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14.02.2020, Projekt in Nsawam und skrupellose Verbrecher

Heute klingelte der Wecker um 4:30 Uhr, da Rose und Johannes mich nach Nsawam mitgenommen haben. Angenehme 22°C herrschten dort.
Gegen Nachmittag sollten es aber wohl noch bis zu 40°C werden.
Dort haben wir dann eine junge Frau getroffen, die vor Ort eine Schule mit aufgebaut hat.
Allerdings gibt es hier mehrere große Probleme...


Nun erst einmal zum Hintergrund der Geschichte. Rose und Johannes wurden von den Kindern eines verstorbenen Schweizers kontaktiert, der in Nsawam mit seiner ghanaischen Ehefrau gelebt hat.
Allerdings sind beide leider verstorben und da die Kinder kein Interesse an dem Land und den Gebäuden haben, haben sie dieses an eine Foundation übertragen.
Die junge Frau, die sich nun mit um das Land und die Schule kümmert, hat uns zuerst einmal das Land und die Gebäude gezeigt um die es speziell geht. Das erste Problem ist, das an allen
Ecken und Enden Geld fehlt. Die "Schule" besteht aus zwei offenen Klassenräumen in denen insgesamt 5 Klassen unterrichtet werden. Man könnte die abgewrackten Tische und Stühle
eigentlich genauso gut draußen hinstellen und es würde keinen großen Unterschied machen.


Das andere Problem ist, das einiges von dem Land an einen "Estate Developer" verkauft worden ist und der dieses nun komplett gerodet hat um darauf weitere Gebäude zu bauen.
Dabei wuchsen dort Bananenbäume und andere Nutzpflanzen, die vor allem für die Nahrungsversorgung der Schule dort von zentraler Bedeutung waren.
Leider kann man hier aber nichts mehr machen, da das Land verkauft worden ist und es dafür auch Papiere gibt.
Allerdings hat der "Estate Developer" sehr mächtige Männer, die versuchen sich das andere Land, welches ihnen nicht gehört unter den Nagel zu reißen und es einfach roden und die Gebäude
abreißen. Das Problem ist, dass die Männer die Menschen dort mit Waffen bedrohen und diese deswegen Angst um ihr Leben haben.
Ein größeres Stück Land wäre noch zu retten. Dafür muss jedoch ein großer Zaun gebaut werden, der das Grundstück einzäunt und die Männer abschreckt. Und das kostet natürlich wieder
Geld, welches die Menschen einfach nicht haben. Außerdem kann sich die junge Frau schon kaum die Anwaltskosten leisten. Aber einen Anwalt braucht sie, da sie nicht zusehen möchte
wie das Land immer mehr von Kriminellen belagert wird und die Menschen in ständiger Angst leben müssen.
Rose und Johannes überlegen nun wie sie der Frau mit ihrem Projekt helfen können. Dafür muss aber noch einmal alles rechtliche geklärt und geschaut werden wer genau welches Land dort
besitzt und wer welche Rechte hat.


Das hat mich heute wirklich sehr beschäftigt und mitgenommen. Noch trauriger macht es mich aber, dass man nicht viel helfen kann und man zusehen muss wie die Menschen leiden und rund
um die Uhr um ihr Leben fürchten müssen...


Achja und in unserer Küche flattern unten zwei Hähne herum, die Rose spontan in Nsawam gekauft hat und die nun darauf warten geschlachtet zu werden...
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