Schahaatz und ich müssen an die frische Luft, douzo yoroshiko
Schahaatz und ich müssen an die frische Luft, douzo yoroshiko
vakantio.de/cacawa2025

Der heilige Berg

Veröffentlicht: 02.08.2025

Sorry wir sind etwas im Verzug.

Guten  Morgen Hiroshima. Frühstück in der 14. Etage mit einem herrlichen Blick auf den Friedensplatz. 

Es sieht so friedlich und grün aus. Kaum zu glauben das vor 80 Jahren hier kein Stein mehr auf dem anderen stand und Leichen in dem Fluss trieben. Diese Bilder kommen mir immer wieder, wenn ich da rausschaue. Bevor wir mit der Berichterstattung des heutigen Tages beginnen, noch kurz die Frage beantworten, die sich bestimmt jeder stellt und die wir uns auch gestellt haben. Strahlt es hier noch?

Nein tut es nicht. Die Gründe dafür sind: In der abgeworfenen Bombe befanden sich eher sehr viele kurzlebige radioaktive Isotope. Des Weitern wusch einen Monat nach dem Bombenabwurf ein starker Taifun viele radioaktive Teilchen aus der Stadt und verteilte sie durch Regen und Wind auf die Umgebung. Und zuletzt explodiert die Hiroshima-Bombe ca. 600 Meter über der Stadt, wodurch das radioaktive Material von Anfang an durch Winde über eine größere Fläche verstreut wurde. Da fällt mir auf ich habe noch gar keine Fakten zu Hiroshima geschrieben.

Fakten:

Hiroshima eine moderne Hafenstadt mit ca. 1,2 Millionen Einwohnern. Weltweite Bekanntheit erlangte Hiroshima als Ziel des ersten kriegerischen Kernwaffeneinsatzes am 06.08.1945 um Japan zur Kapitulation zu zwingen.

Aber jetzt genug. Heute steht die Insel Miyajima auf unsere Agenda. Auf Miyajima liegt der heilige Berg Misen,

den man zu Fuß oder mit der Seilbahn erklimmen kann, um einen Blick über die wunderschöne Inlandssee zu erhaschen. Mit Bus-Bahn und Fähre brauchten wir etwas über eine Stunde (wir sogar 10 Minuten länger weil ich einfach in einen Bus einsteigen bin, obwohl es der falsche war) bis wir den ersten Schritt auf die Insel setzen konnten. Da sind wir nun um 10:30 Uhr und der Planet brennt. Geistesgegenwärtig hatte ich heute unsere Microfaserhandtücher eingepackt. 


Die waren heute Gold wert. Ich bin immer wieder erstaunt wie viel Wasser aus einem Mensch rauskommen kann! In vielen Reiseberichten kam der Rat mit der Seilbahn hoch zu fahren und runter zu laufen. Wir hatten kurz überlegt, ob wir mit der Seilbahn hoch und runter fahren, uns dann aber für hoch fahren und runter laufen entschieden. Um zum Seilbahn-Shuttle zu kommen mussten wir erstmal an der Hauptattraktion vorbei, dem Itsukushima-Schrein. 

Der Schrein entstand im 6. Jahrhundert und existiert in der heutigen Form seit 1168. Das Torri des Itsukushima-Schreins ist eine der bekanntesten Touristenattraktionen Japans. 

Bei Hochwasser scheint es zu schweben.

Wie schon in Nara gibt es auch hier die Hirsche, nur sind diese hier wild und darf man sie auf der Insel nicht füttern. Nach ein paar Bildern starten wir unsere Gebirgstour.

Erste Etappe erklimmen wir bequem mit der Seilbahn, etwa 3/4 des Berges Misen. 

Man muss mit 2 Seilbahnen hoch und zwischendurch mal 100 Treppenstufen steigen. Das bringt den Kreislauf schon mal ein bisschen in Schwung.

Fakten:

Der Berg Misen ist 535 m hoch und damit der höchste Berg der Insel. Seit der Antike ist der Berg ein wichtiges Ziel für religiöse Besucher.

Um zum Gipfel zu kommen mussten wir also erstmal wieder runter, um dann wieder rauf zu gehen - und wie soll es auch anders sein, das ganze Mittags um 12:00 Uhr. Unzählige Treppen auf unserem Weg. Ein schönes Beine-Po-Training.

Die ewige Flamme hatten wir leider nicht auf dem Schirm und sind einfach dran vorbei, 

die nächsten Treppenstufen rauf - Schade.

Kiezu-no-hi (Die ewige Flamme) Dies ist das heilige Feuer, das von einem buddhistischen Mönch 806 entzündet wurde. Es brennt heute immer noch und das von diesem Feuer gekochte Weihwasser wird zur Behandlung von Krankheiten verwendet.

Vollkommen fertig komme ich oben an. Dem Erbauer des Aussichtsplattform sollte ein Denkmal gebaut werde. Schuhe aus und ablegen. Einen Ventilator in der einen Hand und in der anderen einen 2. Ventilator. 

Während ich wieder langsam zu mir komme, rennt Schahaatz wie ein Elf umher und macht Fotos.

Kanman-iwa (Ebb-and-flow-Gestein) Dieses Gestein liegt etwa 500 Meter über dem Meeresspiegel, aber irgendwie steigt und sinkt das Salzwasser in seiner Mulde entsprechend der Ebbe und Flut.

Man ist der stark

Für den Abstieg gibt es 3 Möglichkeiten: die mit der Seilbahn zurück - wollten wir nicht, die 3,2 km lange Route war uns zu lang.

Während meiner Vorbereitung auf die Reise hatte ich gesehen, das es am

buddhistischen Tempel Daishō-in 500 kleine Buddha-Figuren mit Mützen geben soll. Die wollte ich unbedingt sehen.

Die letzte Route runter führte genau am Tempel Daishō-in vorbei. Was ich aber im Vorfeld nicht gelesen hatte, dass diese Route die anstrengendste der drei Routen ist und es über 2.000 Steinstufen bergab geht.

Während unseres knapp 2 Stündigen Abstiegs haben uns auch nur 6 weitere Personen überholt und 4 sind uns entgegengekommen (die Armen wussten wohl auch nicht was auf sie zukommt).

Schahaatz meinte oben am Gipfel noch, es werden ja nicht nur Treppen runter gehen - wenn er sich da mal nicht getäuscht hat.

Irgendwann bin ich nur noch wie in Trance gelaufen und habe lautstark diese scheiss Treppen verflucht. Und es nahm und nahm kein Ende.

Nach einer gefühlten Ewigkeit erreichten wir endlich den Tempel und zu meiner Freude - Treppenstufen - aber diesmal nach oben. Yeah 🫩. Nein die gehe ich nicht rauf, dann sehe ich die bemützten Buddhas eben nicht. Doch Buddha hatte Erbarmen mit mir und hat sie gleich hinter dem Torii platziert ohne Treppen, zumindest einen Teil.

Mehr wollte ich von dem Tempel auch nicht sehen. Meine Füße brannten und meine Fussgelenke taten weh und ich war einfach nur kaputt. Ich hatte nicht mal mehr möge mir Wasser zu kaufen. Schahaatz war, während ich am Torii vor mich dahinfloss und meine Füsse entlastete, oben im Tempel unterwegs gewesen und machte Fotos und brachte mir Wasser mit. Schön wären jetzt Wechselfüsse gewesen.

Geschafft

Ich wollte jetzt nur noch ein Eis essen,

Caffe-Softeis voll lecker 

noch das hier auf der Insel berühmte Gebäck mit Bohnenfüllung probieren, vielleicht noch etwas durch die Einkaufsgasse schlendern und nach Mitbringseln schauen (lag alles auf dem Weg zum Fähranleger) und dann nach Hause.

Von mir aus hätte auch das Abendessen ausfallen dürfen, aber dann wäre uns die leckere Pizza entgangen.

Noch ein kurzer Verdauungsspaziergang under den Friedenspark, 

Noch ein bisschen Magnesium genommen und ab ins Bett - mal schauen wie es mir morgen geht.


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