Kap-Halbinsel und Stellenbosch
Von Kapstadt starten wir einen kurzen Roadtrip entlang der Küste zur Kaphalbinsel - dies lässt sich gut in 2 Tagen machen. Auch besuchen wir die Weingegend rund um Stellenbosch,...


Veröffentlicht: 09.04.2025


















Unendliche Weiten, epochale Natur, wilde Tiere. Nach der Mongolei ist Namibia das am zweitdünnsten besiedelte Land der Welt. Bei knapp 3 Millionen Einwohner hat es aber eine Fläche mehr als doppelt so groß wie Deutschland. Die meisten Menschen leben in den wenigen Städten und in den grüneren Regionen im Norden.
Namibias Geschichte prägt das Land bis heute. Besonders tragisch: Zu Beginn des 20. Jahrhunderts verübte die deutsche Kolonialmacht einen Völkermord an den Herero und Nama in der einst deutschen Kolonie. Nach dem Ersten Weltkrieg wurde Namibia unter südafrikanische Verwaltung gestellt und erlebte während der Apartheid eine lange Zeit der Unterdrückung. Seit 1990 ist das Land unabhängig. Mehr zur Vergangenheit des Landes in den weiteren Berichten!
Im Grenzgebiet teilt der Oranje Fluss (auch Orange River) Nambia von Südafrika. Ein dünnes grünes Band zieht sich in Flussnähe entlang, ansonsten ist hier alles karg und staubtrocken. Die Region ist geprägt von extremer Dürre! Es gibt Jahre, in denen gar kein Regen fällt. Dies macht regelmäßige Landwirtschaft fast unmöglich.
Wir starten unser Abenteuer in einer wunderschönen Unterkunft am Flussufer: Felix Unite. Von hier aus wollen wir eine Kanutour auf dem Orange-River unternehmen.
Mit dem Kanu gleiten wir für mehrere Stunden den Oranje River hinunter. Das Panorama im Grenzgebiet ist unglaublich! Dank geringer Strömung können wir sogar ein kurzes Bad im warmen Flusswasser nehmen 😊
Als Zweites stoppen wir auf der abseits gelegenen Farm Bremen. Der Besitzer ist ein deutschsprachiger Namibier, der uns wertvolle Tipps mit auf den Weg gibt. Wir werden auf unserer Reise häufiger auf Farmer mit deutschen Wurzeln treffen. Sie erzählen uns auch mehr über die Lebensbedingungen in Namibia. Die weit verstreut liegenden Farmhäuser müssen sich komplett autark versorgen. Dank Solarstrom funktioniert die Elektrizität. Frischwasser wird aus tiefen Brunnen gewonnen. Der nächste Supermarkt kann auch schon mal ein paar Stunden entfernt sein.
Wir haben Glück! Direkt auf dem Grundstück der Farm Bremen können wir die schöne Landschaft bei einem kleinen Spaziergang genießen, WOW!
Wir fahren weiter ins Land hinein. Außer einzelner Highways bestehen die Straßen nicht aus Asphalt, sondern ausschließlich aus Schotter- und Sandpisten. Unser gemieteter SUV aus Kapstadt gilt in Namibia als klein, in Köln wäre es eher ein großes Auto 😆
Allrad ist hier das Maß aller Dinge! Bis auf wenige Ausnahmen kommen wir dennoch mit Zweiradantrieb gut voran, doch bei sandigen Ausspülungen und matschigen Flussquerungen ist es schon etwas Nervenkitzel. So passieren die meisten Unfälle hier aus Eigenverschulden. Auf Waschbrettpisten geraten Autos in Schleudern und überschlagen sich am Straßenrand…
Sehr viele Touristen reisen mit einem wuchtigen Geländewagen mit Dachzelt und haben alles Erdenkliche zum Kochen dabei. Denn neben wenigen meist teuren Unterkünften gibt es in der Regel vor Ort auch keine Restaurants. Selbstversorgung ist daher absolut notwendig. Wer es komfortabel mag und einige Tausender locker hat, der kann auch in einer edlen Luxus-Lodge mit Komplettversorgung nächtigen. Wir versuchen zu sparen und buchen deshalb möglichst immer mit Kochoption und haben Basics zum Kochen dabei.
Ziemlich schnell erspähen wir auf unserer Fahrt auch schon einzelne Oryxantilopen neben der Straße. Es ist das Nationaltier Namibias, auch Spießbock genannt. Das mächtige Tiere hat sich optimal an die wüstenähnlichen Bedingungen angepasst - selbst wochenlang kann ein Oryx ohne Wasser auskommen, Flüssigkeit wird mit den gefressenen Pflanzen aufgenommen.
Weiter gehts zum legendären Fishriver-Canyon, dem zweitgrößten Canyon der Welt: Er ist 161 lang und 27 km breit und 550 m tief. Im März ist die Gegend extrem heiß und trocken. Ab April lassen sich hier extrem anspruchsvolle Wanderungen durch das Canyonbett über mehrere Tage buchen. Um dies machen zu dürfen, muss sogar das Attest eines Arztes vorgelegt werden… Das spricht jedenfalls für sich 😁 Wir belassen es jedenfalls bei einem Abstecher zum Canyonrand…
Auf der Strecke machen wir noch Halt beim Canyon Roadhouse, ein faszinierender Ort mit viel nostalgischem Flair und zahlreichen Oldtimern - Der Geruch von Sprit liegt hier quasi in der Luft. So gibt es sogar eine eigene Tankstelle und wir lernen schnell: In Nambia lässt du keine Tankoption links liegen, die Strecken sind hier enorm!
Weiter gehts als Nächstes bis nach Lüderitz und dann ab in die Wüste!
