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07.02.2024 Paris - Santiago de Chile

Veröffentlicht: 09.02.2024


Zum Aufregungsschluss wurde uns dann noch zwanzig vor Abflug mitgeteilt, dass wir nicht bei 49 K abgefertigt würden, sondern bei 52 K. Daraufhin setzten sich alle Wartenden in Bewegung, um zum neuen Schalter zu kommen. Der war irgendwo tiefer unten in Parterre. Wir erfuhren, dass es technische Probleme mit der geplanten Maschine gegeben hätte und wir nun ein anderes Flugzeug bekommen würden. Neben der zeitlichen Verzögerung, war das Boarden ziemlich chaotisch, denn das Bodenpersonal war wohl auch von dem Wechsel überrascht worden. Jedenfalls saßen wir irgendwann auf unseren angeblichen Plätzen, die sich dann aber als falsch herausstellten, wir hatten irgendwie eine Reihe verwechselt. Aber auch keine große Aufregung, nur entdeckte ich dabei, dass dieser Flieger doch wieder eine Reihe 14 hatte!? Was es nicht so alles gibt? Genau wie beim Einsteigen alle Passagiere durch die erste Klasse gehen mussten und die Edelpassagiere nicht sehr amused wirkten. Der Wechsel hatte nämlich dazu geführt, dass wir mit einem Bus eine sehr, sehr lange Flughafenrundfahrt machen mussten, denn einen Einstiegsschlauch gab es für uns nicht (mehr)!

Sonst war der Service sehr entspannend und auch die vorbestellte Schonkost für Karin (Abendbrot und Frühstück) wurde persönlich zuerst gebracht. Aber es verlief alles sehr freundlich, auch als ich mir in der Nacht noch einen Rotwein bestellte. Der Steward brachte mir die reguläre kleine Flasche aus dem Standardangebot und einen Extrabecher mit Wein!? Als er meine fragende Miene sah, erklärte er mir, dass in dem Becher Rotwein aus der ersten Klasse wäre, damit ich auch 'mal was Gutes trinken könnte. Wenn auch aus einem Pappbecher, so konnte ich einen Unterschied schmecken. Karin schlief und ich durchwachte die Nacht, wie immer. Ich kann mich nicht mit meinen Gedanken anfreunden: Draußen drehen sich zwei Turbinen mit ca. 10.000 Umdrehungen in einer Minute, das sind 60.000 in einer Stunde und dann fliegt die Maschine (übrigens eine 777-220 HD) fast 14 Stunden am Stück! In ca 11 km Höhe mit einer Geschwindigkeit von ungefähr 900 km/h! Als dann noch einige kleinere Turbulenzen mit Anschnallpflicht hinzukamen, habe ich mir das Filmprogramm angeschaut. "Top Gun" passte gut zur Situation!

Am Flughafen wurden wir von einem jungen Fahrer abgeholt, den Franzi im Voraus bestellt und bezahlt hatte. Er wollte nur vorher wissen, mit wieviel Gepäck wir anreisen würden, damit er mit einen entsprechenden Wagen kommen konnte. Franzi hatte ihm unsere Abreisebilder geschickt und so fand er uns ohne Schwierigkeiten. Er musste leider ziemlich lange warten, denn zuerst kamen unsere Koffer reichlich spät, aber jeweils zwei. Die Abgabeschwierigkeiten in Berlin hatten also keine Auswirkungen gehabt. Aber dann gab es einen längeren Stau bei der Dokumentenkontrolle. Der Grenzbeamte kontrollierte sehr streng und wollte genau wissen, wo die Einreisenden in Chile wohnen würden, wie lange sie vorhätten zu bleiben und was der Grund für die Einreise sei!? Eine Frau vor uns hatte zwar ein Handy dabei, fand aber die Informationen nicht. Es dauerte und dauerte und... Nachdem wir diese Hürde genommen hatten, kamen wir noch unbelästigt an den Schnüffelhunden vorbei, aber beim Durchleuchten der Rucksäcke (Bordgepäck) fiel eine Tüte eingeschweißte Mandeln auf. Der Inhalt war nur in deutsch verfasst und wir konnten nicht erklären, was geröstet bedeutet. Mit der Einfuhr von Lebensmitteln sind die Chilenen äußerst kritisch. Sie wollen die einheimischen Pflanzen vor jeglichen ausländischen Einflüssen bewahren. So hat Franzi auch schon einmal ein großes Paket Kaminwurzen (vom selbstgeschlachteten Schwein aus Südtirol) wegschmeißen müssen, weil der Inhalt nicht nachweisbar war! Das nächste war für uns das überraschende Ausfüllen einer Zollerklärung, die bei der Abgabe zum Herauswinken aus der Schlange führte? In Karins Koffer hatten sie beim Durchleuchten einen Glasbehälter entdeckt. Der enthielt eine Salsasoße, die sich Franziska in Berlin auf dem Weihnachtsmarkt gekauft hatte. Aber die durften wir nach einem Kontrollblick auch behalten.  Und dann waren wir endlich durch, alle Hürden geschafft. 

Gegen 11 Uhr kamen wir bei Franzis Adresse an und die Concierge des Hauses half uns beim Kofferschleppen und übergab uns die hinterlegten Wohnungsschlüssel. Franzi war ja noch im Büro und wir dann endlich im 29. Stock! Urlaubsbeginn! 

Am frühen Nachmittag kam die Müdigkeit und Franzi. Sie wollte uns nur schnell sehen und vor dem Einschlafen warnen, damit wir die Zeitumstellung besser schaffen! So landeten wir auf dem Balkon und genossen bei 32 ° C den Blick auf Santiago. Der Kühlschrank war für uns gefüllt und der Pisco am Abend mit Franzi rundete den Tag ab!

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