vielen Haarnadelkurven den Berg hoch- und hinunterschlängelt. Die Straße ist in einem superguten Zustand, wird aber wohl ausschließlich touristisch genutzt, dementsprechend gab es einige Ecken, in denen man sich von Drohnen filmen lassen konnte. Und dann viele schöne, zum Teil sehr einsame Gegenden mit Weideflächen oder mineralhaltigen Bergseen (auch wenn der Tourismus hier am Erblühen ist und man an den Highlight-Punkten definitiv nicht alleine ist). Nach einem langen Tag ging es abends wieder nach Tashkurgan.

Am letzten Tag machten wir uns auf den Rückweg nach Kashgar, diesmal mit wesentlich mehr Sonnenschein als auf dem Hinweg. Noch mal ein Stop am anderen Ufer des Baisha-Sees und am wunderschönen Karakolsee, in dem sich die Bergkulisse spiegelte. Eigentlich sollten wir an einem Halt noch den Gletscher des 7500 m hohen Muztaga bewundern können, aber man sollte für die Aussichtsplattform ein Ticket lösen. Ging nicht wegen Stromausfall, was ein Chaos, aber auch lustig! 

Es war dann auch gut für uns, dass dieser Ausflug zuende ging. So atemberaubend die Landschaften auch waren, es war auf Dauer auch anstrengend mit unserer Chinatruppe. Natürlich ist uns auch Fotografieren wichtig und wir tun es ja auch ständig, aber diese ständige Selbstinzenierung vor der Kamera scheint der Hauptzweck des Reisens zu sein. Hier scheint jeder jeden Alters Influenzer zu sein oder es werden zu wollen, nervig! Aber ja, auch wir wurden genötigt auf einmal mit einem Fleischspieß ins Bild zu springen und irgendwelche Faxen zu machen, wer weiß wo dieses Video kursiert. Statt die Schönheit und Stille der Natur zu genießen, wurde auch im hinterletzten Eck quakend in Endlosschleife durch Lautsprecher Kaffee oder Nudelsuppe beworben. Es war nicht immer einfach, sich hier hinreichend zurückzuziehen oder das Tamtam wegzuignorieren. 

Eine wirklich beeindruckende Gegend, in der - wie in ganz Xinjiang - unglaublich viel in der Mache ist, Straßen gebaut werden und andere (Tourismus-)Infrastruktur. Es bleibt spannend, wie sich das weiter entwickelt!

Auf einen Blick

Automatisch aus dem Beitrag extrahiert
Dauer
3 Tage
Wetter
Frühling
Begleitung
Zu zweit (2)
AbenteuerlichAbseits der Pfade
  • 3-Tagestour ins Tashkurgan Tajik Autonomous County
  • Permit im Public Security Bureau
  • Baisha-See
  • Muji-Krater
  • Khunjerab-Pass
  • Palong-Pass
  • Karakolsee
  • Wakhan-Korridor
  • Straßenkontrollen in Xinjiang
BergeNaturRoadtripTransitAbenteuer
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Antworten (1)

Katrinvor etwa 2 Monaten
Tolle Bilder:-))
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