Türchen 7 - Jobzeit in Sydney
Nachdem Jessi sich wieder aus Sydney verabschiedet hatte, kehrte nach und nach dann der Alltag ein. Ich war jeden Tag bei irgendeiner anderen Brauerei und fragt nach Jobs....


Veröffentlicht: 08.12.2019
Am 19.Juni verlasse ich mit Maddy die Großstadt und schnuppere das 1. Mal Roadtripluft. Die Idee war uns beim gemeinsamen Mädels-Partyabend gekommen und ich bereue diese "Schnapsidee" keinen Meter. Mit meinem Teilzeitjob im Boronia war ich nicht so beschäftigt wie erhofft, es machte aber auch nicht wirklich viel Sinn, für die letzten 2-3 Wochen in Sydney noch einen neuen Job zu suchen. Ihr Flug würde am 26. von Brisbane starten, somit haben wir 1 Woche für die Strecke. Warm ist es nachts nicht gerade, aber wir haben genug Decken und warme Sachen. Unser 1. Stop ist der "Brisbane Water National Park", ein sehr hübsches Stück Erde mit einer gewissen Ähnlichkeit zur Sächsischen Schweiz. Danach machen wir noch eine kleine Wanderung im Bouddi National Park, der direkt am Meer liegt. Zum Baden ist es zu kalt, aber wir klettern die schönen rosa gelben Sandsteinfornationen entlang. Da es bei der Rückkehr zum Auto bereits dämmert, halten wir an einer Strandsiedlung mit dem klangvollen Namen "Copacabana", kochen und überlegen, ob wir auf dem Platz bleiben oder nach etwas Anderem suchen sollen. Ein mittelalter Mann, der nebenan arbeitet, bietet an, dass wir mit in seinem Haus übernachten können. Allein würde ich dieses Angebot sicher nicht annehmen, aber zusammen... Das Zimmer liegt im Untergeschoss des Hauses, hat eigenes Bad und man wirft für uns Frostbeulen sogar den Heizlüfter an. Am nächsten Morgen brechen wir zeitig auf, unser Tagesziel ist Port Macquarie, wo es laut meiner Campingapp einen inoffiziellen freien Übernachtungsplatz gibt. Nach einem Abstecher zum Hafen, wo wir eine Runde Billard spielen, fallen wir in unser bereits aufgebautes Dachzelt und schlafen schnell ein. Das Wochenende steht vor der Tür und wir fahren zu einer kleinen Bush Doof recht weit im Norden von New South Wales. Wir haben uns ein schmückende Utensilien wie Blumenkränze und Theaterschminke besorgt, kostümiert zahlt man nämlich ein ganzes Stück weniger Eintritt. So weit draußen auf dem Land wird es nochmal ein ganzes Stück frischer, ich bin sehr froh mir in Sydney eine Winterjacke gekauft zu haben. Es feiern nur ca 60-70 Leute, aber die Atmosphere ist wunderschön, die Musik belebend und zum Aufwärmen gibt es ein großes Lagerfeuer. Wir lernen Liane, eine Hamburgerin kennen, die in Byron Bay wohnt. Dorthin fahren wir am nächsten Tag, an dem die Sonne recht intensiv wärmt, sehr zu meiner Freude. Nachmittags checken wir im "Arts Factory" Hostel ein und treffen uns in einer Bar mit Liane. Byron wirkt auf mich einerseits niedlich und sehr hübsch gemacht, andererseits ist es recht überlaufen mit Backpackern. Vor Brisbane machen wir dann noch 1 Zwischenstop im "Surfers Paradise" an der Gold Coast, wo Maddy auf eine riesige Aussichtsplattform möchte. Ich gehe stattdessen eine Runde am Strand spazieren, der feinsandig und menschenüberlaufen ist. Die Hochhäuser rundum werfen lange Schatten, die bereits am nachmittag vielen Fleckchen Sand die Wärme der Sonne rauben. In Brisbane checken wir am frühen Abend in das "Somewhere to Stay" Hostel im Stadtteil Westend ein. Ich habe dort ein simples Doppelzimmer gebucht, wir bekommen sogar ein Upgrade. Eigenes Bad und Kühlschrank, welch ein Luxus! Von der Hostelterasse hat man einen wahnsinnig schönen Ausblick auf die erleuchteten Wolkenkratzer der Innenstadt. Wir brechen auf zu einer abendlichen Erkundungstour, entlang am Fluss und durch den Botanischen Garten, in dem es wunderschön beleuchtete Banyan Trees gab. 2 Mädels, mit denen wir auf der Straße ins Gespräch kommen, schleppen uns in eine Rooftop Bar, die sogar gute Musik spielt, wir bleiben also. Am nächsten Tag besteigen wir eine der Cityfähren und lassen uns von ihr durch die Stadt tragen. Abends gehen wir lecker griechisch essen, dann packt Maddy den letzten Rest ihrer Sachen zusammen, ich bringe sie noch mit zum Zug. Als ich später allein auf dem Bett liege spüre ich Wehmut. Weibliche Gesellschaft hat mir definiv gut getan... Matze vermisse ich auch, habe mich aber entschieden, erst übermorgen loszufahren. Ich setze mich zu ein paar anderen Leuten aus dem Hostel und fühle mich gleich weniger allein. Am nächten Tag wandere ich durch Paddington auf den Mt Coo-Tha, von wo aus man einen wundervollen Ausblick auf Die Stadt hat. Dann gehts allein wieder auf den Rückweg zu meinem Matze..