Nach 6 Stunden Komfortbus đ, der auf gefĂŒhlt 7 Grad runtergekĂŒhlt war und kurzem Umstieg auf einen Kleinbus sind wir in Salento angekommen. Unser Wirt war auĂergewöhnlich nett und hat uns gleich die diversen Wanderrouten erklĂ€rt, die man hier machen kann. Wir sind hier ganz nah am Valle de Cocora, einem Tal in dem die Wachspalme wĂ€chst, das ist die höchste Palmenart der Welt (bis zu 60 m) und sie gibt es ausschlieĂlich in Kolumbien. DafĂŒr gehen sogar wir mal wandern đ
Wir waren mutig und haben uns fĂŒr die 6 (!!!) Stunden-Route entschieden. Falls es jemand von euch mal wirklich wissen will: es gibt auch Touren ĂŒber mehrere Tage, Kompass nicht vergessen - es gab schon Gringos, die gar nicht zurĂŒck kamen (kein Scherz). Also ging es los. Nach kurzem Einlaufen ging es gleich richtig zur Sache. Enge und sehr steile Trails - wie immer nass, schlammig und glitschig. Ich glaube Julia musste sich nach 4 Monaten low-level-Studium erstmals wieder richtig konzentrieren đ
Die Tour war richtig heftig und verlaufen haben wir uns auch noch. Irgendwann trafen wir ein PĂ€rchen aus Holland, die auch unsicher waren mit dem Weg, aber immerhin Internet inkl. Google Maps hatten. Umgedreht, nĂ€chster Weg, extrem steil und in Highspeed den HollĂ€ndern hinterher. Wir beide waren echt fertig und - zumindest ich - nass geschwitzt bis zur Unterhose. Es war zum kotzen, immer nur bergauf und kein Ende in Sicht - diese blöden Pflanzen waren so dicht, dass wir nicht abschĂ€tzen konnten, wann hier mal die Bergspitze kommt. Nach etwa 2,5 h hatten wir den höchsten Punkt erreicht. Danach war es nur noch GenieĂen. Keine Ahnung, ob das auf den Fotos rĂŒberkommt, aber das ist schon wirklich beeindruckend hier.
Nach 5,5 Stunden waren wir zurĂŒck im Hostel (das mit Abstand beste bisher). Durchâs Verlaufen sind wir wenigstens auf der 4-Stunden-Route gelandet. Entscheidung einstimmig: duschen und danach Mittagsschlaf - wir beide waren völlig am Arsch, dazu kam halt auch noch, dass uns eine komplette Nacht Schlaf fehlte (der 7 Grad kalte Komfortbus war Schuld).
Nach dem Essen haben wir heute mal ein paar Rum getrunken, damit wir gut pennen können.
Wir sind ja nun schon ein bisschen unterwegs und man kommt zwangslĂ€ufig jeden Tag mit den verschiedensten Menschen in Kontakt. Wir konnten nicht umhin, die verschiedenen Traveler zu kategorisieren. Wir haben 3 Typen identifiziert. Es gibt natĂŒrlich Untergruppen und Vermischungen, aber im Grunde gibt es folgende Traveler: den Superzottel, den Globetrotter und den Verbissenen.
Wir wollen euch unsere Beobachtungen und Erkenntnisse nicht vorenthalten und stellen sie nach und nach vor.
Wir beginnen mit:
Typ 1 - Der Superzottel (SZ)
Die mĂ€nnliche Form des Superzottels zeichnet sich durch möglichst lange Haare aus. PrĂ€feriert wird Rasta-Look, damit sich die Flöhe und anderes Ungeziefer đ wohler fĂŒhlen. Er lĂ€uft meist mit nacktem Oberkörper rum. Die weibliche Variante ist grundsĂ€tzlich blass und sehr dĂŒnn, hat lange Haare, aber ohne erkennbare Frisur. Sie hat ein Top mit Flecken an und irgendeine Schlabberhose. Der SZ trĂ€gt grundsĂ€tzlich Ăkoschmuck. Gerne mit Steinen, die natĂŒrlich alle eine tiefsinnige Bedeutung haben. Tattoo und/oder Piercing sind Pflicht. Der SZ lĂ€uft meist barfuĂ und hat sich die FĂŒĂe seit mindestens 4 Wochen nicht gewaschen.
Alle Superzottel sind wahnsinnig locker und total individuell, denken sie zumindest. In Wirklichkeit sind sie alle gleich. Der SZ macht möglichst den ganzen Tag nix. Maximal Chillen oder mal Yoga. Na gut, er ist auch schwer damit beschÀftigt, sich selbst zu finden - das kann auch stressig sein. Weil der SZ nichts unternimmt, kommt er kaum in freier Wildbahn vor. Sein Lebensraum sind die ganz abgeranzten Hostels, möglichst mit Strandanschluss. Uns ist es leider noch nicht gelungen, einen SZ zu fotografieren.
Ganz wichtig: Wer ein wirklich guter SZ sein will, darf auf keinen Fall ein RĂŒckflugticket haben, das ist total uncool, weil man ja nicht weiĂ, wo es einen hinverschlĂ€gt.
Ok, ist auch nicht so dramatisch, wenn ihr nicht zurĂŒckkommt đ đ
Fortsetzung folgt. Lesen Sie in einer unserer nÀchsten Ausgaben: Der Globetrotter