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Im Damaraland

Veröffentlicht: 28.04.2025

Fahrt
Etosha Nationalpark → Damaraland
Namibia
Unterkunft
Wüstencamp
Glamping · Damaraland
Attraktion
Twyfelfontein
Damaraland, Namibia
Attraktion
Brandberg
Damaraland, Namibia
Spaziergang
Brandberg Eingang → Brandberg Tal
Damaraland, Namibia
Attraktion
White Lady
Brandberg, Namibia
Fahrt
Damaraland → Swakopmund
Namibia
Vom Etosha Nationalpark aus fahren wir wieder etwas nach Süden und biegen dann nach Westen ab!

Das Damaraland ist eine abgelegene Region mit imposanten Berglandschaften, schroffen Gesteinsformationen und ausgedehnten Wüstenlandschaften. Dazu gibt es unzählige beeindruckende historische Felsabbildungen zu bewundern.

Die Gegend ist sehr trocken und war lange Zeit nicht dauerhaft besiedelt - die Lebensbedingungen sind zu extrem! 

Nach dem 1. Weltkrieg wurde Namibia Teil des britischen Südafrikas. Die Apartheid wurde daher auch in Namibia eingeführt - eine Politik der strikten Trennung zwischen Schwarzen und Weißen. Während die schwarze Bevölkerung systematisch entrechtet, diskriminiert und wirtschaftlich sowie politisch unterdrückt würde, sicherten sich die Weißen weitreichende Privilegien. Die Folge: Es kam zu Umsiedelungen der indigenen Bevölkerung in abgelegene, unfruchtbare Gebiete. Das Volk der Damara, ursprünglich Nomaden, musste fortan in einem Reservat in der Region bleiben. Die Besiedelung wurde nur möglich, indem Brunnen zur Wasserversorgung angelegt wurden. 


 

Heute sind nur noch wenige Damara hier sesshaft, in einzelnen Hütten am Wegesrand. Die Menschen haben kaum eine Lebensgrundlage, einige leben von der Viehhaltung und besitzen eigene Ziegen.


In Damaraland leben Wüstenelefanten und sehr selten auch Wüstenlöwen. Die Region ist allerdings riesig! Zumindest bekommen wir bei einem spontanen Abstecher in ein Tal einen Elefantenbullen aus der Ferne zu Gesicht…

Die Straßen, die wir auf unserem Weg passieren müssen, sind wirklich abenteuerlich, gerade wegen dem vielen Regen! Die Schotterpiste wird immer schlechter...Schließlich legen wir einen Übernachtungsstopp in einem Wüstencamp ein. Die Gästezelte sind im Schutze einer Felsplatte platziert.


Unser Ziel am nächsten Morgen: Die Felszeichnungen bei Twyfelfontein - eines der ältesten historischen Zeugnisse in Namibia. Sie zählen zum Unesco Weltkulturerbe. In dem Gebiet wo die Felszeichnungen zu finden sind, versuchten weiße Farmer nach dem ersten Weltkrieg sesshaft zu werden. Sie konnten sich auf die Wasserquelle nie ganz verlassen. Daher stammt der Name Twyfelfontein (was in etwa "zweifelhafte Quelle" heißt). Schließlich zogen die Farmer aufgrund der Dürre weg. Die Felsmalereien blieben.

In dem Tal existieren 2500 Felsmalereien und -gravuren, die je nach Schätzung mindestens 2000 Jahre alt sind. Die Abbildungen wurden von den Berg-Damara erschaffen, um zu jagende Tiere zu zeigen, als Karte um Wasserstellen zu markieren und ggf. als Mitteilung an den Gott Kaggen. Die Gravuren wurden mit Quarz in den Sandstein geritzt.

Einige Steinplatten haben sich aus dem Felsmassiv gelöst und liegen verstreut im Hang. Wow! 🤩 Noch nie haben wir so etwas gesehen! Die Abbildungen zeigen sehr deutlich die verschiedenste Tiere: Nashörner, Elefanten, Giraffen, Zebras, Strauße und viele mehr!

Wir können kaum fassen, dass sie so alt sind. Doch aufgrund des trockenen Klimas blieben sie sehr gut erhalten!                                Am auffälligsten ist die Darstellung eines Löwen mit langem, abgeknicktem Schwanz, an deren Ende sich je nach Interpretation eine menschliche Hand befindet. Möglicherweise ist ein Schamane zu sehen, der in Trance die Gestalt eines Löwenmenschen annimmt.

Unsere Weiterreise durch bergige Wüstenlandschaften wird zum gefühlten Höllenritt! Die „Straße“ aus Sand wurde vom Wasser an etlichen Stellen weggespült und ist denkbar schlecht. Direkt schon zu Beginn fahren wir uns fest und müssen den Wagen freischaufeln. Mit zusätzlicher Hilfe von anderen Reisenden, die schon bald anhalten, kommen wir frei! Doch da haben wir noch viele Kilometer vor uns und es wird nicht besser.😁 


Mit unserem Zweiradantrieb müssen wir mit Schwung durch die tiefen Sandabschnitte hindurch. Eine gefühlte Ewigkeit halten wir die Luft an, kommen aber dann doch ohne weitere Zwischenfälle an unser Ziel: Die Mienenstadt Uis. Sie liegt in der Nähe des imposanten Brandberges. Dort wollen wir am Folgetag eine Wanderung machen und weitere schöne Felsmalereien sehen. Uis liegt sehr idyllisch und ruhig gelegen in einem trockenen Tal. Zum Sonnenuntergang können wir den 30 km entfernten Brandberg bewundern!

Der Brandberg ist von oben gesehen ein riesiges ovales Massiv und ragt aus dem Umland wie ein gelandetes Ufo empor. Der Königstein ist dabei Namibias größte Erhebung. 

Die Zufahrt zum Brandberg ist auf dem letzten Stück unpassierbar und wir laufen zu Fuss zum Eingang. Glücklicherweise treffen wir auf einen Führer und können los wandern. Eigentlich ist der Eingang seit Tagen geschlossen, da der Weg seit den Regenfällen in katastrophalen Zustand ist. 

Es geht ein Tal hinauf, wir passieren dicke Steine und müssen immer wieder den Fluss durchqueren, der in den letzten Jahren kaum Wasser führte. Die Natur ist unglaublich schön!

Im oberen Teil haben sich im Flussbett natürlich Becken geformt, in denen wir baden können - sogar mit natürlichen Wasserrutschen 🤩

Nicht weit davon befinden sich auch die Felszeichnungen unter einem Überhang. Neben Menschen und Tieren ist in der Mitte die „White Lady“ abgebildet. Ein Forscher dachte, es handle sich um eine weiße Frau: Beine und unterer Rumpf sind weißlich. Allerdings ist hier (laut gegenwärtiger Meinung) ein Schamane abgebildet. Der Unterteil des Körpers ist mit heller, natürlicher Farbe angemalt, vermutlich als Teil des religiösen Rituals. Laut einer Interpretation könnte das, was der Schamane in der Hand hält, eine Straußeneischale auf einem Stock sein. Darin hat sich vermutlich ein berauschendes Getränk befunden.


Die Gesteinsformationen und der wassertragende Fluss in der unberührten Natur - unsere Wanderung ist grandios!

Weiter geht es quer durch reichlich Wüstenland bis zur Stadt "Swakopmund" an der Atlantikküste. 

Auf einen Blick

Automatisch aus dem Beitrag extrahiert
Wetter
Regenzeit
AbenteuerlichAbseits der Pfade
  • Twyfelfontein mit den historischen Felszeichnungen
  • Übernachtung im Wüstencamp
  • Wanderung am Brandberg mit natürlichen Becken
  • Abgelegene Wüsten- und Berglandschaften im Damaraland
AllradfahrzeugSchaufel zum Freibuddeln im SandWanderschuheBadezeug
NaturGeschichteAbenteuerRoadtrip
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