10.000 Touris oder 10.000 Torii‘s
Ein letztes Frühstück im Hotel (Hakone Yutowa), Koffer packen und pünktlich um 9:50 Uhr verlassen wir Gora mit dem Hakonetozan Line Richtung Odawara. Heute fahren wir mit dem...


Veröffentlicht: 25.07.2025










































Die Nacht war gut, bis auf das ich meinen Musculus gluteus maximus, auch großer Arschmuskel genannt, ständig entspannen musste. Nach 3 Wochen Japan ist man fit, bei den vielen Treppen die man hier täglich geht. Eigentlich wollten wir um 7:00 Uhr aufstehen, aber das haben wir auf 8:00 Uhr verschoben. Nach einem leckeren Frühstück und dem ersten Schritt vor die Tür, ist unser geplantes Programm sofort der Wärme zum Opfer gefallen. Es ist morgens schon unerträglich, so als würdest Du Dich ständig in einer Sauna bewegen. Drum haben wir die Schreine Schreine sein lassen und sind stattdessen aufgebrochen zum Shoppen.
Auf dem Weg treffen wir Menschen- massen, die die Strassenränder säumen.
Huch was ist denn hier los?
Nach 5 Minuten nähert sich eine Gruppe Männer in Trachten (würde man bei uns sagen) mit einem Schrein
und nach kurzer Zeit noch eine
und noch eine.
Schahaatz googelt mal kurz und findet heraus, dass heute das Gion Matsuri Festival ist, eins von den drei größten Festivals in Japan. Die Geschichte des Gion-Festivals reicht über 1.000 Jahre in der Vergangenheit und ist ein einmonatiges Fest, das vom 1. Juli bis zum 31. Juli im Yasaka-Schrein stattfindet. Die Yamahoko-Prozession heute, am 24. wird auch als "bewegte Galerie" bezeichnet, weil die Wagen mit schönen Stickereien, importierten Stoffen und anderen wunderschönen Ornamenten geschmückt sind.
Nach ein paar Wagen haben wir genug und es geht weiter zu unserem Shopping-Ziel dem Nishiki-Markt.
Fakten:
Der Nishiki-Markt ist eine Passage mit einer große Auswahl an frischen und konservierten Lebensmitteln, darunter Entenspezialitäten, japanische Süßigkeiten und eingelegtes Gemüse aller Art. Außerdem findet man hier hervorragendes Kochgeschirr, elegante Keramikwaren, Gewürze und Papierwaren.
Für uns wirklich teilweise sehr kuriose Sachen.
Wir entdecken durch Zufall einen KrimsKram Laden der wirklich alles hat - so ne Art Thomas Phillips von Japan, da wir dringend 2 Komponentenkleber für die Reparatur meines Koffers (Schrauben des einen Rads haben sich rausgeruckelt) brauchten, des Weiteren 2 Umhängebänder für unsere Ventilatoren, ne Batterie, ….. - ach und Schahaatz war in seinem Element und glücklich, nicht zuletzt weil es hier klimatisiert war.
Gegen Nachmittag tun uns die Füsse weh, die Knie zwicken und die kleine Stimme auf der einen Schulter ruft: „och jetzt ein Mittagsschlaf wäre toll“. So tragen uns unsere Füße Richtung Hotel, auch wenn die Stimme auf der anderen Schulter ruft: „es warten noch 15 Unesco Weltkulturerbstücke in Kyoto auf euch“ - aber die müssen bis zum nächsten Mal warten. Die haben 1000 Jahre gewartet, dann schaffen die auch noch weitere 10 Jahre 😂.
Fakten:
Kyōto war von 794 bis 1868 Sitz des kaiserlichen Hofes von Japan. Zeitweise sogar die Hauptstadt von Japan. Im 2. Weltkrieg stand Kyoto ursprünglich ganz oben auf der Liste der Ziele für den ersten Einsatz der Atombombe und wurde von schweren konventionellen Luftangriffen verschont. Auf Drängen des US-Kriegsministers H. Stimons, der die Stadt einst besucht hatte und um deren kulturelle Bedeutung wusste, wurde sie jedoch von der Liste gestrichen.
14 Tempel und Shinto-Schreine wurden zusammen mit drei anderen in den benachbarten Städten Uji und Ötsu 1994 zum UNESCO Weltkulturerbe erklärt. Heute zählt die Stadt ca. 1.430.000 Einwohner.
Wichtigste Einnahmequelle ist der Tourismus. Die Sehenswürdigkeiten der Stadt ziehen Japaner aller Alters-gruppen an, auch viele ausländische Touristen besuchen die Stadt. Die Stadt hat eine gut ausgebaute touristische Infrastruktur.
Berühmt ist Kyōto vor allem für seine Seidenmanufakturen (Nishijin, nach dem gleichnamigen Stadtteil) und seine Kimono-Produktion.
Kommen wir wieder zurück zum Mittagsschlaf. In warmen Ländern wird immer Siesta gehalten und so machen wir das auch - weil es hier soooooo warm ist. Am frühen Abend treibt uns der Hunger raus aus dem kühlen Zimmer. Essen fassen - heute Teppanyaki. TripAdvisor befragt - Antwort bekommen, aber irgendwie sind die Restaurants nie da wo sie sein sollen. Vielleicht war es ja da, aber die Restaurants haben selten ihren Namen in Englisch dran stehen und bei TripAdvisor stehen die japanischen Namen nicht. Echt blöd. Egal die Alternative war auch lecker.
Gut Gestärkt geht’s auf nach Gion ins Geisha-Viertel.
Fakten:
Als Geisha bezeichnet man in Japan eine Unterhaltungskünstlerin und Gastgeberin, die verschiedenste, traditionelle Künste und Aufführungen darbietet. Geishas sind für ihre aufwendige Maskerade und prachtvolle Kostümierung bekannt, sie gelten weltweit als Schönheitsideal und als „das Kultursymbol Japans schlechthin“. Bis heute wird das Bild der Geisha mit Begriffen wie Anmut, Eleganz und Exotik verbunden. Entgegen hartnäckiger Gerüchte bieten Geishas keine sexuellen Dienstleistungen an, sie sind keine Prostituierten. Der Beruf der weiblichen Geisha ist seit dem 17. Jahrhundert offiziell anerkannt. Eine Frau muss mindestens 16 Jahre alt sein, um mit der Ausbildung zur Geisha beginnen zu dürfen. Wenn eine junge Frau sich dazu entschließt, eine Geisha zu werden, lässt sie sich dazu in einer Art „Geisha-Schule“ ausbilden. Eine Ausbildung zur Geisha dauert für gewöhnlich 5–6 Jahre. Sie ist rigoros und erfordert Disziplin, eisernen Willen und die Bereitschaft, auf künftige und potentielle Kunden zu- und einzugehen. Während der Ausbildungszeit wohnen und leben Geishas für gewöhnlich in besonderen Quartieren, den Okiyas und nicht bei ihren Familien. Zu den schwierigsten Künsten, die eine Geisha erlernt, gehören das Musizieren, das Auswendiglernen der Lied- und Gedichttexte und die Teezeremonie. Sie werden auch in Schauspielerei unterrichtet. Die hohen Kosten für die Ausbildung werden von den Besitzerinnen der Okiya übernommen und müssen von den Geishas zurückgezahlt werden. Viele Geishas üben ihren Beruf bis ins hohe Alter aus. Geishas dürfen nicht heiraten. Das Engagieren einer Geisha ist heute für gewöhnlich nur ausgesuchten Gästen vorbehalten. Geishas werden nach Stunden bezahlt. Jede Stunde wird nach Räucherstäbchen berechnet, diese brauchen genau eine Stunde, um herunter zu brennen. Es wird dann gewissermaßen nach verbrauchten Räucherstäbchen abgerechnet.
Bei 2 Abschluss-Cocktails auf dem Rooftop „on the Moon“ lassen wir den kulturell erfolglosen Tag trotzdem zufrieden ausklingen und genießen den Blick über Kyōto bei Nacht.
